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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wie trockene Haut entsteht und was hilft

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 17.03.2022Lesedauer: 12 Min.
Ein Mann cremt sich die Haut unter den Augen ein.
An der dĂŒnnen Haut um die Augen zeigt sich Trockenheit besonders deutlich. (Quelle: Ridofranz/getty-images-bilder)
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Vor allem die Haut an HÀnden und Beinen sowie um die Augen und im restlichen Gesicht neigt zur Trockenheit. Wir erklÀren, was noch hinter schuppigen Flecken und Juckreiz stecken kann, und welche Rolle die ErnÀhrung spielt.

Das Wichtigste im Überblick


Trockene Haut ist nicht nur ein kosmetisches Problem: Meist spannen, brennen und jucken die betroffenen Hautareale auch, zudem reißen sie leicht auf und entzĂŒnden sich.


Wenn Pflege die Haut krank macht

Bloß nicht eincremen: Am besten heilt eine Periorale Dermatitis, wenn Betroffene ihrer Haut eine Art NulldiĂ€t verordnen.
Zu viel ist nicht gesund: Ein Übermaß an Pflege- und Kosmetikprodukten kann die Periorale Dermatitis verursachen.
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Die Betroffenen greifen dann meist zur Creme. Und tatsĂ€chlich können Cremes – sofern sie die richtigen Stoffe enthalten – die Beschwerden lindern, allerdings nur kurzfristig. Um die Haut langfristig gesund zu halten, gilt es, die genaue Ursache der Trockenheit zu finden und zu behandeln.

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Die Haut ist aus mehreren Schichten zusammengesetzt. Wichtig fĂŒr ihren Schutz ist zum einen der fettige "Mörtel", der die Hornzellen in der obersten Schicht miteinander verbindet. Zum anderen ist die Haut auf ihren SĂ€ureschutzmantel angewiesen, der sie als hauchdĂŒnner Film abdeckt und vor dem Austrocknen bewahrt.

Der Mörtel zwischen den Hornzellen besteht unter anderem aus bestimmten Eiweißen (Keratinen) sowie aus Cholesterin, Ceramiden und freien FettsĂ€uren. DarĂŒber hinaus enthĂ€lt er wasserbindende Stoffe wie Harnstoff, HyaluronsĂ€ure und AminosĂ€uren, die auch als Feuchthaltefaktoren bezeichnet werden.

Der SĂ€ureschutzmantel besteht aus den Sekreten der SchweißdrĂŒsen und der TalgdrĂŒsen, welche in tieferen Hautschichten sitzen. Seine Hauptbestandteile sind verschiedenartige Fette, Eiweiße, Wasser, Harnstoff und MilchsĂ€ure.

Ursachen fĂŒr trockene Haut

Zu einem Teil ist die Beschaffenheit der Haut erblich bedingt: Manche Menschen haben eine angeborene Tendenz zu fettiger Haut, bei anderen neigt die Haut zur Trockenheit.

Die Erbanlagen bestimmen nĂ€mlich unter anderem, wie viel Schweiß jemand absondert und wie viel Fett die Haut produziert. Fast immer lĂ€sst sich trockene Haut jedoch auch auf Ă€ußere EinflĂŒsse zurĂŒckfĂŒhren.

HĂ€ufige Ursachen fĂŒr trockene Haut sind:

  • trockene Luft (etwa in beheizten und klimatisierten InnenrĂ€umen)
  • KĂ€lte, weil die Haut im Winter weniger Talg bildet und dieser bei niedrigen Temperaturen dickflĂŒssiger ist, sich also schlechter verteilt
  • VerĂ€nderungen im Hormonhaushalt, da Hormone die TalgdrĂŒsen beeinflussen: Bei einer erhöhten Konzentration mĂ€nnlicher Geschlechtshormone bilden sie mehr Talg.
  • stĂ€ndiges Waschen und Duschen
  • starke UV-Strahlung, die die Hautbarriere schĂ€digen kann
  • Rauchen, weil es die Durchblutung stört: Die Haut wird dann schlechter mit NĂ€hrstoffen versorgt, die sie braucht, um ihre Barriere aufrechtzuerhalten.
  • FlĂŒssigkeitsmangel, etwa wenn jemand zu wenig trinkt

Manchmal steckt auch eine Erkrankung hinter dem Problem. Zum einen gibt es verschiedene Hautkrankheiten, bei denen die Haut trocken wird, sich entzĂŒndet, schuppt, brennt und juckt, etwa:

  • Neurodermitis
  • Kontaktallergie
  • Schuppenflechte
  • Infektionen mit Pilzen, Parasiten oder Bakterien

Zum anderen können auch innere Erkrankungen zu trockener Haut fĂŒhren. Etwa, wenn sie den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen oder bewirken, dass der Körper vermehrt Wasser ausscheidet oder die Nahrung nicht richtig verwerten kann.

Beispiele fĂŒr Krankheiten, die oft mit trockener Haut einhergehen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Nierenerkrankungen
  • Erkrankungen der Leber und/oder Gallenwege
  • Darmerkrankungen
  • SchilddrĂŒsenerkrankungen
  • Krebserkrankungen

DarĂŒber hinaus können gewisse Medikamente als Nebenwirkung trockene Haut verursachen. Dazu zĂ€hlen etwa das Aknemittel Isotretinoin, harntreibende Mittel (Diuretika) sowie Antiandrogene (Arzneien, die die Wirkung mĂ€nnlicher Hormone hemmen).

Trockene Hautstellen im Gesicht: Was tun bei schuppigen Flecken?

Eigentlich ist die Haut im Gesicht gut vor Trockenheit geschĂŒtzt: Das Gesicht zĂ€hlt neben der Kopfhaut, der Brust und dem Intimbereich zu den Körperstellen, an denen sich die meisten TalgdrĂŒsen befinden.

Andererseits ist das Gesicht zugleich besonders anfĂ€llig fĂŒr BeeintrĂ€chtigungen durch strapaziöse UmwelteinflĂŒsse wie Hitze, UV-Strahlung und trockene Luft. Hinzu kommt, dass viele Menschen ihr Gesicht tĂ€glich waschen oder mit Reinigungsprodukten wie Gesichtswasser sĂ€ubern, mitunter morgens und abends.

All das kann dazu fĂŒhren, dass die Haut im Gesicht austrocknet – trotz der hohen Dichte an TalgdrĂŒsen. Mitunter ist dann nicht die ganze Gesichtshaut trocken, sondern nur einzelne Hautstellen. Diese Flecken können schuppig erscheinen und auch jucken.

Im besten Fall erholen sich die Bereiche, wenn die Betroffenen sie so gut wie möglich vor reizenden Stoffen und Strapazen schĂŒtzen und sorgfĂ€ltig pflegen. Zur Reinigung reicht in der Regel lauwarmes Wasser. Alternativ eignen sich milde Reinigungsprodukte ohne Alkohol und Seife, deren SĂ€uregehalt dem der Haut entspricht (zu erkennen am Hinweis "pH 5,5" oder "pH-hautneutral").

Welche Pflegeprodukte bei trockener Haut im Gesicht helfen können, erfahren Sie im Kapitel "Welche Cremes fĂŒr trockene Haut?". Wichtig ist vor allem, dass die Creme hautĂ€hnliche Fette und Feuchthaltefaktoren liefert. ZusĂ€tzlich kann eine parfumfreie Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor nötig sein.

Wichtig: Bilden sich immer wieder schuppende Flecken, die sich entzĂŒnden, nĂ€ssen und jucken, so kann dies ein Hinweis auf eine Hautkrankheit sein – zum Beispiel Neurodermitis. In dem Fall helfen handelsĂŒbliche Cremes nicht aus, sondern das Problem gehört in professionelle HĂ€nde: Nur eine HautĂ€rztin oder ein Hautarzt kann beurteilen, welche Erkrankung dahintersteckt und welche Behandlung geeignet ist.

Was noch hinter "trockenen" Hautstellen im Gesicht stecken kann

Manchmal sind schuppige Flecken im Gesicht kein Anzeichen fĂŒr Trockenheit, sondern im Gegenteil: fĂŒr eine allzu große Menge an Hautfett. Denn wenn die TalgdrĂŒsen der Haut zu viel Talg produzieren, kann sich die Haut entzĂŒnden.

Dann bilden sich schuppende, gelblich glÀnzende und mitunter auch gerötete Flecken. Der Fachbegriff lautet seborrhoisches Ekzem.

AnfĂ€llig dafĂŒr sind vor allem Hautstellen mit vielen TalgdrĂŒsen, wie etwa

  • die Falten zwischen NasenflĂŒgeln und Mundwinkeln (Nasolabialfalten),
  • das Kinn,
  • der Haaransatz sowie
  • der Bereich um die und zwischen den Augenbrauen.

Anders als etwa eine atopische Dermatitis (Neurodermitis) und andere Krankheiten, die zu Hauttrockenheit fĂŒhren, geht ein seborrhoisches Ekzem nicht mit Juckreiz einher. Und auch wenn es schuppt, ist es nicht trocken. Entsprechend schaffen fettige Cremes keine Abhilfe.

Stattdessen wird die HautĂ€rztin oder der Hautarzt zur Behandlung Cremes mit SalicylsĂ€ure oder entzĂŒndungshemmenden Wirkstoffen empfehlen, welche die Beschwerden lindern können.

Trockene Haut unter den Augen und am Augenlid

Wenn die Haut insgesamt zur Trockenheit neigt, wirft sie im Bereich um die Augen besonders schnell FĂ€ltchen. Das liegt daran, dass die Haut am oberen Augenlid und unter den Augen dĂŒnner ist als in anderen Bereichen des Gesichts.

Wenn die Trockenhaut nur die Haut um die Augen betrifft, kann das daran liegen, dass die oder der Betroffene die Augen zu oft oder mit zu aggressiven Produkten reinigt.

Die Ursache kann aber auch eine EntzĂŒndung der Lidhaut sein, ausgelöst durch eine Kontaktallergie, also eine allergische Reaktion. Diese kann sich zum Beispiel gegen Reizstoffe in Shampoos, Pflegecremes, Kosmetika oder KontaktlinsenflĂŒssigkeit richten.

Manchmal sind jedoch Handseifen, Handcremes, Nagellackentferner, Desinfektionsmittel oder andere Stoffe auf den Fingern schuld – denn viele Menschen reiben sich mehrmals tĂ€glich unbewusst die Augen.

Eine allergische Reaktion der Lidhaut Ă€ußert sich in der Regel durch Schuppung, Rötung, Schwellungen sowie Juckreiz. Wer eine Kontaktallergie bei sich vermutet, sollte das Problem hautĂ€rztlich abklĂ€ren lassen. Die HautĂ€rztin oder der Hautarzt kann dabei helfen, die problematische Substanz zu finden. Gelingt es, diese zu meiden, klingen in der Regel auch die Beschwerden wieder ab.

Trockene Haut an den Beinen

Typische GrĂŒnde fĂŒr trockene Haut an den Beinen sind vor allem:

  • regelmĂ€ĂŸiges Enthaaren (Rasur, Epilation, Wachsen etc.)
  • starke UV-Strahlung im Sommer, wenn die Beine nicht ausreichend vor der Sonne geschĂŒtzt werden
  • hĂ€ufiges Duschen mit heißem Wasser und/oder viel Duschgel

DarĂŒber hinaus gibt es verschiedene Erkrankungen, die mit Hauttrockenheit verbunden sind, die sich auch an den Beinen zeigt. Welche Krankheiten das sind, erfahren Sie im Kapitel "Ursachen".

Normalerweise bessert sich der Zustand der Haut, wenn die Ursachen beseitigt werden. Das gestaltet sich manchmal schwierig: Duschen lĂ€sst sich um der Hygiene willen nicht vermeiden und die regelmĂ€ĂŸige Enthaarung ist vielen Menschen aus kosmetischen GrĂŒnden wichtig. Doch oft kann es schon helfen,

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  • seltener und nicht zu heiß zu duschen.
  • die Beine so selten wie möglich zu enthaaren.
  • zur Reinigung und fĂŒr die Enthaarung Produkte ohne hautreizende Substanzen zu verwenden.
  • die Beine nach dem Duschen und nach der Enthaarung einzucremen.
  • im Sommer fĂŒr einen ausreichenden Sonnenschutz zu sorgen.

Die Pflegecreme sollte frei von Parfums und anderen reizenden Stoffen sein. Welche Produkte empfehlenswert sind, ist im Kapitel "Welche Creme fĂŒr trockene Haut?" erklĂ€rt.

Trockene Haut an den HĂ€nden

Trockene Haut an den HĂ€nden ist ein verbreitetes PhĂ€nomen – selbst bei Menschen, die ansonsten nicht mit Hauttrockenheit zu kĂ€mpfen haben. Denn kein anderes Körperteil ist jeden Tag so vielen Strapazen ausgesetzt wie die HĂ€nde: Nicht nur werden sie stĂ€ndig zum Putzen, Tragen schwerer GegenstĂ€nde oder fĂŒr handwerkliche TĂ€tigkeiten beansprucht.

Auch das mehrmals tĂ€gliche HĂ€ndewaschen ist eine massive, wenn auch notwendige Belastung fĂŒr die Haut an den HĂ€nden. Jeder Kontakt mit Wasser bringt den SĂ€uregehalt der Haut aus dem natĂŒrlichen Gleichgewicht. Hinzu kommt die Seife: Diese ist zwar nötig, um die Keimzahl auf der Haut zu verringern, wĂ€scht jedoch dank ihrer fettlösenden Wirkung die schĂŒtzenden Fette aus der Haut heraus und schwĂ€cht somit die Hautbarriere.

Trockene HĂ€nde: Was tun?

Trockene Haut an den HĂ€nden lĂ€sst sich hĂ€ufig nicht vermeiden. Ein paar einfache Maßnahmen können aber verhindern, dass das Problem allzu schlimm wird:

  • Verwenden Sie beim Putzen, GeschirrspĂŒlen und bei handwerklichen AktivitĂ€ten Handschuhe.
  • Verwenden Sie zur Reinigung und Pflege Produkte ohne Parfum und andere reizende Substanzen wie Konservierungsmittel.
  • Meiden Sie den Kontakt mit heißem Wasser.
  • Cremen Sie sich die HĂ€nde nach jedem Waschen ein. Tipps zur Wahl der Pflege finden Sie im Kapitel "Welche Creme fĂŒr trockene Haut?".
Eine Frau wÀscht sich die HÀnde mit Seife.
HĂ€ndewaschen schĂŒtzt vor Krankheiten, das anschließende Eincremen vor trockener Haut. (Quelle: Maryna Andriichenko/getty-images-bilder)

Trockene Haut mit Juckreiz

Trockene Haut neigt dazu, zu jucken. Wie genau es zum Juckreiz kommt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Fest steht aber, dass trockene Haut schlechter gegen schĂ€dliche Stoffe und Eindringlinge gewappnet ist und sich somit leichter entzĂŒndet. Bei einer EntzĂŒndung gelangen vermehrt bestimmte Botenstoffe in die Haut, die die dort liegenden Nervenenden reizen können. Diese Reizung wird vom Gehirn offenbar als Juckreiz gedeutet.

Lindern lĂ€sst sich der Juckreiz durch die richtige Pflege der Haut und – wenn nötig – die Behandlung der Erkrankung, welche zur Trockenheit gefĂŒhrt hat.

Reinigung und Pflege: Welche Creme fĂŒr trockene Haut?

Bei der Behandlung trockener Haut kommt es einerseits auf die richtige Reinigung und andererseits auf die Pflege mit geeigneten Cremes an. GrundsÀtzlich sollten Menschen mit trockener Haut bei der Reinigung folgende Tipps beherzigen:

  • Verwenden Sie fĂŒrs HĂ€ndewaschen kein heißes, sondern lauwarmes Wasser und milde Reinigungsprodukte, deren SĂ€uregehalt dem der Haut entspricht. Das erkennen Sie am Hinweis "pH 5,5" auf der Verpackung.
  • Duschen Sie nicht zu heiß und nicht hĂ€ufiger als notwendig. Benutzen Sie Shampoo und Reinigungsprodukte, die frei von hautreizenden Substanzen wie Parfums oder Konservierungsstoffen sind.
  • Tupfen Sie die Haut nach dem HĂ€ndewaschen und Duschen vorsichtig, aber grĂŒndlich trocken, ohne zu rubbeln.
  • Verwenden Sie nach jedem Kontakt mit Wasser eine Creme.

Bei trockener Haut können Cremes helfen, die folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Harnstoff (Urea) und Glyzerin: Diese sogenannten Feuchthaltefaktoren binden Wasser in der obersten Hautschicht.
  • Ceramide und Cholesterol: Sie dringen in die Hornschicht der Haut ein und "flicken" dort die geschĂ€digte Fettschicht zwischen den Hornzellen.
  • Öle, Fette oder Wachse auf Mineral- oder Silikonölbasis: Diese ziehen nicht ein, sondern bleiben auf der HautoberflĂ€che und schĂŒtzen die Haut so vor dem Austrocknen und vor Ă€ußeren EinflĂŒssen.

DarĂŒber hinaus ist es empfehlenswert, Cremes ohne Duftstoffe und Konservierungsmittel auszuwĂ€hlen. Diese Substanzen können die Haut reizen und Juckreiz verursachen beziehungsweise verstĂ€rken.

Geht die Hauttrockenheit mit Juckreiz einher, können unter UmstÀnden Cremes mit hautberuhigenden und juckreizstillenden Bestandteilen wie diesen helfen:

  • Dexpanthenol
  • Bisabolol
  • Licochalcon A
  • Polidocanol
  • Menthol
  • N-Palmitoylethanolamid

Steckt eine Erkrankung hinter den Hautproblemen, ist es jedoch wichtig, sich von der HautĂ€rztin oder dem Hautarzt zur richtigen Reinigung und Pflege beraten zu lassen. Bestimmte Hautkrankheiten können sich durch handelsĂŒbliche Produkte verschlimmern.

Zudem hilft Pflege allein in diesen FÀllen meist nicht aus, sondern die Beschwerden bessern sich nur durch eine gezielte Behandlung, meist mit verschreibungspflichtigen PrÀparaten.

Hausmittel gegen trockene Haut

Beliebte Hausmittel gegen trockene Haut sind etwa

  • Pflanzenöle,
  • Aloe vera und
  • Honig.

Ihr offenkundiger Vorteil ist, dass sie in den meisten Haushalten ohnehin im KĂŒchenregal oder KĂŒhlschrank zu finden sind. Auch kosten sie im Vergleich zu hochwertigen Cremes nicht viel. Ob und inwieweit sie bei trockener Haut helfen, lĂ€sst sich jedoch nicht mit Gewissheit sagen. Aus der Forschung gibt es dazu bislang nur Anhaltspunkte.

Pflanzliche Öle zur Pflege trockener Haut

Ob pflanzliche Speiseöle die Haut pflegen oder dieser eher schaden, ist unter Fachleuten umstritten. Viele HautĂ€rzte raten davon ab, pure Pflanzenöle auf die Haut aufzutragen, weil sie allergische Reaktionen hervorrufen können. Zudem ist Hautfett anders beschaffen als pflanzliche Öle – deshalb lĂ€sst sich der Mangel an Hautfett nicht ohne Weiteres durch pflanzliches Fett ausgleichen.

Pflanzenöl ist aber nicht gleich Pflanzenöl: Olivenöl, Sonnenblumenöl und andere beliebte Speiseöle unterscheiden sich in ihren chemischen Bestandteilen, also den enthaltenen Arten von FettsĂ€uren. Von der Zusammensetzung wiederum hĂ€ngt die Ähnlichkeit eines Öls zum Hautfett ab: Pflanzliche Öle enthalten zum einen FettsĂ€uren, die auch in der Haut vorkommen, etwa die LinolsĂ€ure. Diese FettsĂ€uren können die Hautbarriere unterstĂŒtzen.

Zum anderen enthalten die meisten pflanzlichen Speiseöle jedoch auch FettsĂ€uren, die nicht natĂŒrlicherweise in der Haut vorkommen und ihr fremd sind, wie beispielsweise die ÖlsĂ€ure. Studien legen nahe, dass Öle, die hauptsĂ€chlich ÖlsĂ€ure enthalten, die Haut sogar zusĂ€tzlich austrocknen und reizen können. Olivenöl, welches zu etwa 55 Prozent aus ÖlsĂ€ure besteht, gehört somit nicht auf die Haut.

Pflanzenöle mit einem hohen Anteil an LinolsĂ€ure wie etwa Sonnenblumenöl sind im Vergleich besser fĂŒr die Haut. Ob und inwieweit sie bei trockener Haut zutrĂ€glich sind und helfen, ist jedoch fraglich, weil das noch nicht ausreichend erforscht ist. Fest steht, dass auch vergleichsweise "hautverwandte" Pflanzenöle eine gewisse Menge an ÖlsĂ€ure enthalten. Beim Sonnenblumenöl sind es immerhin noch etwa 25 Prozent.

Den wohl geringsten ÖlsĂ€ureanteil der pflanzlichen Speiseöle hat Kokosöl mit etwa 5 bis 10 Prozent. FĂŒr die Hautpflege eignet sich Kokosöl aber womöglich noch aus einem anderen Grund: Es besteht unter anderem aus LaurinsĂ€ure, welche die Ausbreitung von Bakterien der Art Staphylococcus aureus hemmen kann.

Diese Keime kommen auf gesunder Haut nur in geringer Zahl vor. Bei Menschen mit Neurodermitis hingegen scheinen sie stĂ€rker verbreitet zu sein und die fĂŒr die Hautkrankheit typischen EntzĂŒndungen (Ekzeme) zu fördern. Kokosöl könnte dem entgegenwirken. Erste kleinere Studien deuten tatsĂ€chlich darauf hin, dass Kokosöl zur Besserung einer milden bis moderaten Neurodermitis beitrĂ€gt.

Um Kokosöl zur Behandlung von Neurodermitis zu empfehlen, reichen diese Studien jedoch nicht aus. Ob Kokosöl bei trockener Haut hilft, die sich nicht auf Neurodermitis zurĂŒckfĂŒhren lĂ€sst, ist noch nicht ausreichend untersucht.

Aloe vera

Das Blattmark der Aloe-vera-Pflanze gilt als natĂŒrliches Heilmittel gegen zahlreiche Hautprobleme, unter anderem Sonnenbrand, Wunden, Schuppenflechte und Akne. Studien zur Wirkung bei diesen Erkrankungen liefern allerdings widersprĂŒchliche Ergebnisse. Belegt ist die Wirksamkeit nicht.

Ob Aloe vera bei trockener Haut hilft, ist noch nicht untersucht. Auf einigen Seiten im Internet heißt es, Aloe vera spende der Haut Feuchtigkeit. Das mag sein, immerhin besteht das Blattmark zu etwa 98,5 Prozent aus Wasser.

Der Effekt dĂŒrfte aber nicht von Dauer sein, denn der geschwĂ€chten Hautbarriere trockener Haut fehlt es nicht nur an Feuchtigkeit, sondern auch an Fett. Und Fett liefert Aloe vera nicht: Neben Wasser stecken vor allem Zucker, Mineralstoffe, Enzyme und organische SĂ€uren im Blattmark.

Honig

Honig ist fĂŒr die Hautpflege in erster Linie wegen seiner antibakteriellen Wirkung von Bedeutung: Sein SĂ€uregehalt ist etwas höher als der der Haut und erschwert Keimen die Ausbreitung. Zudem besteht Honig hauptsĂ€chlich aus Zucker, welcher Zellen Wasser entzieht und somit ebenfalls antibakteriell wirkt. Zudem stecken in einigen Honigsorten grĂ¶ĂŸere Mengen an Wasserstoffperoxid und Methylglyoxal, von denen ebenfalls eine keimtötende Wirkung ausgeht.

Diese Eigenschaften machen Honig fĂŒr die Versorgung von Wunden interessant – aber nicht unbedingt fĂŒr die Behandlung trockener Haut. Ob Honig Hauttrockenheit lindert, ist noch nicht erforscht und erscheint fraglich, da er keine Fette enthĂ€lt.

ErnÀhrung gegen trockene Haut: Was fehlt dem Körper?

Trockene Haut ist nur sehr selten Folge eines NĂ€hrstoffmangels, bedingt durch eine allzu einseitige ErnĂ€hrung. Meist stecken andere Ursachen dahinter. Einen Überblick ĂŒber die hĂ€ufigsten GrĂŒnde bietet das Kapitel "Ursachen fĂŒr trockene Haut".

Wenn die Haut trocken ist, weil es dem Körper an etwas fehlt, dann handelt es sich in der Regel um einen Mangel an

  • FlĂŒssigkeit oder
  • Eisen.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt gesunden Erwachsenen, tĂ€glich etwa anderthalb Liter zu trinken, vorzugsweise Wasser oder ungesĂŒĂŸten Tee. Wer beim Sport oder aufgrund von Hitze viel geschwitzt hat, sollte mehr trinken.

Eine zusĂ€tzliche Portion FlĂŒssigkeit bekommt der Körper ĂŒber die feste Kost zugefĂŒhrt, vor allem ĂŒber GemĂŒse und Obst. Salzreiche oder zuckrige Mahlzeiten und Alkohol hingegen entziehen dem Körper FlĂŒssigkeit.

Ein Mangel an FlĂŒssigkeit kann demnach entstehen, wenn jemand nicht ausreichend – oder die falschen GetrĂ€nke – trinkt oder zu wenig oder unausgewogen isst. Dieses Risiko besteht hierzulande vor allem fĂŒr

  • Personen höheren Lebensalters,
  • alkoholabhĂ€ngige Menschen sowie
  • Menschen mit Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht.

DarĂŒber hinaus kann ein ausgeprĂ€gter Eisenmangel zu trockener Haut fĂŒhren, weil der Körper Eisen fĂŒr die Blutbildung braucht. Kommt es aufgrund des Mangels zur Blutarmut, wird die Haut schwĂ€cher durchblutet und somit schlechter mit NĂ€hrstoffen und FlĂŒssigkeit versorgt. Sie wird dann nicht nur trocken, sondern sieht auch blass aus.

Wer einen Eisenmangel als Ursache fĂŒr seine trockene Haut vermutet, sollte jedoch nicht einfach so EisenprĂ€parate einnehmen, sondern erst einmal Ă€rztlich abklĂ€ren lassen, ob wirklich ein Mangel besteht. Ansonsten kann die Einnahme von Eisentabletten zu einem Überschuss an Eisen fĂŒhren, der unerwĂŒnschte Wirkungen mit sich bringen kann.

Trockene Haut in FrĂŒhschwangerschaft und Schwangerschaft

Viele Frauen bemerken in der Schwangerschaft, dass sich ihre Haut verÀndert. Die hormonellen Schwankungen können das Hautbild verschönern, aber auch verschiedenste Hautprobleme hervorrufen und verstÀrken.

Trockene Haut ist vor allem in der FrĂŒhschwangerschaft (im ersten Trimester) und im zweiten Trimester der Schwangerschaft ein hĂ€ufiges Problem. Der Grund ist, dass die Haut in dieser Zeit weniger Fett bildet, was die Hautbarriere schwĂ€chen kann und dazu fĂŒhrt, dass die Haut mehr Wasser verliert als sonst.

Das wiederum hĂ€ngt mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen zusammen. In der Schwangerschaft steigt der Spiegel dieses Hormons im Körper stark an. Es wird vom Mutterkuchen (der Plazenta) gebildet und erfĂŒllt im Rahmen der Schwangerschaft verschiedene Aufgaben. Unter anderem bereitet es die Brust im Zusammenspiel mit anderen Hormonen auf das Stillen vor.

Östrogen wirkt jedoch auch auf die Haut: Es hemmt die Fettproduktion in den TalgdrĂŒsen. Frauen mit fettiger Haut kommt das meist zugute: Ihr Hautbild kann sich durch den erhöhten Östrogenspiegel in der Schwangerschaft verbessern. Akne, bei der sich die Hautprobleme unter anderem auf eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Talgproduktion zurĂŒckfĂŒhren lassen, kann in der Schwangerschaft nachlassen.

Bei Frauen mit normaler oder zur Trockenheit neigender Haut bewirkt der Anstieg des Hormons hingegen hÀufig eher, dass die Haut allzu trocken wird.

Was tun bei trockener Haut in der FrĂŒhschwangerschaft?

Meist erledigt sich das Problem von selbst: Bei vielen Frauen wird die Haut bereits im letzten Schwangerschaftsdrittel wieder fettiger. SpĂ€testens nach der Geburt, wenn der Östrogenspiegel abfĂ€llt, lĂ€sst die Trockenheit fĂŒr gewöhnlich nach.

Bis dahin ist es empfehlenswert, die Pflege an den verĂ€nderten Zustand der Haut anzupassen. Vor allem fetthaltigere Cremes können hilfreich sein. Welche, erfahren Sie in Kapitel "Welche Creme fĂŒr trockene Haut?".

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Zudem sollten Betroffene ihre Haut nicht hĂ€ufiger als notwendig waschen und aggressive Reinigungsprodukte meiden. Auch Pflegeprodukte oder Kosmetika mit Parfum oder anderen reizenden Stoffen können problematisch sein und sogar Ekzeme hervorrufen: Die Haut reagiert womöglich empfindlicher auf diese Substanzen, wenn ihr natĂŒrlicher Schutz beeintrĂ€chtigt ist.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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