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Habe ich MigrÀne oder nur "normale" Kopfschmerzen?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 21.02.2022Lesedauer: 5 Min.
MigrĂ€neattacke-Illustration: Bei einer MigrĂ€neattacke haben Betroffene oft das GefĂŒhl, ein "Gewitter im Kopf" zu haben. Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und stark pulsierende Schmerzen sind typisch.
Bei einer MigrĂ€neattacke haben Betroffene oft das GefĂŒhl, ein "Gewitter im Kopf" zu haben. Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und stark pulsierende Schmerzen sind typisch. (Quelle: peterschreiber.media/getty-images-bilder)
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Wenn plötzlich heftige Kopfschmerzattacken auftreten, denken viele zuerst an MigrĂ€ne. Doch nicht immer ist diese Selbstdiagnose richtig. Denn es gibt viele Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihren Symptomen teilweise stark Ă€hneln. FĂŒr den Laien ist es daher oft schwer erkennbar, um welche Form von Kopfschmerz es sich handelt.

Experten unterscheiden ĂŒber 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Am hĂ€ufigsten lassen Spannungskopfschmerzen und MigrĂ€ne den Kopf brummen. WĂ€hrend Spannungskopfschmerzen oft durch Stress ausgelöst werden und meist rasch wieder abklingen, handelt es sich bei MigrĂ€ne um ein Krankheitsbild, das Betroffene in ihrem Leben stark einschrĂ€nken kann.


Spannungskopfschmerzen: Sport kann Schmerzen vorbeugen

RegelmĂ€ĂŸiges Joggen oder andere körperliche BetĂ€tigung kann Kopfschmerzen vorbeugen.
Kurze Strecken mit dem Fahrrad zu fahren eignet sich gut, um Sport in den Alltag zu integrieren.
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Spannungskopfschmerzen sind hÀufigste Kopfschmerzart

Kopfschmerzen kennt wohl jeder: Oft plagt ein dumpfer, drĂŒckender oder ziehender Schmerz, der sich wie eine Haube um den Kopf legt. Bei diesem Beschwerdebild handelt es sich um Spannungskopfschmerzen. Der Spannungskopfschmerz ist in der Bevölkerung der hĂ€ufigste Kopfschmerz. Nahezu jeder Mensch kennt ihn. Die zweithĂ€ufigste Kopfschmerzform ist die MigrĂ€ne.

"Bei Spannungskopfschmerzen geht man von LebenszeitprĂ€valenzen von etwa 80 Prozent aus. Das bedeutet aber nicht, dass alle diese Menschen unter den Kopfschmerzen leiden. Sehr viele haben nur gelegentlich einen Spannungskopfschmerz, mit dem sie gut zurechtkommen", erklĂ€rt Dr. Charly Gaul, GeneralsekretĂ€r und Pressesprecher der Deutschen MigrĂ€ne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). "Die MigrĂ€ne hingegen ist die hĂ€ufigste Kopfschmerzerkrankung, die zum Arzt fĂŒhrt. Betroffen sind etwa 15 bis 20 Prozent aller Frauen sowie fĂŒnf bis acht Prozent aller MĂ€nner in Deutschland."

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Spannungskopfschmerz oder MigrÀne?

Beide Kopfschmerzarten unterscheiden sich in ihrem Schmerzbild. Betroffene von Spannungskopfschmerzen haben oft das GefĂŒhl, eine "Schraubzwinge" um den Kopf zu haben. Der Kopfschmerz wird als leicht bis mittelstark und dumpf-drĂŒckend beschrieben. Meist schmerzt der gesamte Kopf. "Spannungskopfschmerzen können zwischen 30 Minuten und bis zu sieben Tagen anhalten. Ein kleiner Teil der Betroffenen leidet unter einem chronischen Spannungskopfschmerz, das heißt die Kopfschmerzen bestehen nahezu tĂ€glich", sagt Gaul.

MigrĂ€nepatienten hingegen stufen die SchmerzintensitĂ€t als mittelstark bis stark ein. Sie beschreiben einen pochenden, pulsieren oder hĂ€mmernden Schmerz, wie durch einen "Presslufthammer" verursacht. Der MigrĂ€ne-Kopfschmerz tritt in der Regel einseitig auf – meist im vorderen Kopfbereich. "Die MigrĂ€ne ist durch Schmerzattacken gekennzeichnet, die mehrere Stunden und bis zu drei Tage anhalten können", sagt der Kopfschmerzexperte. MigrĂ€ne kann bereits im Kindesalter auftreten und bis ins hohe Alter bestehen.

Typische Auslöser beider Kopfschmerzarten

Stress ist sowohl bei Spannungskopfschmerzen als auch bei MigrĂ€ne ein hĂ€ufiger Auslöser. Spannungskopfschmerzen können außerdem durch stickige Luft, eine zu geringe FlĂŒssigkeitszufuhr, Schlafmangel, muskulĂ€re Verspannungen oder eine Überanstrengung der Augen – etwa durch lange Bildschirmarbeit – verursacht sein.

Bei MigrĂ€ne gilt eine genetische Veranlagung als Ursache gesichert. FĂŒr MigrĂ€neattacken werden sowohl entzĂŒndliche als auch durchblutungsbedingte Krankheitsmechanismen verantwortlich gemacht. Auf Grundlage dieser Veranlagung lösen bestimmte Reize, sogenannte Trigger, MigrĂ€neattacken aus. Manche MigrĂ€neattacken kommen auch aus heiterem Himmel ohne erkenntlichen Auslöser. Zu den möglichen MigrĂ€ne-Triggern gehören laut dem Kopfschmerzexperten unter anderem:

  • bei Frauen hormonelle EinflĂŒsse wie die Regelblutung
  • Stress und besonders Stressabfall
  • Auslassen von Mahlzeiten (Fasten)
  • Genuss von Alkohol
  • SchlafunregelmĂ€ĂŸigkeiten
  • Wechselschichtdienst
  • WetterfĂŒhligkeit
  • einige Nahrungsmittel, etwa glutamathaltige Lebensmittel

Diese Begleitsymptome sind typisch

Die hÀufigste Verlaufsform von Spannungskopfschmerzen ist das gelegentliche (episodische) Auftreten. Das bedeutet: Der Spannungskopfschmerz tritt an weniger als zwölf Tagen im Jahr auf und dauert zwischen 30 Minuten und sieben Tagen. Spannungskopfschmerzen sind zwar unangenehm, schrÀnken die Betroffenen aber nicht stÀrker in ihrem Alltag ein. Spannungskopfschmerzen sind in der Regel nicht von weiteren belastenden Symptomen begleitet.

Bei MigrĂ€ne können die Kopfschmerzattacken so intensiv sein, dass Betroffene "flach liegen". Sie können nicht mehr am Alltag teilnehmen. Sie suchen Ruhe und Dunkelheit und legen sich ins Bett. Oft klagen MigrĂ€nepatienten ĂŒber eine verstĂ€rkte Licht- und LĂ€rmempfindlichkeit sowie Geruchsempfindlichkeit. Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen, ebenso MĂŒdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen. Ein weiterer MigrĂ€nebegleiter ist die sogenannte Aura. Diese tritt in der Regel vor einer MigrĂ€neattacke auf und ist gekennzeichnet durch Sehstörungen, Lichtblitze, SehfeldausfĂ€lle, Wortfindungsstörungen, Missempfindungen der Haut und Schwindel. "Beim Abklingen der Aura beginnt der MigrĂ€ne-Kopfschmerz", erklĂ€rt Gaul.

Was hilft bei Spannungskopfschmerzen und MigrÀne?

In vielen FĂ€llen hilft ein Spaziergang an der frischen Luft, eine Tasse Kaffee (Koffein) oder ein großes Glas Wasser, den Spannungsschmerz zu lindern. Mit der Verwendung von Pfefferminzöl – in kleiner Menge auf die SchlĂ€fen aufgetragen – haben viele Spannungskopfschmerz-Betroffene ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Lindert das den Schmerz nicht, kann bei starken Spannungskopfschmerzen die Einnahme eines Schmerzmittels in Betracht gezogen werden, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol. Wichtig: Schmerzmittel sollten nicht öfter als an zehn Tagen im Monat und nicht lĂ€nger als drei Tage hintereinander eingenommen werden. Eine zu hĂ€ufige Schmerzmitteleinnahme kann Kopfschmerzen verursachen. Es handelt sich dann um einen Kopfschmerz durch MedikamentenĂŒbergebrauch.

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MigrĂ€ne-Betroffenen tun vor allem Ruhe, Dunkelheit und Schlaf gut. Körperliche Bewegung kann die Kopfschmerzen verschlimmern. "Es ist typisch fĂŒr die MigrĂ€ne, dass der Kopfschmerz bei körperlicher AktivitĂ€t zunimmt. Die Ursachen fĂŒr diese Reaktion des Gehirns auf körperliche AktivitĂ€t ist nicht geklĂ€rt", sagt Gaul. "Bewegung und Sport als ausgleichende Maßnahme, um Kopfschmerzen vorzubeugen und die HĂ€ufigkeit zu verringern, ist sowohl bei episodischen und chronischen Spannungskopfschmerzen als auch bei MigrĂ€ne gut wirksam. Die sportliche AktivitĂ€t sollte dann regelmĂ€ĂŸig erfolgen und der Trainingsaufbau muss an die körperliche Fitness angepasst sein."

(Quelle: Privat)


Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul ist GeneralsekretĂ€r und Pressesprecher der Deutschen MigrĂ€ne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). Der zertifizierte DMKG Kopf- und Gesichtsschmerzexperte sowie Facharzt fĂŒr Neurologie und Spezielle Schmerztherapie ist am Kopfschmerzzentrum Frankfurt am Main tĂ€tig.

MigrÀneattacken: "Gewitter im Kopf" verhindern

Die Vermeidung von bekannten Triggern ist bei MigrĂ€ne eine wichtige vorbeugende Maßnahme, damit das "Gewitter im Kopf" nicht so hĂ€ufig auftritt. Die Betroffenen wissen meist, welche Faktoren einen MigrĂ€neanfall provozieren. Die medikamentöse MigrĂ€nebehandlung wiederum setzt sich zusammen aus der medikamentösen Akuttherapie und der medikamentösen Vorbeugung von MigrĂ€neattacken. Bei leichten MigrĂ€neattacken helfen meist nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR, wie Ibuprofen, Diclofenac, AcetylsalicylsĂ€ure oder Naproxen. In schwereren FĂ€llen wird ein Triptan (MigrĂ€nemittel) gegeben. HĂ€ufig werden zusĂ€tzlich PrĂ€parate gegen die Übelkeit wĂ€hrend der Schmerzattacke eingenommen. Auch nehmen viele Betroffene Medikamente, die dabei helfen sollen, die HĂ€ufigkeit der Kopfschmerzattacken zu reduzieren. Auch helfen sie, der Entstehung eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes vorzubeugen.

Wann mit Kopfschmerzen zum Arzt?

Betroffene mit Kopfschmerzen sollten immer dann zum Arzt gehen, wenn plötzlich extrem starke Kopfschmerzen auftreten, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen, eine Kopfverletzung vorausgegangen ist, Nackensteifigkeit, Fieber, Sehprobleme und Sehstörungen hinzukommen oder wenn die Kopfschmerzattacken in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden wiederkehren. "Auch Verwirrtheit, Benommenheit und BewusstseinstrĂŒbung im Zusammenhang mit Kopfschmerzen sind ein Warnsignal, das Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden sollte", sagt Gaul.

Achtung Schlaganfall

Plötzlich auftretende und ungewohnt starke Kopfschmerzen können mit einem Schlaganfall in Zusammenhang stehen. Um rasch Hinweise auf einen Schlaganfall zu bekommen, haben Mediziner den FAST-Test entwickelt:

Face (Gesicht): Bitten Sie die betroffene Person zu lÀcheln. Ist im Gesicht eine HalbseitenlÀhmung erkennbar? Oft hÀngt ein Mundwinkel herab. Der oder die Betroffene kann seine Mimik nicht mehr steuern.

Arms (Arme): Bitten Sie die betroffene Person die Arme mit den HandflÀchen nach oben gedreht nach vorne auszustrecken. Aufgrund der HalbseitenlÀhmung kann der oder die Betroffene nicht mehr beide Arme heben.

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Speech (Sprache): Bitten Sie die betroffene Person einen einfachen Satz nachzusprechen. Die Sprache ist meist verwaschen. Der oder die Betroffene kann nicht mehr gut sprechen.

Time (Zeit): Hat er oder sie mit einer oder mehreren dieser Aufgaben Schwierigkeiten, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall. Jetzt zÀhlt jede Sekunde. WÀhlen Sie rasch den Notruf 112.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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