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Warum die Stiko oft so langsam ist

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 15.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Die Ständige Impfkommission: Das Gremium besteht aus 18 Expertinnen und Experten.
Die Ständige Impfkommission: Das Gremium besteht aus 18 Expertinnen und Experten. (Quelle: RKI)
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Im Zuge der Corona-Pandemie kommt der Ständigen Impfkommission besondere Aufmerksamkeit zu und sie erntet viel Kritik. Doch wie funktioniert das Gremium und was muss geändert werden?

Das Wichtigste im Ăśberblick


  • Was ist die Ständige Impfkommission?
  • Was ist die Aufgabe der Stiko?
  • Wie arbeitet die Stiko?
  • Welchen Einfluss haben die Impfempfehlungen?
  • Was sagen die Kritiker?
  • Was ist geplant?

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sind immer wieder hochumstritten – es gibt Kritik sowohl an den inhaltlichen Entscheidungen als auch am Arbeitstempo. Zuletzt sorgte der Beschluss vom vergangenen Donnerstag, nur Kindern mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikogruppen die Corona-Impfung zu empfehlen, bei vielen für Unmut und Kopfschütteln.


Einfach erklärt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, über welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: Zunächst wird getestet, wie wirksam und verträglich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch veränderte Mäuse. (Symbolbild)
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Zum Vergleich: In den USA werden seit Anfang November alle Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren geimpft, in Israel seit Mitte November. Und auch die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) empfahl bereits Ende November die Zulassung des Impfstoffes von Biontech/Pfizer für alle Kinder dieser Altersgruppe. Erst zwei Wochen später kam dann die (zudem eingeschränkte) Stiko-Empfehlung.

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Auch bei der Booster-Impfung – zunächst für Ältere, dann für alle – reagierte die Stiko vergleichsweise spät. Während in Israel schon Ende Juli Auffrischungsimpfungen für über 60-Jährige angeboten wurden und ab September für alle ab zwölf Jahren, kam in Deutschland die Empfehlung für den dritten Piks Anfang Oktober – für über 70-Jährige. Erst seit Mitte November besteht die Empfehlung zum dritten Piks für alle ab 18 Jahren. Wer steckt hinter diesen Entscheidungen?

Was ist die Ständige Impfkommission?

Die Stiko wurde 1972 als unabhängiges Expertengremium am Robert Koch-Institut (RKI) gegründet – mit dem Ziel, auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse Empfehlungen für notwendige Schutzimpfungen in Deutschland zu geben. Aktuell setzt sie sich aus 18 Expertinnen und Experten zusammen, die ehrenamtlich arbeiten und alle drei Jahre neu berufen werden. Sie kommen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen, dem öffentlichen Gesundheitsdienst und der niedergelassenen Ärzteschaft. Zehn von ihnen arbeiten aktuell in der "Arbeitsgruppe Covid-19-Impfstoffe."

Was ist die Aufgabe der Stiko?

Auf der Seite des RKI heißt es dazu: "Die Ständige Impfkommission entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland und berücksichtigt dabei nicht nur deren Nutzen für das geimpfte Individuum, sondern auch für die gesamte Bevölkerung." Und an anderer Stelle heißt es: "Die Stiko führt bei der Erarbeitung von Impfempfehlungen in erster Linie eine Risiko-Nutzen-Bewertung durch. Dabei ist neben dem individuellen Nutzen für die geimpfte Person auch der Nutzen einer Impfung für die ganze Bevölkerung zu sehen, der durch Herdeneffekte erreicht werden kann und sogar in bestimmten Fällen die Eliminierung einer Erkrankung möglich macht."

Es geht also nicht nur um die Einschätzung des Nutzens einer Impfung für den einzelnen, sondern auch um die epidemiologische Dimension, welche Auswirkung die Impfung also auf die gesamte Bevölkerung hat.

Wie arbeitet die Stiko?

Sie bewertet die Krankheitslast in Deutschland, die Sicherheit und Wirksamkeit der einzelnen Impfstoffe und führt eine Risiko-Nutzen-Bewertung für die breite Anwendung der Impfung in der Bevölkerung durch, so das RKI. Dazu überprüft die Kommission die vorhandenen Untersuchungen, Veröffentlichungen und Daten aus klinischen und wissenschaftlichen Studien.

Daraus entwickeln die Experten ein mathematisches Modell, um "die epidemiologischen und gesundheitsökonomischen Folgen einer Impfempfehlung abschätzen zu können".

Deutlich wird: AuĂźerhalb von Corona ist das ein sehr langwieriger Prozess, der mit dem Aufkommen des neuen Virus deutlich verkĂĽrzt werden musste. Ăśblicherweise kommt die Stiko erst nach einem bis drei Jahren zu einer Impfempfehlung.

Welchen Einfluss haben die Impfempfehlungen?

Da es in Deutschland bislang (noch) keine allgemeine Impfpflicht gibt, sind die Empfehlungen nicht rechtlich bindend. Allerdings orientieren sich viele Ärzte an den Urteilen der Stiko. So schreibt das RKI: "Wenn die individuell (von einem Arzt, Anm. d. Red.) gestellte Impfindikation jedoch nicht Bestandteil einer für Deutschland gültigen Zulassung und der Fachinformation des entsprechenden Impfstoffes ist, erfolgt die Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation. Das hat im Schadensfall Folgen für Haftung und Entschädigung und bedingt besondere Dokumentations- und Aufklärungspflichten des impfenden Arztes."

HeiĂźt: FĂĽhrt eine vom Arzt vorgenommene Impfung, die von der Stiko (auch etwa in einer bestimmten Altersgruppe) nicht empfohlen wird, zu einem Impfschaden, kann der Arzt in Haftung genommen werden.

Was sagen die Kritiker?

Bemängelt wird vielfach das Arbeitstempo der Stiko in der Corona-Pandemie. Fest steht: Es handelt sich um ein ehrenamtlich arbeitendes Gremium. Eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag ergab: Die Ständige Impfkommission verfügt nur über 3,5 Vollzeitstellen. Diese Jobs wurden auch seit Ausbruch der Pandemie nicht aufgestockt.

Ex-Gesundheitsminister Spahn (CDU) hatte die Stiko in der Vergangenheit wegen ihres Vorgehens wiederholt kritisiert, die Zahl ihrer Stellen aber nicht aufgestockt. So erklärte Stiko-Mitglied Martin Terhardt Anfang Dezember im Deutschlandfunk: "Wir sind in der Stiko mit allen Aufgaben zur Covid-Impfung wirklich ausgelastet und am Rande der Möglichkeiten, was die Ressourcen hergeben. Wir würden gern oft schneller sein. Aber das liegt daran, dass wir nicht genügend Ressourcen an der Geschäftsstelle im Robert Koch-Institut haben. Die ist personell völlig überfordert in der jetzigen Situation und da arbeiten alle völlig an ihrem körperlichen Limit."

Besonders harsche Kritik an der Stiko kam aus Israel. In der ARD-Sendung "Panorama" hatte der Kommissions-Vorsitzende, der emeritierte Ulmer Virologe Thomas Mertens, eingeräumt, dass bestimmte Entscheidungen der Kommission "aus der heutigen Perspektive" zu spät erfolgt seien. So wäre es laut Mertens "wahrscheinlich günstiger gewesen, mit dem Boostern früher anzufangen".

Der ehemalige Leiter des israelischen Impfprogrammes, Ronnie Gamzu, zeigt sich in der gleichen Sendung schockiert von dieser Aussage: "Das war einfach total falsch. Wir hatten klare Beweise, wir haben die Daten. Es gab keine wissenschaftliche Basis dafür zu sagen, die Auffrischungsimpfung bringe nur den über 65- oder über 70-Jährigen etwas. Wir haben gesehen, dass die Zahl der Antikörper auch bei 40-Jährigen zurückgeht. Was für Beweise braucht man denn noch?"

Was ist geplant?

Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will die Ständige Impfkommission besser ausstatten. Die Stiko sei wissenschaftlich frei, und da sollte die Politik sich nicht einmischen, sagte der SPD-Politiker am vergangenen Donnerstagabend in der ARD. Er glaube aber, dass sie schneller sein könnte, wenn sie mehr Personal hätte. "Dafür werde ich sorgen."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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