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Diese Tipps helfen, dass die Netzhaut gesund bleibt

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 12.02.2022Lesedauer: 6 Min.
RegelmĂ€ĂŸige Untersuchungen beim Augenarzt helfen, VerĂ€nderungen an der Netzhaut rechtzeitig zu erkennen.
RegelmĂ€ĂŸige Untersuchungen beim Augenarzt helfen, VerĂ€nderungen an der Netzhaut rechtzeitig zu erkennen. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)
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Bestimmte Erkrankungen, aber auch ein ungesunder Lebensstil erhöhen das Risiko fĂŒr Netzhauterkrankungen des Auges. Entstehen SchĂ€den der Netzhaut, droht im schlimmsten Fall eine Erblindung.

Das Wichtigste im Überblick


Eine Erkrankung der Netzhaut kann sich in unterschiedlichen Formen Ă€ußern. In vielen FĂ€llen treten die Symptome erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Dennoch können Sie selbst einiges tun, um Risiken zu minimieren und SchĂ€den vorzubeugen.


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Welche Aufgabe hat die Netzhaut?

Die Netzhaut, lateinisch Retina, ermöglicht das Sehen. Die Netzhaut kleidet die RĂŒckwand des Augapfels aus. Alles, was wir sehen, gelangt durch die Augenlinse auf die Netzhaut und wird dort abgebildet. Die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut wandeln die empfangenen Reize, etwa Farben und Helligkeit, in elektrische Signale um und senden diese an das Gehirn weiter. Das Gehirn empfĂ€ngt die Signale und verarbeitet diese. In der Mitte der Netzhaut befindet sich die Makula, lateinisch macula lutea, der Ort des schĂ€rfsten Sehens.

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Auf der Makula wiederum, die auch als gelber Fleck bezeichnet wird, ist eine winzige Vertiefung: die Fovea. Dank dieser Vertiefung, in der sich die höchste Konzentration an Sinneszellen in der Netzhaut findet, können wir auch kleinste Details wahrnehmen. Makula und Fovea sind die wichtigsten Teile der Netzhaut. Mit dem Rest der Netzhaut sehen wir weniger genau. Die Reize, die dort eintreffen und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden, dienen eher der Orientierung.

Bei Netzhautablösung droht Blindheit

Ohne gesunde Netzhaut ist Sehen nicht möglich. Löst sich beispielsweise die Netzhaut ab, droht Erblindung, wenn nicht rasch augenĂ€rztlich behandelt wird. Zu den Symptomen einer Netzhautablösung gehören verzerrtes Sehen, Gesichtsfeldausfall, Lichtblitze und sogenannter Rußregen. Das heißt, Betroffene nehmen oftmals zunĂ€chst Lichtblitze, schwarze Punkte und Flocken vor den Augen wahr, gefolgt von zunehmenden GesichtsfeldausfĂ€llen.

Ursache des Rußregens sind Einblutungen in das Augeninnere, den sogenannten Glaskörper, verursacht durch Einrisse in den NetzhautgefĂ€ĂŸen. Die Lichtblitze entstehen durch die ZugkrĂ€fte, die vom Glaskörper auf die Netzhaut einwirken. Es gibt verschiedene Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko fĂŒr NetzhautschĂ€den verbunden sind, darunter Diabetes mellitus, hohe Kurzsichtigkeit und Augenvenenthrombosen.

Diabetische Retinopathie durch Diabetes mellitus

Diabetes mellitus gilt als bedeutender Risikofaktor fĂŒr SchĂ€den an der Netzhaut. Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft zu hoch, werden die feinen BlutgefĂ€ĂŸe in der Netzhaut angegriffen. Sie verlieren an ElastizitĂ€t und werden spröde. GefĂ€ĂŸausbuchtungen und kleine Blutungen können auftreten. Auch können sich Ablagerungen bilden, welche die GefĂ€ĂŸe verstopfen. Das TĂŒckische: Betroffene bemerken von diesen VerĂ€nderungen im Auge zunĂ€chst nichts. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung treten Symptome auf, etwa eine verschlechterte SehschĂ€rfe, ein gestörter Farbsinn, verzerrtes oder verschwommenes Sehen sowie Leseschwierigkeiten.

Wenn grĂ¶ĂŸere Areale der Netzhaut schlecht durchblutet sind, können sich in spĂ€ten Stadien der Erkrankung neue fehlgestaltete BlutgefĂ€ĂŸe ausbilden – aus denen es bluten kann und die zu Narbenbildungen fĂŒhren. Dabei kann der Zug auf die Netzhaut so groß werden, dass sich diese teilweise oder ganz vom Augenhintergrund ablöst. Dann treten Symptome einer Netzhautablösung auf. Wird eine diabetische Retinopathie erst spĂ€t erkannt, können starke EinschrĂ€nkungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung die Folge sein.

RegelmĂ€ĂŸige Untersuchungen fĂŒr Diabetes-Patienten

VerĂ€nderungen an der Netzhaut gehören zu den hĂ€ufigen GefĂ€ĂŸkomplikationen einer Diabeteserkrankung: "Selbst, wenn die 'Zuckerkrankheit' richtig eingestellt ist, verringert dies zwar durchaus das Risiko fĂŒr NetzhautfolgeschĂ€den, aber diabetische NetzhautschĂ€den können trotzdem auftreten und sind hierdurch nicht sicher zu verhindern", sagt Dr. Georg Spital, Netzhautexperte des Augenzentrums am St. Franziskus-Hospital in MĂŒnster.

"Das Auftreten von NetzhautschĂ€den wird ferner mit zunehmender Krankheitsdauer wahrscheinlicher. Eine regelmĂ€ĂŸige augenĂ€rztliche Untersuchung mit Weitstellung der Pupille zur Untersuchung der Netzhaut ist daher auch bei Sehgesunden Menschen dringlich angeraten und wird fĂŒr die meisten Betroffenen zumindest einmal jĂ€hrlich empfohlen."

Falls Diabetes-bedingte NetzhautverĂ€nderungen schon bekannt sind, Sehstörungen auftreten oder Sondersituationen mit erhöhtem Risiko fĂŒr diabetische NetzhautschĂ€den vorliegen, wie zum Beispiel Blutzuckerneueinstellungs-Phasen oder Schwangerschaft, sind dem Experten zufolge kurzfristigere Kontrollen angezeigt. "Die gute Nachricht ist, dass der Augenarzt heute viele Therapiemöglichkeiten hat und eine Sehminderung durch Diabetes so meist vermeidbar ist", sagt Spital.

Risiko Netzhautablösung bei Kurzsichtigkeit

Das Risiko einer Netzhautablösung ist bei Kurzsichtigkeit ebenfalls erhöht. Der Grund: Kurzsichtigkeit entsteht in den meisten FĂ€llen dadurch, dass der Augapfel "zu lang" gewachsen ist. Diese VerĂ€nderung in der gestreckten Form des Augapfels fĂŒhrt zu ZugkrĂ€ften an der Netzhaut. Zugleich ist der Augapfel durch diese VerĂ€nderung dĂŒnnwandiger als bei einem normalsichtigem Auge – auch die Netzhaut ist dĂŒnner und somit empfindlicher und anfĂ€lliger fĂŒr SchĂ€den wie Netzhautlöcher, welche in eine Netzhautablösung ĂŒbergehen können.

"Das Risiko einer Netzhautablösung bei einer Kurzsichtigkeit von -3 bis -6 Dioptrien ist bereits etwa zehn Mal so hoch wie bei normalsichtigen Augen", weiß Spital. "Deshalb sollten kurzsichtige Menschen sicherheitshalber einmal jĂ€hrlich ihre Augen kontrollieren lassen. Eine regelmĂ€ĂŸige augenĂ€rztliche Kontrolle empfiehlt sich bei kurzsichtigen Menschen auch deshalb, weil sie ein höheres Risiko fĂŒr weitere Augenerkrankungen haben."

GefĂ€ĂŸverschlĂŒsse an der Netzhaut: Die grĂ¶ĂŸten Feinde der Netzhaut

Auch im Auge können sich Thrombosen bilden, also VerschlĂŒsse in den Netzhautvenen, die den Abfluss des Blutes aus der Netzhaut ermöglichen. Mediziner sprechen von Augenvenenthrombose. Ist eine Vene der Netzhaut zum Teil verengt oder komplett verschlossen, ist die Durchblutung gestört. Außerdem kann es durch die Störung des Blutabflusses zu Blutungen und Schwellungen im betroffenen Netzhautbereich kommen. Die Folge ist je nach Lage und GrĂ¶ĂŸe der verschlossenen Vene eine akute Sehverschlechterung des betroffenen Auges entweder im gesamten Gesichtsfeld oder in einem Teil des Gesichtsfeldes.

(Quelle: Privat)


Dr. med. Georg Spital ist Netzhautexperte des Augenzentrums am St. Franziskus-Hospital in MĂŒnster. Die Schwerpunkte des Experten sind unter anderem erbliche Netzhautdegeneration, diabetische Netzhauterkrankungen, intravitreale Injektion (IVOM) und AltersabhĂ€ngige Makuladegeneration. Spital ist Mitglied im Berufsverband der AugenĂ€rzte Deutschlands e. V. (BVA) und GeneralsekretĂ€r der Initiativgruppe zur FrĂŒherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA).

Verlauf der Augenvenenthrombose ist nicht vorhersehbar

Der genaue Verlauf einer Augenvenenthrombose ist nicht vorherzusagen. Bei manchen Betroffenen erholt sich die SehschĂ€rfe wieder, bei anderen bleibt eine verminderte SehschĂ€rfe zurĂŒck. In nicht wenigen FĂ€llen ist eine wiederholte augenĂ€rztliche Behandlung angezeigt, wenn es zu einer Schwellung, einem sogenanntem Ödem der zentralen Netzhaut, gekommen ist. In solchen FĂ€llen kann oftmals durch wiederholte Injektionsbehandlungen in das Auge die Sehkraft deutlich verbessert werden. Kommt es zu einem vollstĂ€ndigen Ausfall der gesamten Netzhautdurchblutung im Verschlussbereich, so erblindet das abgebildete Auge dauerhaft.

"Bei Patientinnen und Patienten mit GefĂ€ĂŸverschlĂŒssen am Auge sind hĂ€ufig die gleichen Risikofaktoren ursĂ€chlich, die auch bei GefĂ€ĂŸverschlĂŒssen in anderen Regionen des Körpers, beispielsweise am Herzen im Rahmen einer Arteriosklerose zu finden sind. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes mellitus, zu hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine zu geringe Zufuhr von FlĂŒssigkeit", erklĂ€rt der Netzhautexperte.

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"Im Auge selbst kann ein erhöhter Augeninnendruck, ein schlecht eingestelltes Glaukom oder eine Gerinnungsstörung GefĂ€ĂŸverschlĂŒsse begĂŒnstigen. In jedem Falle sollte eine Venenthrombose im Auge Grund sein, sich neben der Augenuntersuchung auch grĂŒndlich durch den betreuenden Hausarzt oder Internisten auf bestehende mögliche GefĂ€ĂŸrisikofaktoren und Zeichen einer Arteriosklerose untersuchen zu lassen. Dadurch kann beispielsweise ein drohender Schlaganfall oder Herzinfarkt erkannt und entsprechende vorbeugende Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden."

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So bleibt die Netzhaut lÀnger gesund: Sieben Tipps

Am Beispiel Augenvenenthrombose ist gut zu sehen, dass ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann, die Netzhaut gesund zu halten. Diese sieben Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Normalgewicht: Übergewicht ist unter anderem mit einem erhöhten Risiko fĂŒr Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arteriosklerose und erhöhte Blutfettwerte einher – alles Risikofaktoren, die auch die Netzhaut belasten.
  • RegelmĂ€ĂŸige Bewegung: Wer regelmĂ€ĂŸig sportlich aktiv ist, unterstĂŒtzt ein gesundes Körpergewicht, stĂ€rkt das Herz-Kreislauf-System, trainiert die BlutgefĂ€ĂŸe, kurbelt die Durchblutung an und verbessert die Sauerstoffversorgung des Körpers – und davon profitiert auch die Netzhaut.
  • Gesunde ErnĂ€hrung: Eine ausgewogene und möglichst frische ErnĂ€hrung mit einem guten Anteil an GemĂŒse, Obst, HĂŒlsenfrĂŒchten und Vollkornprodukten versorgt den Körper mit wichtigen NĂ€hrstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundĂ€ren Pflanzenstoffen – und davon profitieren auch die Augen.
  • Rauchverzicht: Die in Zigaretten enthaltenen Giftstoffe fördern GefĂ€ĂŸschĂ€den, EntzĂŒndungsreaktionen und verschlechtern die Durchblutung und damit die NĂ€hrstoff- und Sauerstoffversorgung der Augen.
  • Trinken: Achten Sie auf eine regelmĂ€ĂŸige FlĂŒssigkeitszufuhr. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt pro Tag fĂŒr gesunde Erwachsene 1,5 Liter FlĂŒssigkeit aufzunehmen – am besten in Form von Wasser, ungesĂŒĂŸten Tees und verdĂŒnnten Saftschorlen. Alkohol nur in Maßen: RegelmĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum begĂŒnstigt SchĂ€den insbesondere der Sehnerven.
  • Sonnenbrille nutzen: Zu viel UV-Licht kann ebenfalls zu bleibenden SchĂ€den an Linse und Netzhaut fĂŒhren.
  • AugenĂ€rztliche Kontrollen: Lassen Sie Ihre Augen regelmĂ€ĂŸig augenĂ€rztlich kontrollieren. Kommt es zu plötzlichen EinschrĂ€nkungen des Sehvermögens, sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen. Bei bestimmten Risikofaktoren, etwa einer Diabetes-Erkrankung, hohem Blutdruck oder bei hoher Kurzsichtigkeit, sind Kontrollen auch ohne bestehende Sehstörungen wichtig.

AugenĂ€rztliche Kontrollen helfen zudem, eine altersbedingte Makuladegeneration zu diagnostizieren. Die AMD ist eine der hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr Sehstörungen im höheren Lebensalter. Dabei geht der Teil der Netzhaut zugrunde, der fĂŒr das scharfe Sehen verantwortlich ist: die Makula. Verzerrtsehen kann hier ein mögliches FrĂŒhsymptom sein und sollte augenĂ€rztlich untersucht werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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