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Candida-Infektion kann zu Scheidenpilz führen


Was hinter der Pilzinfektion steckt und was hilft


Aktualisiert am 31.05.2023Lesedauer: 4 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Eine Frau fasst sich an den Schritt. Der Helfepilz Candida albicans siedelt sich gern im Intimbereich an.Vergrößern des Bildes
Eine Frau fasst sich an den Schritt. Der Helfepilz Candida albicans siedelt sich gern im Intimbereich an. (Quelle: Biserka Stojanovic/getty-images-bilder)

Pilze kommen auf der Haut natürlicherweise vor. Ein gesundes Immunsystem und eine abwehrstarke Hautflora schaffen es, die Pilze in Schach zu halten. Doch sie können auch Krankheiten auslösen, wenn sie sich stark vermehren. Bei einer Candida-Infektion ist das der Fall.

Bei einer Candida-Infektion, auch Candidose genannt, handelt es sich um eine übermäßige Vermehrung von Hefepilzen der Gattung Candida. Diese Vermehrung kann an vielen Bereichen des Körpers geschehen – innen wie außen: im Mund und Rachen, auf der Haut oder im Intimbereich. Scheidenpilz beispielsweise gehört zu den häufigsten Infektionen im Intimbereich bei Frauen. Auch im Darm sind Hefepilze zu finden. Wie Sie Candida-Infektionen erkennen und was hilft.

Wann machen Pilze Probleme?

Der am häufigsten nachgewiesene Candida-Hefepilz ist Candida albicans. Schützen kann man sich vor der Pilzbesiedelung nicht: "Meist gelangen Pilze bereits durch den Geburtsvorgang auf die Haut des Säuglings", sagt Dr. Uta Schlossberger, Dermatologin aus Köln. "Ein gesundes Immunsystem sowie andere nützliche Mikroorganismen auf Haut und Schleimhäuten schützen vor einer krankhaften Vermehrung." Ist das Immunsystem geschwächt oder die natürliche Abwehrfunktion von Haut und Schleimhäuten gestört, steigt das Risiko für eine Pilzinfektion.

Pilze mögen feuchte Körperstellen

Eine Candida-Überbesiedelung kann verschiedene Krankheitsbilder auslösen, die sich durch unterschiedliche Symptome zeigen. "Pilze fühlen sich vor allem in einem warmen und feuchten Milieu wohl", erklärt Schlossberger. "Daher sind Pilzinfektionen häufig in Hautfalten wie der Leiste und in den Achselhöhlen, im Intimbereich, im Windelbereich und in Mund und Rachen anzutreffen."

Symptome einer Candida-Infektion

Herrscht die Pilz-Überbesiedelung im Intimbereich der Frau vor, sprechen Mediziner von Vaginalcandidose oder Vaginalmykose, umgangssprachlich bekannt als Scheidenpilz. Bei einer Pilzinfektion der Scheide bemerken die betroffenen Frauen häufig ein Brennen und Jucken.

Auch Schmerzen können auftreten, etwa beim Geschlechtsverkehr, beim Nutzen von Tampons oder beim Urinieren. Der Intimbereich kann gerötet und leicht geschwollen sein. Des Weiteren tritt oft ein veränderter Ausfluss auf. Dieser kann beispielsweise weißlich und krümelig oder weiß-gelblich und dünnflüssig sein.

Beim Mann wird eine pilzbedingte Entzündung des Penis als Balanitis bezeichnet. Die pilzbedingte Eichelentzündung des Mannes zeigt sich durch die Hauptsymptome erhabene Rötung, Juckreiz, Brennen und/ oder einen weißlichen Belag der Eichel beziehungsweise Bläschen und Pustelbildung.

Dr. Uta Schlossberger ist Hautärztin mit eigener Praxis in Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen e. V. (BVDD). Neben der Dermatologie und Venerologie gehören die Bereiche Allergologie, Lasermedizin, Ästhetische Dermatologie und Anti-Aging zu den Schwerpunkten der Fachärztin.

Mundsoor: Hefepilzinfektion im Mund trifft nicht nur Kinder

Bei Kindern zeigt sich im Windelbreich häufig der sogenannte Windelsoor im Windelbereich sowie Mundsoor im Mund, umgangssprachlich auch Faulecken genannt. "Eine Überbesiedelung von Candida albicans erkennen Eltern in der Regel an einem wunden und roten Po, der Bildung von Pickeln und Pusteln, möglicherweise offenen und schuppigen Hautstellen", erklärt Schlossberger. Der Windelsoor kann auch im Erwachsenenalter auftreten, etwa bei Menschen mit Inkontinenz oder bei bettlägerigen Menschen.

Bei einer Mundsoorerkrankung, auch orale Candidose genannt, ist deutlich ein weißlich-grauer Belag auf der Zunge sowie auf der Wangenschleimhaut erkennbar. Der Belag lässt sich nur schwer abwischen. Darunter bilden sich oft kleine Blutungen. Auch wenn vor allem Kinder an Mundsoor erkranken: "Erwachsene können ebenfalls einen Pilzbefall im Mund bekommen", sagt die Dermatologin. "Meist sind Ältere und immungeschwächte Menschen betroffen. Die Einnahme von Kortison, etwa in Form von Asthmasprays, aber auch Antibiotika begünstigen Mundsoor bei Erwachsenen."

Auch zwischen den Zehen ist ein Pilzbefall recht häufig. In Schuhen ist es warm und feucht. Quillt die Haut auf oder ist die Schutzbarriere der Haut geschwächt, haben es Hefepilze leichter, in die Haut einzudringen. Aber: Fußpilz wird nicht allzu oft durch Hefepilze verursacht. Meist sind Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten, die Fußpilz-Ursache.

Pilzinfektionen ist unbehandelt ein Risiko

Bei einer Pilzinfektion – egal an welcher Körperstelle – ist eine frühe Behandlung wichtig. Sonst kann es passieren, dass sich der Pilz weiter ausbreitet, schwer behandelbar wird und weitere unangenehme Beschwerden wie starke Entzündungen verursacht.

In schlimmen Fällen können sich Pilze über die Blutgefäße im Körper ausbreiten und eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) verursachen. Das Risiko besteht vor allem bei Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, etwa aufgrund von Erkrankungen wie Krebs, AIDS oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Menschen, die nach einer Organtransplantation immunsupprimierende Medikamente einnehmen müssen, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Auch bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist das Pilzrisiko erhöht.

Behandlung: Was gegen einen Pilzbefall hilft

Candida-Infektionen werden mit Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt. Die eingesetzten Wirkstoffe töten den Hefepilz ab. Häufige angewendete Antimykotika zur Candidose-Therapie sind Nystatin, Clotrimazol, Miconazol, Ciclopiroxolamin und Fluconazol. Wie Wirkstoffe werden entsprechend der betroffenen Stelle als Salben, Cremes, Zäpfchen, Tabletten, Mundspüllösungen oder Lacke verabreicht.

Wichtig ist, dass das Antimykotikum ausreichend lange und in der vom Arzt empfohlenen Dosierung angewendet wird. Ist der Pilz nicht ausgeheilt, kommt er rasch wieder. Um einer erneuten Infektion mit Hefepilzen vorzubeugen, ist zudem eine entsprechende Hygiene von großer Bedeutung.

Sorgfältige Hygiene beugt Pilzen vor

"Um Windelsoor vorzubeugen, ist häufiges Windelwechseln und gutes Trockenhalten der Haut wichtig", sagt Schlossberger. "Um das Risiko für Mundsoor zu senken, ist eine gute Mundhygiene bedeutsam, etwa das gründliche Reinigen von Mundprothesen. Bei einem Pilzbefall in den Hautfalten können Mullstreifen helfen, die Bereiche trocken zu halten."

Und noch drei Tipps speziell für Frauen:

  1. Auf der Toilette immer von vorne nach hinten abwischen.
  2. Bevorzugt Baumwollunterwäsche tragen. Sie ist atmungsaktiv und unterstützt ein trockenes Klima im Intimbereich.
  3. Kommt Scheidenpilz immer wieder, sollte an hormonelle Einflüsse sowie an eine mögliche Pilzinfektion des Partners gedacht werden.

Um Scheidenpilz und eine Pilzinfektion im Intimbereich des Mannes vorzubeugen, ist bei der Hygiene weniger mehr. Tenside und Parfum greifen den Schutzmantel der Haut an und sie wird anfälliger. Gynäkologen raten daher, den Intimbereich regelmäßig und am besten nur mit warmem Wasser zu waschen.

Wer auf ein Waschgel nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, dass es an den pH-Wert des Intimbereich angepasst und frei von Duftstoffen ist.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Interview
  • Candidose (Pilzerkrankung). Online-Information der Deutschen STI-Gesellschaft. Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit. (Stand: Aufgerufen am 13. August 2021)
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