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Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Wann und warum?


Darum ist die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft wichtig

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 16.11.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Einer Schwangeren wird ein Impfstoff in den Oberarm gespritzt
Eine Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft schützt Mutter und Kind. (Quelle: dragana991/Getty Images)
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Fachleute raten zur Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft. Hier erfahren Sie, warum – und wann Angehörige sich ebenfalls impfen lassen sollten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Keuchhusten: Für Babys ohne Impfung ein hohes Risiko
  • Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Pro – und Contra?
  • Keuchhusten-Impfung für Schwangere & Angehörige: Wann?

Keuchhusten (Fachbegriff: Pertussis) ist hochansteckend. Sein Erreger verbreitet sich durch Husten, Niesen oder beim Sprechen. Wer ungeschützt ist und engen Kontakt zu einer infizierten Person hat (etwa in der Familie), steckt sich mit fast 100-prozentiger Sicherheit an. Den besten Schutz vor Keuchhusten bietet die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt

  • drei Impfungen zur Grundimmunisierung, vorzugsweise im Alter von 2, 4 und 11 Monaten,
  • je eine Auffrischimpfung im Vorschul-, Jugend- und Erwachsenenalter,
  • eine Impfung in der Schwangerschaft sowie
  • alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung für Personen in bestimmten Berufen oder mit engem Kontakt zu Babys.

Dabei schützen die Auffrischimpfungen sowie die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft nicht nur die Geimpften selbst. Auch Babys in den ersten Lebensmonaten, die noch keinen eigenen Impfschutz haben, profitieren davon.

Steckbrief zu Pertussis

Was genau ist Keuchhusten eigentlich? Hier erfahren Sie mehr über die Krankheit und ihren Erreger.

Keuchhusten: Für Babys ohne Impfung ein hohes Risiko

Erwachsene erleben Keuchhusten meist nur als lästige Erkältung mit hartnäckigem, oft wochenlangem Husten. Der wahre Grund für die Beschwerden bleibt dabei oft unerkannt. Somit verbreiten viele Betroffene die Erkrankung, ohne es zu wissen. Für noch ungeimpfte Babys ist das im Extremfall lebensbedrohlich: Wenn sie sich anstecken, bekommen sie anstelle der typischen Hustenanfälle beispielsweise eher

  • Krämpfe,
  • Atemstillstände,
  • Lungenentzündungen,
  • Ohrenentzündungen und/oder
  • Lungenhochdruck.

Das höchste Risiko bringt eine Ansteckung in den ersten beiden Lebensmonaten mit sich. Denn solange ein Baby (noch) nicht geimpft ist, hat es dem Pertussis-Erreger nichts entgegenzusetzen. Erst wenn es die Keuchhusten-Impfung bekommt (was frühestens ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geschieht), baut sein Körper einen eigenen Schutz dagegen auf.

Wichtiger Hinweis

Ein Drittel bis rund die Hälfte aller Babys, die an Keuchhusten erkranken, haben sich bei ihren Eltern angesteckt.

Wenn Keuchhusten in der Schwangerschaft auftritt, bedeutet das ebenfalls ein Risiko fürs Kind. Denn die Erkrankung kann vorzeitige Wehen auslösen und somit im Extremfall zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

Doch es gibt zwei Möglichkeiten, das Risiko für Babys zu senken, bis sie alt genug sind für die eigene Keuchhusten-Impfung: Schwangere impfen und sicherstellen, dass auch enge Angehörige und sonstige Kontaktpersonen einen ausreichenden Immunschutz gegen Pertussis haben. Darum empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Keuchhusten in jeder Schwangerschaft sowie für alle Kontaktpersonen, deren letzte Impfung zehn Jahre oder länger zurückliegt.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: Pro – und Contra?

Nur die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft kann einem Baby in dessen ersten Lebenswochen einen wirksamen Immunschutz gegen die Krankheit verleihen. Denn nach der Impfstoffgabe entwickelt die Schwangere Antikörper gegen den Erreger, die auf ihr ungeborenes Kind übergehen.

Dieser sogenannte Nestschutz – fachsprachlich auch Leihimmunität genannt – hält noch einige Zeit nach der Geburt an. In Zahlen lässt sich seine Wirkung so ausdrücken: Das Risiko eines Babys, in den ersten drei Lebensmonaten an Keuchhusten zu erkranken, sinkt durch die Impfung in der Schwangerschaft um 90 Prozent.

Manche Kinder erkranken in ihren ersten Lebensmonaten also an Keuchhusten, obwohl ihre Mütter die Impfung in der Schwangerschaft erhalten haben. Doch dann sind sie durch den Nestschutz gut vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf geschützt.

Übrigens: In Deutschland ist kein Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten zugelassen. In der Schwangerschaft erfolgt die Impfung daher üblicherweise mit einem Dreifachimpfstoff (gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis) oder einem Vierfachimpfstoff (gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio).

Diese Kombinationsimpfstoffe sind gut verträglich – unerwünschte Impfreaktionen kommen sehr selten vor. Allerdings treten nach einer Keuchhusten-Impfung bei Frauen in der Schwangerschaft Nebenwirkungen (wie Fieber) ein wenig öfter auf als bei Frauen, die nicht schwanger sind. Dennoch gilt die Impfung als sicher: Weder für die Schwangere noch für das Kind sind negative Folgen zu erwarten.

Keuchhusten-Impfung für Schwangere & Angehörige: Wann?

Entscheidend für die bestmögliche Schutzwirkung der Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft ist, wann sich die werdende Mutter impfen lässt: Etwa zwei Wochen nach der Impfung verfügt die Schwangere über die meisten Antikörper – doch es dauert ein wenig, bis diese auf das Kind übergehen.

Darum empfiehlt die STIKO allen Schwangeren, sich am besten vier Wochen (und spätestens zwei Wochen) vor dem errechneten Geburtstermin gegen Keuchhusten impfen zu lassen – also am Anfang des letzten Schwangerschaftsdrittels. Schwangere können zum Beispiel den Vorsorgetermin in der 28. bis 32. Schwangerschaftswoche für die Keuchhusten-Impfung nutzen.

Ist die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt erhöht, rät die STIKO, die Keuchhusten-Impfung ins zweite Drittel der Schwangerschaft vorzuziehen. Schwangere, die den empfohlenen Impftermin verpassen, sollten die Impfung in den ersten Tagen nach der Geburt nachholen.

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Gut zu wissen

Eine Keuchhusten-Impfung vor der Schwangerschaft bietet dem Baby in seinen ersten Lebensmonaten keinen Nestschutz.

Da die Anzahl der Antikörper – und damit der Impfschutz gegen Keuchhusten – mit der Zeit wieder abnimmt, ist die Impfung in jeder Schwangerschaft ratsam. Das gilt auch für Schwangere, deren letzte Schwangerschaft oder Impfung noch nicht weit zurückliegt. So erhält jedes Baby den bestmöglichen Nestschutz.

Eine Keuchhusten-Impfung noch in der Schwangerschaft für enge Angehörige und sonstige Kontaktpersonen bietet Neugeborenen zusätzlichen Schutz. Idealerweise lassen sich also beispielsweise Familienmitglieder, befreundete Personen und Babysitter spätestens vier Wochen vor der Geburt impfen, wenn ihre letzte Impfung zehn Jahre oder länger zurückliegt.

Notfalls können Kontaktpersonen die Keuchhusten-Impfung später – auch noch nach der Schwangerschaft – nachholen. Wichtig ist, dass der Impftermin mindestens zwei Wochen vor dem ersten Zusammentreffen mit dem Baby liegt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.impfen-info.de (Abrufdatum: 11.11.2022)
  • "Pregnancy and Whooping Cough". Online-Informationen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC): www.cdc.gov (Abrufdatum: 11.11.2022)
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