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Rote Knoten an den Beinen? Es könnte ein Erythema nodosum sein

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 02.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Frau klagt beim Arzt √ľber Probleme mit dem Bein.
Bei einem Erythema nodosum bilden sich an den Unterschenkeln sehr schmerzhafte Knötchen. (Quelle: Charday Penn/getty-images-bilder)
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Wenn sich an beiden Unterschenkeln schmerzhafte Knoten und Schwellungen bilden, k√∂nnte es sich um ein Erythema nodosum (Knotenrose) handeln. Hinter dieser Entz√ľndung k√∂nnen sich verschiedene Erkrankungen verbergen ‚Äď von einer Streptokokken-Infektionen bis zu Sarkoidose.

Das Wichtigste im √úberblick


Von einem Erythema nodosum sprechen Fachleute, wenn Unterhautfettgewebe entz√ľndet ist (sog. Pannikulitis). In der Regel sind davon die Unterschenkel betroffen.

Das Erythema nodosum (griechisch: erythros = rot, lateinisch: nodosum = knotig) ist nicht ohne Grund unter der Bezeichnung Knotenrose bekannt, denn es bilden sich dabei Knoten in der Haut. Vor allem Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr sind betroffen. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer.

Vermutlich ist das Erythema nodosum eine √úberempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems, die durch verschiedene Ursachen entstehen kann. Besonders wichtig ist, dem eigentlichen Ausl√∂ser f√ľr die Entz√ľndung auf den Grund zu gehen ‚Äď und diesen, wenn n√∂tig und m√∂glich, zu beseitigen.

Schätzungen zufolge entwickeln 2 bis 8 von 100.000 Menschen in Mitteleuropa innerhalb eines Jahres ein Erythema nodosum.

Symptome: Woran erkennt man ein Erythema nodosum?

Eine Knotenrose entsteht fast immer an den Streckseiten der Unterschenkel. Seltener betrifft die Hautentz√ľndung andere K√∂rperbereiche.

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Das Erythema nodosum entwickelt sich in der Regel sehr plötzlich. Typische Symptome sind:

  • bei Druck schmerzende, zun√§chst r√∂tliche Knoten, (meist) an beiden Unterschenkeln
  • eine Schwellung im entz√ľndeten Bereich
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Einige Tage bis wenige Wochen vorher k√∂nnen bereits unspezifische Beschwerden auftreten. Die Betroffenen f√ľhlen sich dann zum Beispiel abgeschlagen und haben Kopf- und/oder Gelenkschmerzen. Leichtes Fieber oder Magen-Darm-Beschwerden k√∂nnen weitere Symptome sein.

Illustration eines Erythema nodosum
Typisch f√ľr ein Erythema nodosum sind schmerzhafte Kn√∂tchen, die insbesondere an den Vorderseiten der Unterschenkel zu sehen sind. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Typische Symptome: Schmerzhafte Knoten und Schwellungen

Schlie√ülich bilden sich aus heiterem Himmel erhabene, hellrote Knoten unter der Haut. Sie sind zwischen zwei und f√ľnf Zentimetern gro√ü und schmerzen schon bei leichtem Druck. Die umliegenden Hautpartien sind geschwollen und gespannt. √úber mehrere Tage hinweg treten immer wieder neue Knoten auf, w√§hrend andere bereits abheilen.

Die anfangs hellroten Knoten wechseln im Laufe der Zeit ihre Farbe. Sie nehmen nach wenigen Tagen eine bl√§uliche oder gelbraune F√§rbung an ‚Äď etwa so, wie es auch bei einem Bluterguss mit der Zeit passiert. W√§hrend die Knoten anfangs sehr fest sind, werden sie im weiteren Verlauf weicher.

Grafische Darstellung eines Erythema nodosum
Bei einer Knotenrose bilden sich zunächst hellrote Knoten, die später bläulich oder gelb-bräunlich abheilen. (Quelle: VectorMine/getty-images-bilder)

Fast immer bildet sich ein Erythema nodosum an den Vorderseiten der Unterschenkel. Seltener sind die Knoten an den Beugeseiten (R√ľckseiten) der Unterschenkel zu finden. Auch im Bereich der Fu√ü- und Kniegelenke, am Rumpf oder an den Streckseiten der Unterarme kann die Entz√ľndung auftreten.

Manche Betroffene berichten zus√§tzlich von Gelenkschmerzen in anderen K√∂rperregionen. Dazu z√§hlen zum Beispiel die Hand- und/oder Fingergelenke, die Gelenke der Ellenbogen, der Schultern oder der H√ľfte.

Ein Erythema nodosum entsteht meist als Folge einer anderen Erkrankung. Je nach Auslöser haben die Patientinnen und Patienten daher möglicherweise noch andere Beschwerden.

Ursachen im √úberblick: Was sich hinter einem Erythema nodosum verbergen kann

H√§ufigste Ursache eines Erythema nodosum ist eine Infektion ‚Äď insbesondere mit Streptokokken, aber auch mit anderen Krankheitserregern.

Dar√ľber hinaus k√∂nnen viele andere Erkrankungen und k√∂rperliche Ver√§nderungen eine Knotenrose beg√ľnstigen, zum Beispiel

  • akute Sarkoidose, eine entz√ľndliche Erkrankung, bei der sich Kn√∂tchen in verschiedenen Organen bilden
  • hormonelle Umstellungen, etwa w√§hrend der Schwangerschaft
  • sonstige Ursachen, etwa bestimmte Medikamente, Autoimmunerkrankungen, Morbus Crohn

Nicht immer gelingt es, den Ausl√∂ser f√ľr ein Erythema nodosum zu finden. Bei bis zur H√§lfte der Patientinnen und Patienten kann die Ursache nicht gefunden werden.

Erythema nodosum durch Infektionen: Meist sind Streptokokken schuld

H√§ufig entwickelt sich ein Erythema nodosum im Rahmen einer Infektion mit Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken ‚Äď etwa bei einer bakteriellen Rachen- oder Mandelentz√ľndung. Vor allem Kinder und Jugendliche sind davon betroffen.

Seltener sind andere Krankheitserreger f√ľr eine Knotenrose verantwortlich, zum Beispiel:

  • Salmonellen-Infektion, die meist mit Magen-Darm-Beschwerden einhergeht
  • Tuberkulose, die u. a. Beschwerden an der Lunge hervorruft (Ausl√∂ser: Mycobakterien)
  • Ornithose, eine Infektion, die vor allem durch V√∂gel auf den Menschen √ľbertragen wird und meist zu grippe√§hnlichen Symptomen f√ľhrt (Ausl√∂ser: das Bakterium Chlamydophila psittaci)
  • Yersiniose, die etwa mit Bauchschmerzen und Durchfall einhergeht (Ausl√∂ser: das Bakterium Yersinia enterocolitica)
  • Lymphogranuloma venereum, eine Geschlechtskrankheit, die sich u. a. durch entz√ľndete Lymphknoten bemerkbar macht (Ausl√∂ser: das Bakterium Chlamydia trachomatis)
  • Katzenkratzkrankheit, eine Infektion, die vor allem durch Katzen √ľbertragen wird und u. a. zu geschwollenen Lymphknoten f√ľhrt (Ausl√∂ser: das Bakterium Bartonella henselae)

Erythema nodosum bei Sarkoidose: Löfgren-Syndrom

Sarkoidose ist eine entz√ľndliche Erkrankung unbekannter Ursache, bei der in verschiedenen Organen Kn√∂tchen aus Bindegewebe entstehen ‚Äď sogenannte Granulome. Diese Kn√∂tchen k√∂nnen die Organe sch√§digen. Sie bilden sich meist in der Lunge, k√∂nnen aber auch andere Organe befallen. Fachleute unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Form der Sarkoidose.

Ein Erythema nodosum kann insbesondere bei der akuten Form auftreten. In der Regel sind dann gleichzeitig weitere Symptome vorhanden, vor allem

  • eine Gelenkentz√ľndung, meist an beiden Sprunggelenken
  • geschwollene Lymphknoten an der Lungenwurzel (bihil√§re Lymphadenopathie), was sich etwa durch Husten bemerkbar macht

Die Symptomkombination aus Erythema nodosum, Gelenkentz√ľndung und geschwollenen Lymphknoten an der Lungenwurzel bezeichnen Fachleute als L√∂fgren-Syndrom. Das L√∂fgren-Syndrom ist eine besonders h√§ufige Unterform der akuten Sarkoidose.

  • Alle Organe k√∂nnen betroffen sein: Sarkoidose

Knotenrose durch hormonelle Ursachen

Möglicherweise kann eine Knotenrose auch durch Hormonschwankungen entstehen, wenn weibliche Hormone aus der Balance geraten. Während der ersten drei Monate der Schwangerschaft entwickeln Frauen häufiger ein Erythema nodosum. Auch in den ersten Wochen nachdem eine Frau mit der Einnahme der Antibabypille begonnen hat, ist das Risiko erhöht.

Erythema nodosum: Weitere mögliche Ursachen

Dar√ľber hinaus kommen zahlreiche weitere Ursachen oder Ausl√∂ser f√ľr die Entstehung einer Knotenrose infrage. Dazu z√§hlen unter anderem:

  • chronisch-entz√ľndliche Darmerkrankungen, insbesondere Morbus Crohn
  • rheumatisches Fieber, welches sich nach einer Streptokokken-Infektion entwickeln kann
  • Morbus Beh√ßet, eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis, die mit entz√ľndeten Blutgef√§√üen einhergeht
  • Medikamente, etwa bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide, Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel
  • Krebserkrankungen, etwa Leuk√§mie oder Morbus Hodgkin (selten)

Diagnose: Den Ursachen der Knotenrose auf den Grund gehen

Ein Erythema nodosum erkennt die √Ąrztin oder der Arzt meist anhand der typischen Beschwerden. Im Blut lassen sich zudem erh√∂hte Entz√ľndungswerte nachweisen.

Wichtig ist, den eigentlichen Ausl√∂ser der Knotenrose zu finden. Daher wird die √Ąrztin oder der Arzt unter anderem nach weiteren Beschwerden fragen. Zum Beispiel k√∂nnen eine gleichzeitige Gelenkentz√ľndung und Husten auf eine akute Sarkoidose hinweisen. Eine k√ľrzlich durchgemachte Rachenentz√ľndung legt hingegen den Verdacht nahe, dass es sich um eine Infektion mit Krankheitserregern wie Streptokokken handeln k√∂nnte.

Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung können weitere Untersuchungen nötig sein, zum Beispiel

  • ein Rachenabstrich, etwa bei Verdacht auf eine Streptokokken-Infektion
  • eine Blutuntersuchung, etwa, um Antik√∂rper bei einer Streptokokken-Infektion nachzuweisen
  • eine R√∂ntgenuntersuchung des Brustkorbs, etwa bei Verdacht auf Sarkoidose
  • eine Darmspiegelung, etwa bei Verdacht auf Morbus Crohn
√Ąrztin begutachtet das Bein eines Patienten.
Besonders wichtig bei einem Erythema nodosum ist, der Ursache auf die Spur zu kommen. (Quelle: SARINYAPINNGAM/getty-images-bilder)

Erythema nodosum: Behandlung und Prognose

Besonders wichtig bei einem Erythema nodosum: Falls m√∂glich, sollte die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Hat beispielsweise eine Streptokokken-Infektion die Hautentz√ľndung ausgel√∂st, wird die √Ąrztin oder der Arzt m√∂glicherweise ein Antibiotikum verschreiben.

Das Erythema nodosum selbst ist nicht gef√§hrlich. In der Regel bildet es sich im Laufe einiger Wochen bis Monate von allein wieder zur√ľck, ohne Narben zu hinterlassen. Seltener flammt die Entz√ľndung nach einer Weile wieder auf. Dies passiert zum Beispiel, wenn der Ausl√∂ser (wie etwa eine Infektion) noch nicht gefunden oder beseitigt wurde.

Betroffene sollten sich körperlich schonen. Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, kann Bettruhe angebracht sein. Je nach Ausprägung und Auslöser ist eine Behandlung im Krankenhaus sinnvoll.

Gegen die Schmerzen helfen entz√ľndungs- und schmerzhemmende Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu z√§hlen zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicyls√§ure oder Ibuprofen. Auch ein k√ľhler Wickel oder ein Kompressionsverband kann vor√ľbergehend Linderung verschaffen.

Kortisonpräparate nur in bestimmten Fällen

Ist die Knotenrose stark ausgepr√§gt, k√∂nnen unter Umst√§nden kortisonhaltige Pr√§parate (Glukokortikoide) helfen. Meist handelt es sich um kortisonhaltige Salben, die der Patient oder die Patientin auf die betroffene Hautregion auftr√§gt. In schweren F√§llen kann die √Ąrztin oder der Arzt auch Tabletten verschreiben, etwa mit dem Wirkstoff Prednisolon.

Kortisonpräparate werden jedoch nur zum Einsatz kommen, wenn bekannt ist, was das Erythema nodosum ausgelöst hat. Kortison ist nicht geeignet, wenn eine unbehandelte Infektion (etwa mit Streptokokken) die Ursache ist.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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