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Ja, die Redaktion hat f├╝r diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diagnose Bauchspeicheldr├╝senkrebs ÔÇô was nun?

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 15.02.2022Lesedauer: 10 Min.
Arzt im Gespr├Ąch mit einem Patienten
Die Diagnose "Bauchspeicheldr├╝senkrebs" f├╝hrt zu Angst und Verunsicherung und wirft oft viele Fragen auf. (Quelle: Morsa Images/getty-images-bilder)
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Verglichen mit anderen Krebserkrankungen ist Bauchspeicheldr├╝senkrebs eher selten, aber besonders b├Âsartig. Wer ein erh├Âhtes Risiko hat und was die ├ťberlebenschance verbessern kann.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Die Bauchspeicheldr├╝se (Pankreas) hat zwei lebenswichtige Funktionen: Sie bildet Verdauungssaft, der zur Verdauung der Nahrung n├Âtig ist, sowie Insulin und andere Hormone, die unter anderem den Blutzuckerspiegel regulieren. Bauchspeicheldr├╝senkrebs ÔÇô auch Pankreaskarzinom genannt ÔÇô kann beide Funktionen st├Âren.

Mit fortschreitendem Wachstum kann der Tumor benachbarte Organe verdr├Ąngen und deren Funktion ebenfalls beeintr├Ąchtigen. Zudem streut Bauchspeicheldr├╝senkrebs meist schon fr├╝hzeitig in andere Organe und bildet dort neue Geschwulste ÔÇô sogenannte Metastasen. Eine Heilung ist dann nicht mehr wahrscheinlich. cc-pixel

Darum ist es wichtig, Bauchspeicheldr├╝senkrebs zeitig zu erkennen: Je fr├╝her die Diagnose gelingt, desto besser ist die Prognose. Erfahren Sie, wie sich der Krebs bemerkbar macht, was seine Ursachen sind und welche Behandlung wann helfen kann.

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Symptome

Es dauert eine Weile, bis Bauchspeicheldr├╝senkrebs Symptome ausl├Âst: Im Anfangsstadium treten nur selten Beschwerden auf. Meist ist ein Pankreaskarzinom erst dann zu sp├╝ren, wenn es durch seine Gr├Â├če die Funktion der Bauchspeicheldr├╝se behindert oder wenn es sich bereits ├╝ber die Bauchspeicheldr├╝se hinaus ausgebreitet hat.

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Oft ist eine sich allm├Ąhlich entwickelnde, schmerzlose Gelbsucht eins der ersten Symptome bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs. Anzeichen hierf├╝r sind eine gelbliche F├Ąrbung der Haut und Augen, dunkler Urin und heller Stuhl. Bei einigen Betroffenen kommt ein Hautjucken hinzu, das am ganzen K├Ârper auftreten kann.

M├Âgliche weitere Symptome bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs im fortgeschritteneren Stadium sind vor allem:

  • Oberbauchschmerzen
  • R├╝ckenschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • k├Ârperliche Schw├Ąche
  • ├ťbelkeit, Erbrechen
  • Bl├Ąhbauch, V├Âllegef├╝hl
  • Diabetes mellitus

Haupts├Ąchlich verursacht ein Pankreaskarzinom also eher allgemeine Symptome, die wenig kennzeichnend sind. Das hei├čt: Anstelle von Krebs k├Ânnen auch ganz andere, teils harmlose Gr├╝nde dahinterstecken. Daher ist das Risiko gro├č, dass Betroffene zu lange abwarten, bevor sie ihre Beschwerden ├Ąrztlich abkl├Ąren lassen.

Weil Pankreaskrebs beim Auftreten erster Symptome meist bereits fortgeschritten ist, ist es aber wichtig, keine Zeit zu verlieren: Wer unerkl├Ąrliche oder schon l├Ąnger (etwa 2 bis 4 Wochen) andauernde Beschwerden hat, sollte m├Âglichst schnell eine ├ärztin oder einem Arzt aufsuchen. Denn je fr├╝her Bauchspeicheldr├╝senkrebs entdeckt wird, desto eher besteht eine Chance auf Heilung.

Mann mit Bauchschmerzen
Die mit Bauchspeicheldr├╝senkrebs verbundenen Beschwerden sind haupts├Ąchlich eher allgemeiner Natur und lassen nicht gleich an eine schwere Erkrankung wie Krebs denken. (Quelle: g-stockstudio/getty-images-bilder)

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Ursachen

Wenn Zellen im Gewebe der Bauchspeicheldr├╝se sich in b├Âsartige Tumorzellen umwandeln, entsteht Bauchspeicheldr├╝senkrebs. Die Ursachen hierf├╝r sind nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass der Krebs grunds├Ątzlich in jedem der drei Abschnitte der Bauchspeicheldr├╝se ÔÇô im Kopf, K├Ârper und Schwanz ÔÇô auftreten kann.

Dabei kann Bauchspeicheldr├╝senkrebs von beiden Geweben der Bauchspeicheldr├╝se ausgehen: vom exokrinen Gewebe, das den Verdauungssaft herstellt, und vom endokrinen Gewebe, das Hormone bildet, die vor allem der Regulierung des Blutzuckerspiegels dienen.

Allerdings sind die verschiedenen Abschnitte und Gewebe der Bauchspeicheldr├╝se ungleich h├Ąufig von Bauchspeicheldr├╝senkrebs betroffen:

  • Etwa 75 Prozent der Tumoren entstehen im Kopf der Bauchspeicheldr├╝se. Der Fachbegriff hierf├╝r lautet Pankreaskopfkarzinom.
  • ├ťber 95 Prozent der Pankreaskarzinome gehen von Zellen des exokrinen Gewebes aus. Fachleute bezeichnen solche Tumoren als Adenokarzinome.

Risikofaktoren

Zwar ist die genaue Ursache f├╝r Bauchspeicheldr├╝senkrebs unbekannt. Sicher ist jedoch, dass bestimmte Faktoren die Entstehung der Krebserkrankung f├Ârdern.

Ein wichtiger Risikofaktor f├╝r Bauchspeicheldr├╝senkrebs ist das Alter: Die meisten Betroffen sind ├╝ber 70 Jahre alt. Menschen unter 50 entwickeln hingegen nur selten ein Pankreaskarzinom. Weitere Risikofaktoren sind:

  • Rauchen
  • regelm├Ą├čiger Alkoholkonsum
  • starkes ├ťbergewicht mit einem BMI ab 30 (Adipositas)
  • bestimmte Vorerkrankungen (wie chronische Entz├╝ndung der Bauchspeicheldr├╝se oder langj├Ąhriger Typ-2-Diabetes)
  • h├Ąufiger Verzehr von verarbeiteten Fleischwaren, ger├Ąucherten oder gegrillten Speisen
  • erbliche Veranlagung
  • h├Ąufiger Kontakt mit bestimmten Substanzen (wie Pflanzenschutzmitteln, Unkraut- oder Pilzbek├Ąmpfungsmitteln, L├Âsungsmitteln, Nickel)

Wichtiger Hinweis
Auch Menschen, bei denen keiner dieser Risikofaktoren vorliegt, k├Ânnen Bauchspeicheldr├╝senkrebs bekommen. Durch eine gesunde Lebensweise l├Ąsst sich das Risiko f├╝r die Tumorerkrankung aber deutlich senken.

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Verlauf

Zun├Ąchst ist nur die Bauchspeicheldr├╝se betroffen. Jedoch kann Bauchspeicheldr├╝senkrebs im weiteren Verlauf nahe gelegene Gewebe, Lymphknoten, Blutgef├Ą├če und Organe (wie Zw├Âlffingerdarm, Gallenblase oder Milz) befallen. Zudem kann er ├╝ber Blutbahnen und Lymphgef├Ą├če in entferntere Organe streuen und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Am h├Ąufigsten passiert das in Leber, Lunge und Knochen.

Darstellung der Organe im menschlichen Oberk├Ârper
Mit fortschreitendem Wachstum kann Bauchspeicheldr├╝senkrebs sich ├╝ber die (hier rot markierte) Bauchspeicheldr├╝se hinaus ausbreiten und auf benachbarte Strukturen ├╝bergreifen. (Quelle: magicmine/getty-images-bilder)

Wie schnell Bauchspeicheldr├╝senkrebs w├Ąchst und sich ausbreitet, h├Ąngt haupts├Ąchlich von der Form der Krebserkrankung ab. Die mit Abstand h├Ąufigste Tumorform, ein Adenokarzinom, zeigt einen aggressiven Verlauf und streut in der Regel fr├╝h ÔÇô meist in die Leber.

Bei dieser Form von Bauchspeicheldr├╝senkrebs ist die ├ťberlebenschance eher gering. Denn zum Zeitpunkt der Diagnose ist die Erkrankung oft schon so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr heilbar ist.

Zudem kann ein sp├Ąt diagnostiziertes Pankreaskarzinom auch nach zun├Ąchst erfolgreicher Behandlung erneut auftreten ÔÇô sowohl in der Bauchspeicheldr├╝se als auch in anderen K├Ârperregionen. Solche R├╝ckf├Ąlle bezeichnen Fachleute als Rezidive.

Es gibt aber auch Formen von Bauchspeicheldr├╝senkrebs, die weniger aggressiv verlaufen ÔÇô also l├Ąngere Zeit nur ├Ârtlich begrenzt oder langsam wachsen und sp├Ąt streuen. Ihre Prognose ist wesentlich g├╝nstiger.

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Lebenserwartung

Das meist rasche Fortschreiten von Bauchspeicheldr├╝senkrebs wirkt sich negativ auf die Lebenserwartung aus: Viele Betroffene erreichen schon nach kurzer Krankheitsdauer ein sp├Ątes Tumorstadium und sterben an den Folgen der Erkrankung.

Nach der Diagnose von Bauchspeicheldr├╝senkrebs betr├Ągt die ├ťberlebenszeit aller Betroffenen im Durchschnitt ein halbes Jahr. F├╝nf Jahre danach sind noch durchschnittlich neun Prozent der betroffenen M├Ąnner und acht Prozent der betroffenen Frauen am Leben. Nach weiteren f├╝nf Jahren sinkt der Anteil der ├ťberlebenden bei beiden Geschlechtern auf sechs Prozent.

Damit hat Bauchspeicheldr├╝senkrebs eine niedrigere ├ťberlebensrate als fast alle anderen Krebserkrankungen. Obwohl er vergleichsweise selten ist, z├Ąhlt Pankreaskrebs in Deutschland sogar zu den h├Ąufigsten Todesursachen.

Doch eine optimale Behandlung kann die durch Bauchspeicheldr├╝senkrebs verk├╝rzte Lebenserwartung erh├Âhen. Etwa f├╝nfzehn bis zwanzig Prozent der Pankreaskarzinome werden sogar fr├╝h genug entdeckt, um eine Heilung durch eine OP zu versuchen.

Wird Bauchspeicheldr├╝senkrebs per OP und anschlie├čender Chemotherapie behandelt, sind f├╝nf Jahre nach dem Eingriff noch zwanzig Prozent der Betroffenen am Leben. Ohne Chemotherapie ├╝berlebt nur etwa jede zehnte operierte Person die n├Ąchsten f├╝nf Jahre.

Wichtiger Hinweis
Allerdings verraten all diese statistischen Angaben zu Bauchspeicheldr├╝senkrebs nichts ├╝ber die Lebenserwartung einzelner Betroffener. Denn der Gesundheitszustand und der Krankheitsverlauf k├Ânnen individuell sehr unterschiedlich sein.

├ťbrigens: Anders als bei anderen Krebsarten weist bislang nichts darauf hin, dass irgendeine Untersuchung zur Fr├╝herkennung von Bauchspeicheldr├╝senkrebs die Lebenserwartung erh├Âht. Darum gibt es in Deutschland auch kein entsprechendes Fr├╝herkennungsprogramm.

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Wie stirbt man?

Die Diagnose Bauchspeicheldr├╝senkrebs ist erst einmal ein Schock. Sowohl Betroffene als auch deren Angeh├Ârige haben meist Angst davor, was der Krebs mit sich bringt, und sind verunsichert, was als N├Ąchstes zu tun ist.

Besonders Menschen mit nicht-heilbarem Bauchspeicheldr├╝senkrebs fragen sich auch oft, wie man stirbt. Viele Betroffene hegen vor allem die Bef├╝rchtung, im Endstadium unertr├Ągliche Schmerzen erleiden zu m├╝ssen.

Doch auch wenn die Medizin ein Pankreaskarzinom nicht mehr zu heilen vermag, stehen Betroffene in dieser Situation nicht ohne Hilfe da. Denn inzwischen ist die Palliativmedizin in Deutschland ein fester Bestandteil in der Routineversorgung von Menschen mit lebensbedrohlichen Krebserkrankungen.

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Palliativ bedeutet lindernd. Die Palliativmedizin strebt also nicht danach, den Krebs zu bek├Ąmpfen und das Leben zu verl├Ąngern. Stattdessen soll sie vor allem Beschwerden verringern sowie k├Ârperliche, psychische, soziale und spirituelle Probleme zeitig erkennen und behandeln. Oberstes Ziel ist dabei immer, die Lebensqualit├Ąt der Betroffenen und ihrer Angeh├Ârigen zu verbessern oder zu erhalten ÔÇô unter Ber├╝cksichtigung ihrer W├╝nsche und Bed├╝rfnisse.

Gut zu wissen
In der Palliativmedizin steht das Wohlergehen des schwer erkrankten Menschen an erster Stelle.

Die Palliativmedizin begleitet Menschen mit nicht-heilbarem Bauchspeicheldr├╝senkrebs bis zu ihrem Lebensende. Das soll sicherstellen, dass die Betroffenen bis zum Tod menschenw├╝rdig ÔÇô und so lange wie m├Âglich selbstbestimmt ÔÇô leben sowie friedlich und in W├╝rde sterben k├Ânnen.

Die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden ist daf├╝r eine wichtige Voraussetzung. Gerade die tumorbedingten Schmerzen sind f├╝r viele Menschen mit Bauchspeicheldr├╝senkrebs im Endstadium besonders belastend. Eine angepasste Schmerztherapie kann die Schmerzen dauerhaft beseitigen oder zumindest ertr├Ąglich machen.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Palliativmedizin besteht darin, daf├╝r zu sorgen, dass Menschen mit nicht-heilbarem Bauchspeicheldr├╝senkrebs die letzten Wochen ohne unn├Âtige und belastende Behandlungen verbringen k├Ânnen.

Das kann etwa lindernde Verfahren betreffen, die sich gegen den Bauchspeicheldr├╝senkrebs selbst richten ÔÇô wie Bestrahlung oder operative Eingriffe: Ob solche Ma├čnahmen noch sinnvoll sind, entscheidet das Versorgungsteam unter sorgf├Ąltiger Abw├Ągung von Nutzen und Belastung zusammen mit den Betroffenen (und ggf. deren Angeh├Ârigen).

Belastende Behandlungen zu vermeiden kann beispielsweise auch bedeuten, auf k├╝nstliche Ern├Ąhrung zu verzichten. Denn Gewichts- und Fl├╝ssigkeitsverlust geh├Âren bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs zur Sterbephase dazu. K├╝nstliche Nahrungszufuhr bereitet dann h├Ąufig unn├Âtige Qualen.

Nicht zuletzt geht es in der Palliativmedizin auch darum, Menschen mit nicht-heilbarem Bauchspeicheldr├╝senkrebs und deren Angeh├Ârigen emotionale Zuwendung zu schenken sowie ihren psychischen, sozialen und seelsorgerischen Bed├╝rfnissen in der letzten Krankheitsphase gerecht zu werden.

Die Palliativversorgung schwer krebskranker Menschen ist ambulant (also zu Hause) oder in einer spezialisierten Einrichtung (einem sogenannten Hospiz) m├Âglich. Ist eine Behandlung im Krankenhaus n├Âtig, kann auch eine station├Ąre Aufnahme auf eine Palliativstation erfolgen.

Wohin k├Ânnen Betroffene sich wenden?

Eine erste Anlaufstelle kann die haus├Ąrztliche Praxis sein: Viele Haus├Ąrztinnen und Haus├Ąrzte bilden sich in Palliativmedizin weiter. Informationen rund ums Thema palliative Versorgung bei (Bauchspeicheldr├╝sen-)Krebs sowie weitere passende Anlaufstellen finden Betroffene und deren Angeh├Ârige auch beispielsweise hier:

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Diagnose

Bei m├Âglichen Anzeichen f├╝r Bauchspeicheldr├╝senkrebs zielt die Diagnose darauf ab, herauszufinden, ob wirklich ein Tumor hinter den Beschwerden steckt ÔÇô und falls ja, wo er sitzt und wie weit die Krebserkrankung fortgeschritten ist.

Der erste Schritt zur Diagnose besteht meist in einer k├Ârperlichen Untersuchung. Daneben kann die ├ärztin oder der Arzt eine Blutprobe entnehmen und im Labor untersuchen lassen, um Hinweise auf Bauchspeicheldr├╝senkrebs zu erhalten. Blutwerte, die auf ein Pankreaskarzinom hindeuten k├Ânnen, sind zum Beispiel:

  • erh├Âhte Entz├╝ndungswerte
  • erh├Âhte Leberwerte
  • ver├Ąnderte Werte f├╝r Enzyme der Bauchspeicheldr├╝se (wie Lipase)

Wenn nach den ersten Untersuchungsergebnissen der Verdacht auf Bauchspeicheldr├╝senkrebs besteht, folgt zun├Ąchst meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchraums. Diese l├Ąsst sich auch mit einer Spiegelung (bzw. Endoskopie) kombinieren: Ein solcher endoskopischer Ultraschall ÔÇô auch Endosonografie genannt ÔÇô erm├Âglicht sozusagen eine Ultraschalluntersuchung von innen.

Bei der Endosonografie schiebt die ├ärztin oder der Arzt ÔÇô ├Ąhnlich wie bei einer Magenspiegelung ÔÇô ein Endoskop ├╝ber Mund, Speiser├Âhre und Magen nah an die Bauchspeicheldr├╝se. So sind neben kleinen Pankreaskarzinomen auch (Tochter-)Geschwulste im nahen Umfeld der Bauchspeicheldr├╝se, im Bauchfell und in der Leber erkennbar.

F├╝r eine gr├╝ndliche Diagnose sind bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs weitere bildgebende Untersuchungen n├Âtig. Sie dienen dazu, die Ausbreitung der Krebserkrankung so genau wie m├Âglich zu bestimmen. Dabei k├Ânnen beispielsweise folgende Verfahren zum Einsatz kommen:

  • Computertomografie (CT) der Bauchspeicheldr├╝se und der restlichen Bauchh├Âhle
  • Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) der Bauchspeicheldr├╝se und der restlichen Bauchh├Âhle
  • R├Ântgenuntersuchung der Lunge
  • Spiegelung (Endoskopie) von Magen und Zw├Âlffingerdarm
  • endoskopische Darstellung des Gallen- und Pankreasgangsystems durch R├Ântgenaufnahmen (ERCP)
  • Darstellung der Blutgef├Ą├če (Angiografie) per CT oder MRT
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Gewebepunktion (Biopsie)
  • Skelettszintigrafie

Anhand der Untersuchungsbefunde l├Ąsst sich Bauchspeicheldr├╝senkrebs seinem aktuellen Ausbreitungsstadium zuordnen. Diese Stadienbestimmung (englisch: Staging) ist wichtig, um die optimale Behandlung festlegen zu k├Ânnen. Sie erfolgt mithilfe der TNM-Klassifikation:

  • T steht f├╝r die Gr├Â├če des Tumors,
  • N f├╝r die Beteiligung der Lymphknoten und
  • M f├╝r Metastasen.

Zus├Ątzliche Buchstaben oder Ziffern hinter diesen Buchstaben geben Auskunft ├╝ber Gr├Â├če und Ausdehnung des Pankreaskarzinoms, Lymphknotenbefall und das Vorhandensein oder Fehlen von Fernmetastasen. Ist Bauchspeicheldr├╝senkrebs zum Beispiel als "T2 N0 M0" klassifiziert, bedeutet dies, dass

  • der Tumor gr├Â├čer als zwei Zentimeter, aber auf die Bauchspeicheldr├╝se begrenzt ist,
  • die Lymphknoten nicht befallen sind und
  • keine Fernmetastasen nachweisbar sind.

Bauchspeicheldr├╝senkrebs: Behandlung

Bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs richtet sich die Behandlung vor allem nach dem Stadium der Erkrankung, aber auch nach dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen. Je nach individueller Situation zielen die eingesetzten Therapiema├čnahmen darauf ab,

  • die Krebserkrankung zu heilen (kurative Behandlung) oder
  • die Symptome zu lindern, die Lebensdauer zu verl├Ąngern und die Lebensqualit├Ąt zu erhalten (palliative Behandlung).

Kurative Behandlung: Wenn eine Chance auf Heilung besteht

Eine Operation ist die einzige M├Âglichkeit, Bauchspeicheldr├╝senkrebs zu heilen. Die kurative Behandlung hat aber nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn es gelingt, den Tumor in der OP vollst├Ąndig zu entfernen.

Mann im Krankenhausbett
Entscheidend f├╝r die Prognose von Bauchspeicheldr├╝senkrebs ist, ob sich der Tumor operativ vollst├Ąndig entfernen l├Ąsst oder nicht. (Quelle: kupicoo/getty-images-bilder)

Vor der OP kommt manchmal eine Chemotherapie zum Einsatz, um den Tumor zu verkleinern: So l├Ąsst dieser sich w├Ąhrend der OP leichter entfernen. Auch eine zus├Ątzliche Bestrahlung vor dem Eingriff kann zur Tumorverkleinerung beitragen.

Wichtiger Hinweis
Die OP ist bei der kurativen Behandlung aber unverzichtbar: Durch Chemotherapie und/oder Strahlentherapie allein ist Bauchspeicheldr├╝senkrebs nicht heilbar.

Der Eingriff ist recht anspruchsvoll: Aufgrund der Lage der Bauchspeicheldr├╝se in unmittelbarer N├Ąhe anderer wichtiger Organe ist es schwierig, an das Pankreaskarzinom heranzukommen. Sind bereits Nachbarorgane befallen, ist die OP noch komplizierter. Oft dauert sie f├╝nf Stunden und l├Ąnger ÔÇô was nicht alle Betroffenen durchstehen k├Ânnen.

Bei der Operation entfernt das OP-Team ÔÇô je nach Lage und Ausdehnung des Tumors ÔÇô die ganze oder einen Teil der Bauchspeicheldr├╝se mit angrenzenden Lymphknoten. Hat der Bauchspeicheldr├╝senkrebs bereits auf angrenzende Organe ├╝bergegriffen, werden diese teilweise mit entfernt: Das kann den Zw├Âlffingerdarm, die Gallenblase, die Milz und/oder einen Teil des Magens betreffen.

Ist die Bauchspeicheldr├╝senkrebs-OP ├╝berstanden und der Allgemeinzustand der betroffenen Person gut, empfiehlt sich im Anschluss eine Chemotherapie ├╝ber sechs Monate. Ziel dieser unterst├╝tzenden Behandlung ist es, im K├Ârper noch vorhandene Krebszellen abzut├Âten und so die Heilungschancen zu verbessern.

Zudem gilt es, m├Âgliche Folgen des Eingriffs zu behandeln. Denn der teilweise oder vollst├Ąndige Verlust der Bauchspeicheldr├╝se und angrenzender Organe kann zahlreiche Probleme nach sich ziehen, die eine teils lebenslange Therapie erfordern. Beispiele:

  • Bildet die Bauchspeicheldr├╝se nach der OP keine Verdauungsenzyme mehr, kommt es zu Verdauungsst├Ârungen mit Durchf├Ąllen und V├Âllegef├╝hl. Abhilfe schaffen Verdauungsenzyme, die zu jeder Mahlzeit einzunehmen sind.
  • Ohne Bauchspeicheldr├╝se ist der Zuckerstoffwechsel gest├Ârt und es entwickelt sich ein Diabetes. Dann ist eine Insulintherapie notwendig.
  • Nach Teilentfernung des Magens kann es passieren, dass sich der Mageninhalt zu rasch in den D├╝nndarm entleert. Das f├╝hrt zu Herzklopfen, Schwindel, Schwei├čausbr├╝chen, Bauchschmerzen, ├ťbelkeit und Erbrechen. Dagegen hilft oft eine angepasste Ern├Ąhrung.

Welche Auswirkungen die Operation hat, ist aber individuell sehr verschieden. Wer wegen Bauchspeicheldr├╝senkrebs operiert wird und anschlie├čend Beschwerden versp├╝rt, sollte diese in jedem Fall den behandelnden ├ärztinnen oder ├ärzten mitteilen.

Palliative Behandlung: Wenn Bauchspeicheldr├╝senkrebs nicht heilbar ist

Meist ist ein neu entdeckter Bauchspeicheldr├╝senkrebs schon so weit fortgeschritten, dass er nicht mehr heilbar ist ÔÇô etwa, weil sich der Tumor nicht vollst├Ąndig entfernen l├Ąsst oder weil er schon gestreut hat. Dann erfolgt eine palliative Behandlung. Dazu geh├Âren:

  • Behandlung tumorbedingter Probleme
  • Schmerzbehandlung
  • Enzym-, Insulin- und Vitamintherapie
  • Ern├Ąhrungstherapie
  • psychosoziale Unterst├╝tzung

Wie die Palliativbehandlung bei Bauchspeicheldr├╝senkrebs im Einzelnen aussieht, entscheidet das Behandlungsteam idealerweise gemeinsam mit der betroffenen Person (und ggf. mit deren Angeh├Ârigen). Dabei sind Vor- und Nachteile der Behandlung sorgf├Ąltig gegeneinander abzuw├Ągen: Oberstes Ziel sollte immer sein, die Lebensqualit├Ąt zu verbessern oder zu erhalten.

H├Ąufig empfehlen Fachleute eine Chemotherapie, um Bauchspeicheldr├╝senkrebs palliativ zu behandeln: Sie verz├Âgert das Krebswachstum und soll das Leben verl├Ąngern sowie die Lebensqualit├Ąt verbessern.

Die hierbei eingesetzten Medikamente rufen jedoch teils starke Nebenwirkungen hervor. Manche davon lassen sich zwar gut behandeln. Trotzdem ist die palliative Chemotherapie nur f├╝r Menschen mit gutem Allgemeinzustand ratsam ÔÇô und nur so lange, bis der Bauchspeicheldr├╝senkrebs fortschreitet oder bis die Behandlung mehr schadet als n├╝tzt.

Ist eine Chemotherapie nicht (mehr) sinnvoll, soll die palliative Behandlung nur noch die Beschwerden statt den Krebs selbst bek├Ąmpfen ÔÇô und das m├Âglichst sanft, also ohne zus├Ątzlich zu belasten. Gegen die Schmerzen allgemein kommen ÔÇô je nach ihrem Ausma├č ÔÇô unterschiedlich starke Schmerzmittel (bzw. Analgetika) zum Einsatz.

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Unter Umst├Ąnden lassen sich Schmerzen auch durch gezielte Bestrahlung von Metastasen oder durch eine Operation lindern. Eine OP kann beispielsweise entlasten, wenn das Pankreaskarzinom die Galleng├Ąnge blockiert oder den Darm einklemmt und dadurch Schmerzen verursacht. Zudem kann eine professionelle psychologische Mitbetreuung helfen, mit dem Krebs und den damit verbundenen Beschwerden umzugehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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