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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wann ein Bypass nötig ist und wie die OP ablÀuft

mp , Nica Trappe

Aktualisiert am 23.02.2022Lesedauer: 6 Min.
Arzt erklÀrt einem Patienten etwas anhand eines Herzmodells
Die Bypass-OP wird im Vorfeld sorgfÀltig geplant. (Quelle: SDI Productions/getty-images-bilder)
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Ein Bypass ist eine Art “Umgehungsstraße”, die Engstellen in den GefĂ€ĂŸen ĂŒberbrĂŒckt – etwa in den HerzkranzgefĂ€ĂŸen. Lesen Sie, wie die Bypass-Operation ablĂ€uft und was zu beachten ist.

Das Wichtigste im Überblick


Bypass bedeutet wörtlich ĂŒbersetzt “Umgehung”. Meist kommt ein Bypass bei Engstellen der HerzkranzgefĂ€ĂŸe (Koronararterien) zum Einsatz. Haben sich diese GefĂ€ĂŸe durch Ablagerungen verengt oder komplett verschlossen, bekommt der Herzmuskel nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Das schrĂ€nkt die körperliche Belastbarkeit ein und kann zu EngegefĂŒhlen in der Brust (Angina Pectoris) und Atemnot fĂŒhren. Langfristig kann ein Herzinfarkt die Folge sein.

Ein Bypass steuert dagegen, indem er die Engstellen ĂŒberbrĂŒckt und die Blutversorgung des Herzens verbessert. Insgesamt gehört die Bypass-Operation zu den hĂ€ufigsten herzchirurgischen Eingriffen.

Der Bypass selbst besteht aus körpereigenem Gewebe – also intakten BlutgefĂ€ĂŸen, die als “BrĂŒcke” gut passen und an ihrem ursprĂŒnglichen Ort entbehrlich sind. Meist wĂ€hlt die Chirurgin oder der Chirurg dazu eine Brustwandarterie (Arteria mammaria interna) und bei Bedarf eine oberflĂ€chliche Beinvene (Vena saphena magna) oder eine Arterie des Armes (Arteria radialis).

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Manchmal kommen BypĂ€sse auch bei GefĂ€ĂŸverschlĂŒssen in den Beinen zum Einsatz: bei der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt. In diesem Text liegt der Fokus vor allem auf dem Herz-Bypass.

Vor der Bypass-OP: Welche Untersuchungen sind notwendig?

Eine Bypass-Operation erfordert eine sorgfĂ€ltige Vorbereitung. ZunĂ€chst untersucht das medizinische Fachpersonal das Herz und die umgebenden GefĂ€ĂŸe mit einem Herzkatheter. Dieser besteht aus einer winzigen Kamera an einem dĂŒnnen Schlauch, den die Untersuchenden durch die BlutgefĂ€ĂŸe schieben. So können sie sehen, wo genau die Engstellen liegen und wie sie beschaffen sind.

ZusĂ€tzlich ĂŒberprĂŒft eine Kardiologin oder ein Kardiologe das Herz im Vorfeld mit einem UltraschallgerĂ€t. So lassen sich zusĂ€tzliche Herzerkrankungen (etwa der Herzklappen) entdecken, die das Chirurgenteam bei der Operation gegebenenfalls direkt mitbehandelt. DarĂŒber hinaus untersuchen die Ärztinnen und Ärzte mit einer speziellen Ultraschallmethode, dem Doppler-Ultraschall, die hirnversorgenden GefĂ€ĂŸe im Hals. Bei Bedarf werden auch die Beinvenen und Armarterien begutachtet, die als Material fĂŒr den Bypass infrage kommen.

Auch eine Blutuntersuchung, ein Elektrokardiogramm (EKG) sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) gehören zu den vorbereitenden Untersuchungen im Vorfeld einer Bypass-OP. Anhand der Ergebnisse entscheidet das Ärzteteam, ob eine Operation am offenen Herzen nötig ist oder ob ein kleinerer (minimalinvasiver Eingriff) die bessere Wahl ist.

Wie lÀuft die Bypass-OP ab?

Erfolgt die Bypass-Operation am offenen Herzen, ist eine Vollnarkose nötig. Sobald die Narkose Wirkung zeigt, öffnet die Chirurgin oder der Chirurg das Brustbein mit einem mittigen LĂ€ngsschnitt (mediane LĂ€ngs-Sternotomie). Zur gleichen Zeit entnimmt gegebenenfalls ein weiteres Mitglied des OP-Teams mit möglichst kleinen Schnitten die geplanten BlutgefĂ€ĂŸe aus dem Arm oder Bein.

Das Herz selbst legen die Operierenden – je nach OP-Technik – vorĂŒbergehend still. Die Arbeit des Organs ĂŒbernimmt in der Zeit eine Herz-Lungen-Maschine. Sobald es nicht mehr schlĂ€gt, setzt die Herzchirurgin oder der Herzchirurg den Bypass. Bei einem GefĂ€ĂŸverschluss am Herzen wird fĂŒr das Transplantat in den meisten FĂ€llen entweder eine Beinvene oder eine Armarterie genutzt. Der oder die Operierende vernĂ€ht das passende GefĂ€ĂŸstĂŒck an einem Ende mit der Hauptschlagader (Aorta), am anderen mit dem betroffenen HerzkranzgefĂ€ĂŸ.

Ist die vordere absteigende Koronararterie verschlossen, dient meist die linke Brustwandarterie, Arteria mammaria interna, als “Umleitung” Fachleute sprechen von einem LIMA-Bypass . Dieser Bypass hat den Vorteil, dass die genutzte Arterie direkt transplantiert werden kann, ohne zunĂ€chst ein TeilstĂŒck entfernen zu mĂŒssen. Sie liegt nahe am Herzen und entspringt an der SchlĂŒsselbeinarterie, wo sie fĂŒr den Bypass auch verbleibt. Die Herzchirurgin oder der Herzchirurg verbindet lediglich das untere Ende der Brustwandarterie mit dem vorderen KoronargefĂ€ĂŸ.

Nach einer PrĂŒfung, ob das Blut ungehindert durch die neue ÜberbrĂŒckung fließt, setzt das OP-Team das Herz mithilfe eines Herzschrittmachers wieder in Gang und koppelt die GefĂ€ĂŸe von der Herz-Lungen-Maschine ab. Um das knöcherne Brustbein wieder zu verschließen, setzen die Ärztinnen und Ärzte spezielle DrĂ€hte (Drahtcerclagen) ein.

In manchen FĂ€llen – etwa, wenn nur die linke vordere Koronararterie betroffen ist, – ist auch eine minimalinvasive Bypass-OP möglich. Dann muss die Chirurgin oder der Chirurg den Brustkorb nicht vollstĂ€ndig öffnen, sondern arbeitet ĂŒber einen kleinen Schnitt unterhalb der linken Brust. Das Herz schlĂ€gt unterdessen weiter. Diese Art der Bypass-Operation nennt man in der Medizin auch MIDCAB (“Minimally Invasive Direct Coronary Artery Bypass”). Sie kommt meist bei einem LIMA-Bypass zum Einsatz.

Wie lange dauert eine Bypass-OP am Herzen?

FĂŒr eine Bypass-OP am offenen Herzen plant das Ärzteteam meist drei bis vier Stunden ein. Manchmal werden in einer Operation gleich mehrere BypĂ€sse gelegt oder zeitgleich weitere Erkrankungen wie Herzklappenfehler behandelt – dann können Sie mit einer lĂ€ngeren OP-Dauer rechnen. In unkomplizierten FĂ€llen und bei minimalinvasiven Verfahren verkĂŒrzt sich die Operationsdauer auf circa zwei Stunden.

Nach einer Bypass-OP betreut und ĂŒberwacht das Personal Sie zunĂ€chst fĂŒr ein bis drei Tage auf der Intensivstation und verlegt Sie anschließend auf die Normalstation. So können die Behandelnden sichergehen, dass das Herz-Kreislauf-System wieder reibungslos in Gang kommt.

Bypass-OP: Wie lang dauert es, bis man sich erholt hat?

Insgesamt können Sie nach einer Bypass-OP mit einem Krankenhausaufenthalt von sechs bis acht Tagen rechnen. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt ist eine Reha empfehlenswert, damit Sie sich erholen und das Herz-Kreislauf-System kontrolliert wieder trainieren können. Diese ist meist auf drei bis vier Wochen angelegt und umfasst auch eine psychologische Betreuung und eine ErnÀhrungsberatung. In der Regel haben die Betroffenen sich danach ausreichend erholt, um ihr Leben mit den gewohnten AlltagsaktivitÀten wieder aufzunehmen.

Wie gefÀhrlich ist eine Bypass-OP?

Die Bypass-Operation zĂ€hlt heute zu den Routineeingriffen, sodass unvorhergesehene Komplikationen inzwischen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig selten sind. Dennoch handelt es sich um einen großen Eingriff in das Herz-Kreislauf-System, der verschiedene Risiken mit sich bringt. So kann es wĂ€hrend der Operation zu einem Herzinfarkt kommen, seltener auch zu einem Schlaganfall.

Nach der OP treten gelegentlich Herzrhythmusstörungen auf, die eine Behandlung mit Medikamenten erfordern. Zudem sind – wie bei jeder Operation – Komplikationen wie Nachblutungen und Wundinfektionen möglich. Nach einer Bypass-Operation nehmen Patientinnen und Patienten in aller Regel Medikamente ein, die das Risiko von Komplikationen verringern, zum Beispiel Gerinnungshemmer wie AcetylsalicylsĂ€ure (ASS).

Generell beeinflussen einige Faktoren das Risiko fĂŒr Komplikationen: Es steigt, wenn das Herz eine schwache Pumpleistung oder bereits mehrere Operationen hinter sich hat. Auch Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Lungen- und Nierenerkrankungen gelten als Risikofaktoren, ebenso wie Tabakkonsum und ein hohes Lebensalter.

Wie lange kann man mit einem Bypass leben?

Im Durchschnitt hÀlt ein Bypass etwa 15 bis 20 Jahre. Die medizinische Erfahrung zeigt inzwischen, dass Arterien als Bypassmaterial eine lÀngere Lebensdauer haben als Venen; daher kommen Beinvenen heute seltener zum Einsatz. Auch körperfremdes Material (etwa Kunststoff) hat sich auf Dauer nicht bewÀhrt. Inzwischen gibt es neue Versuche mit speziellen 3D-Biodruckern. Langzeitstudien mit diesen BypÀssen stehen noch aus.

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Wichtig ist, dass Sie selbst Einfluss darauf haben, wie lang Ihr Bypass hĂ€lt: Eine gesunde ErnĂ€hrung mit wenig Salz und tierischen Fetten beugt neuen Ablagerungen in den BypĂ€ssen vor. Auch wenn Sie auf das Rauchen verzichten und sich – angepasst auf Ihre körperliche Fitness – regelmĂ€ĂŸig bewegen, können Sie mit einem Bypass lĂ€nger gesund leben. Außerdem ist es ratsam, regelmĂ€ĂŸig die Kontrolltermine bei Ihrem Kardiologen oder Ihrer Kardiologin wahrzunehmen.

Wann ist eine Bypass-OP nicht möglich?

Ob eine Bypass-Operation bei Ihrer individuellen Erkrankung die richtige Maßnahme ist, beurteilen die Ärztinnen und Ärzte anhand verschiedener Faktoren und Untersuchungsergebnisse. Unter anderem kommt es darauf an, welche HerzkranzgefĂ€ĂŸe erkrankt sind und welche alternativen Techniken infrage kommen. Zum Beispiel reicht es manchmal, die betroffenen Arterien mit einem sogenannten Ballonkatheter zu weiten oder als ÜberbrĂŒckung ein kleines Röhrchen – einen sogenannten Stent – einzusetzen. Diese Eingriffe sind weniger belastend als eine Bypass-Operation.

Zwar gibt es prinzipiell kein Höchstalter mehr fĂŒr Bypass-Operationen. Bei sehr alten oder stark vorerkrankten Personen kann es jedoch sein, dass die Ärztin oder der Arzt von einer OP abrĂ€t, da die möglichen Risiken den zu erwartenden Nutzen ĂŒberwiegen. In anderen FĂ€llen gestaltet sich die Suche nach geeigneten GefĂ€ĂŸen als Bypassmaterial schwierig. Insgesamt ist es sinnvoll, wenn Sie sich im Rahmen der Voruntersuchungen zur Bypass-OP gut beraten lassen, um mit einem guten und sicheren GefĂŒhl in die Operation zu gehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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