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Elektroenzephalogramm: Was das EEG verrÀt

mp , Anna Besson

Aktualisiert am 01.02.2022Lesedauer: 6 Min.
Eine Ärztin legt einem Patienten ein EEG an.
Mit einem EEG lÀsst sich die HirnaktivitÀt messen. (Quelle: yacobchuk/getty-images-bilder)
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Mit einem EEG lassen sich die Hirnströme sichtbar machen. Dies kann zum Beispiel bei Verdacht auf eine neurologische Erkrankung sinnvoll sein. Lesen Sie, wann ein Elektroenzephalogramm nötig ist und wie die Untersuchung ablÀuft.

Das Wichtigste im Überblick


  • Vorbereitung auf das EEG
  • EEG auswerten: Was verrĂ€t die Messung der Gehirnströme?
  • Wann wird ein EEG eingesetzt?
  • Was bedeutet ein pathologisches EEG?
  • Was passiert, wenn ein EEG auffĂ€llig ist?

Das Gehirn erzeugt, wie einige andere Körperorgane auch, elektrische Signale. Diese GehirnaktivitÀt ist messbar und liefert Hinweise auf neurologische Erkrankungen oder Störungen. Die Hirnströme lassen sich schmerz- und komplikationsfrei mittels EEG erfassen. Die Untersuchung dauert in der Regel nicht lÀnger als 30 Minuten.

Vorbereitung auf das EEG

FĂŒr ein EEG ist es nicht nötig, sich den Kopf zu rasieren. Damit die Elektroden auf der Kopfhaut aber haften, mĂŒssen die Haare frisch gewaschen und trocken sein. Vor der EEG-Untersuchung sollten Sie daher kein Haarspray, Gel oder andere Styling-Produkte fĂŒr das Haar verwenden. Das fĂŒr die Untersuchung verwendete Gel verklebt die Haare ein wenig, weshalb es sinnvoll ist, fĂŒr den Heimweg beispielsweise eine MĂŒtze mitzunehmen. Das Gel lĂ€sst sich aber zu Hause leicht mit dem gewohnten Shampoo auswaschen.

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Medikamente können die EEG-Messung unter UmstĂ€nden beeinflussen. Der Neurologe oder die Neurologin klĂ€rt in der Regel in einem ErstgesprĂ€ch ab, ob im Einzelfall Wechselwirkungen bestehen und ob die Medikamente weiter eingenommen werden können. In manchen FĂ€llen ist es notwendig, die Einnahme fĂŒr eine bestimmte Zeitspanne auszusetzen.

FĂŒr die Messung befestigt die neurologische FachĂ€rztin oder der neurologische Facharzt eine Art Haube am Kopf der zu untersuchenden Person. An der Haube sind 19 bis 21 Elektroden befestigt, die mit einem speziellen Gel bestrichen werden und die an bestimmten Stellen am Kopf die Signale der Nervenzellen messen. Die Elektroden sind ĂŒber Kabel mit dem EEG-GerĂ€t verbunden. Dieses zeichnet die Unterschiede in den erfassten Hirnströmen zwischen jeweils zwei Elektroden auf, die dann in Form von Wellen auf einem Monitor sichtbar sind.

Dient das EEG zur PrĂŒfung der Schlaffunktionen (Polysomnografie), genĂŒgen meist sechs Elektroden, die die Hirnfunktionen wĂ€hrend des Schlafs aufzeichnen.

EEG auswerten: Was verrÀt die Messung der Gehirnströme?

Je nachdem, ob die untersuchte Person wach ist oder schlĂ€ft, sich gerade konzentriert oder erschöpft ist, verĂ€ndert sich die Frequenz der Hirnstromwellen und damit das EEG-Muster fĂŒr die GrundaktivitĂ€t des Gehirns.

Diese lĂ€sst sich bei einem Routine-EEG im Liegen oder im Sitzen durch Ă€rztliches Fachpersonal in der neurologischen Praxis erfassen. Ob das Lösen von Rechenaufgaben oder das Geschlossenhalten der Augen: Je nachdem, welche AktivitĂ€t die Untersuchungsperson wĂ€hrend der Untersuchung durchfĂŒhren soll, werden charakteristische EEG-Muster sichtbar. Diese Muster bilden die AktivitĂ€t der Nervenzellen in den verschiedenen Hirnregionen ab.

Dabei lassen sich fĂŒnf Wellentypen unterscheiden:

  • Die Alpha-Welle ist charakteristisch fĂŒr den wachen Zustand in Ruhe und bei geschlossenen Augen, sie stellt den "Grundrhythmus" dar.
  • Die Beta-Welle tritt im wachen und aufmerksamen Zustand auf.
  • Die Gamma-Welle tritt auf, wenn sich die Person im wachen Zustand stark konzentriert.
  • Die Delta-Welle signalisiert den traumlosen Schlaf.
  • Die Theta-Welle kommt bei SchlĂ€frigkeit oder in leichteren Schlafstadien vor.

Diese Hirnströme ergeben ein individuelles Bild der GrundaktivitÀt des Gehirns. Daher unterscheiden sich auch neurologisch unauffÀllige EEG-Muster von Person zu Person.

Wann wird ein EEG eingesetzt?

Verschiedene Erkrankungen lassen sich mittels EEG feststellen, weshalb diese Diagnosemethode in der Neurologie eine breite Anwendung findet.

Die verschiedenen EEG-Formen bei Epilepsie

Da die fĂŒr die Epilepsie typischen Hirnstromwellen nur wĂ€hrend eines Anfalls messbar sind, ist das EEG zwischen den AnfĂ€llen oft unauffĂ€llig. Bei Verdacht auf Epilepsie besteht wĂ€hrend der EEG-Messung jedoch die Möglichkeit, einen epileptischen Anfall zu simulieren. Dies geschieht im geschĂŒtzten stationĂ€ren Umfeld und unter Ă€rztlicher Überwachung, damit die betroffene Person wĂ€hrend des EEGs nicht fĂ€llt oder sich durch Bisse auf die Zunge selbst verletzt. Wenn nötig, verabreicht die Ärztin oder der Arzt ein krampflösendes Medikament (Antikonvulsivum), um den Anfall zu beenden.

Bei einem solchen Provokations-EEG wird die betroffene Person gebeten, schneller zu atmen (Hyperventilation) oder in starke Lichtblitze zu sehen. Eine andere Form der Provokation ist der Schlafentzug. Dabei muss die stationĂ€r aufgenommene Person ohne UnterstĂŒtzung von koffeinhaltigen GetrĂ€nken wach bleiben. Die Messung erfolgt am Morgen danach.

Das EEG allein eignet sich allerdings nicht zur Diagnose von Epilepsie. DafĂŒr kommen in der Regel weitere Diagnose-Methoden wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder auch die Computertomografie (CT) zum Einsatz.

Auch ĂŒber das mobile Langzeit-EEG lassen sich fĂŒr 24 bis 48 Stunden die Hirnströme im Schlaf messen. Das hat den Vorteil, dass die betroffene Person nicht in einem Schlaflabor zu nĂ€chtigen braucht, sondern einen kleinen EEG-Rekorder erhĂ€lt. Gleichzeitig lassen sich so auch EEG-Muster aufdecken, die bei bestimmten Epilepsie-Formen ĂŒberwiegend nachts auftreten. Hilfreich ist zudem, wenn sich die betroffene Person bei dieser Methode ĂŒber den Tag verteilt Notizen macht, wenn Besonderheiten auftreten. So ist es möglich, entsprechende AusschlĂ€ge im EEG bestimmten Situationen am Tag zuzuordnen.

EEG-Einsatz bei anderen neurologischen Erkrankungen

Das Provokations-EEG lÀsst sich auch bei Verdacht auf Multiple Sklerose (MS) anwenden.

Dabei handelt es sich um eine neurologische, chronisch-entzĂŒndliche Autoimmunerkrankung, bei der die Myelinscheiden, die die Nervenfasern als isolierende Schicht umgeben, Schaden nehmen. Die Myelinscheiden ermöglichen eine besonders schnelle Weiterleitung von Reizen. Setzen die FachĂ€rztin oder der Facharzt einen speziellen Reiz an einem Teil des motorischen Systems, beispielsweise dem Arm, lĂ€sst sich mittels EEG feststellen, ob und wie schnell das so ausgelöste Signal das fĂŒr die BewegungsablĂ€ufe zustĂ€ndige Gehirnareal (Motokortex) erreicht. Dieses Signal zeichnet das EEG-GerĂ€t in bestimmten Wellenhöhen und -lĂ€ngen auf. So lĂ€sst sich abschĂ€tzen, wie stark die Myelinscheiden oder die entsprechenden Nerven geschĂ€digt sind.

Durch die gleiche Form des Provokations-EEG lĂ€sst sich sowohl die SchĂ€digung des Motokortex als auch die SchĂ€digung der Nerven, die fĂŒr die BewegungsablĂ€ufe wichtig sind, ermitteln. Bei der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) handelt es sich um eine nicht heilbare und degenerative Erkrankung der motorischen Nerven.

EEG in der Klinik

In Schlaflaboren stellt das EEG einen Baustein der Untersuchungsreihe dar, um die Schlafphasen zu ĂŒberwachen und so den Grund fĂŒr beispielsweise Schlafstörungen aufzudecken. Dabei geht die Untersuchungsperson wie gewohnt schlafen und ist wĂ€hrenddessen, wie bei dem Routine-EEG, verkabelt. Das EEG misst die Hirnströme ĂŒber die gesamte Schlafdauer. ErgĂ€nzend werden gleichzeitig die Herzfrequenz, die MuskelaktivitĂ€t und die Augenbewegungen aufgenommen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten des EEG bestehen auf der Intensivstation, um hier die Hirnfunktion bewusstloser Menschen zu ĂŒberwachen. Auch wenn eine Organtransplantation ansteht, muss vor der Organentnahme der Hirntod der Spenderin oder des Spenders mittels EEG festgestellt werden. Dieser ist eingetreten, wenn das EEG ĂŒber 30 Minuten eine Null-Linie aufzeichnet.

Manchmal ist es nötig, wĂ€hrend einer Operation in Vollnarkose die Hirnfunktionen durch ein EEG zu ĂŒberwachen.

Was bedeutet ein pathologisches EEG?

Die elektrischen Signale eines gesunden Gehirns weisen fĂŒr den jeweiligen Bewusstseinszustand oder die AktivitĂ€t des Menschen typische VerlĂ€ufe und Muster auf. Im EEG-Labor achten Ärztinnen und Ärzte und das medizinische Fachpersonal besonders darauf, wie hĂ€ufig die Hirnstromwellen auftreten (Frequenz) und welche Höhe (Amplitude) sie dabei erreichen.

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Neurologische Erkrankungen weisen meist ein geĂ€ndertes, fĂŒr die Erkrankung typisches Muster auf. Dieses tritt meist plötzlich auf und ist dadurch auffĂ€llig. Dann sprechen die neuromedizinischen Fachleute von einem pathologischen EEG.

Ein pathologisches EEG liegt beispielsweise bei einem Menschen vor, der unter Epilepsie leidet. Epilepsie ist der Sammelbegriff verschiedener Funktionsstörungen des Gehirns. Diese Störungen lassen sich durch ihre typischen Wellenformen erkennen. So zeigen sich bei betroffenen Menschen, die unter KrampfanfÀllen leiden, sogenannte Spike-Wellen. Diese folgen rasch aufeinander und steigen dabei spontan steil und hoch an. Bei einer anderen Epilepsieform, bei der es zu einer nur kurz andauernden Bewusstseinsstörung (Abscence) kommt, wechseln sich im EEG Spitzen mit Wellen ab.

Misst das EEG bei einem wachen Menschen einen verlangsamten Grundrhythmus der Hirnströme, kann dies auf eine Vergiftung oder eine EntzĂŒndung des Gehirns hinweisen. Nur örtlich auftretende VerĂ€nderungen der HirnaktivitĂ€t (Herdbefund) deuten hingegen auf strukturelle SchĂ€den des Gehirns hin. Diese sind möglicherweise die Folge eines Tumors, eines SchĂ€del-Hirn-Traumas nach einem Unfall oder eines Schlaganfalls (Apoplex).

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Was passiert, wenn ein EEG auffÀllig ist?

Fallen pathologische EEG-Muster auf, klĂ€rt die behandelnde FachĂ€rztin oder der behandelnde Facharzt ĂŒber weitere Untersuchungen oder bestehende Behandlungsmöglichkeiten auf. Gegebenenfalls ist eine Überweisung an eine Praxis mit entsprechender Fachrichtung nötig.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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