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Diese Wohnungspflanzen sind für Haustiere giftig

Grüne Gefahr  

Diese Wohnungspflanzen sind für Haustiere giftig

08.04.2019, 11:07 Uhr | dpa-tmn

Diese Wohnungspflanzen sind für Haustiere giftig. Katze frisst Katzengras: Achten Sie darauf, dass es sich bei den verzehrten Pflanzen um Sorten handelt, die von Ihrem Tier gefressen werden dürfen. (Quelle: imago images/Frank Sorge)

Katze frisst Katzengras: Achten Sie darauf, dass es sich bei den verzehrten Pflanzen um Sorten handelt, die von Ihrem Tier gefressen werden dürfen. (Quelle: Frank Sorge/imago images)

Für Menschen sind sie kleine grüne Oasen, doch für Haustiere kann das Knabbern an Aloe Vera, Azalee und andere Pflanzen tödlich enden. Was Tierhalter über Zimmerpflanzen wissen müssen.

Ihre Blüten sind fröhliche Farbtupfer, ihr Grün erfreut das Auge der Menschen und sie sorgen für ein gutes Raumklima. Für Haustiere haben Zimmerpflanzen allerdings weniger positive Eigenschaften. Knabbern Hund, Katze oder Wellensittich an Blättern, kann das üble gesundheitliche Folgen haben – von tränenden Augen über Durchfall bis hin zu Apathie oder Krämpfen.

Viele der in Deutschland üblichen Zimmerpflanzen stammen ursprünglich aus den Tropen. "In ihrer heißen, feuchten Heimat benötigen sie giftige Wirkstoffe, um sich gegen natürliche Fressfeinde zu wehren", erläutert Heike Boomgaarden. Die Gartenbauingenieurin und Pflanzenexpertin hat ein Buch über giftige Pflanzen verfasst. Trauriger Anlass war, dass in ihrem Umfeld ein junger Hund verstarb, weil der Halter mit zuvor frisch geschnittenen Oleanderzweigen Stöckchen geworfen hatte. Der Hund apportierte brav – und bezahlte mit seinem Leben.

Diese Tiere sind besonders gefährdet

Boomgaarden sieht Aufklärungsbedarf: "Tierbesitzer sind manchmal verunsichert und fragen sich, ob sie ihr Zuhause mit toxischen Zimmerpflanzen schmücken." Dabei müssen nicht nur Hunde- und Katzenhalter vorsichtig sein, sondern auch Menschen, die Kanarienvögel oder Wellensittiche im Zimmer fliegen lassen. "Knabbern die Vögel am Benjamini, kann das schwere Lebergeschwüre verursachen", warnt Heike Boomgaarden. Geht es dem Haustier schlecht, seien Besitzer oft ratlos und kämen nicht auf die Idee, Pflanzen als Verursacher in Betracht zu ziehen.

Je nach Temperament und Charakter des Haustiers locken Grünpflanzen zum Knabbern oder Kauen. "Hunde nagen tendenziell eher seltener an Pflanzen als Katzen", erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Allerdings sollte man Welpen gut im Auge behalten. Mit ihnen sei es wie bei kleinen Kindern: "Die sind neugierig, entdecken die Welt und sammeln Erfahrungen. Da passiert es, dass etwas ins Maul wandert, was dort nicht hingehört."

Katzen kauen gerne an Zimmerpflanzen

Dass hingegen eine Katze an Pflanzen knabbert, entspricht ihrem natürlichen Verhalten. Der Genuss von Gras erleichtert das Hervorwürgen von Haarballen, die beim Putzen des Fells in ihren Magen gelangen. Deshalb sollte ihr Besitzer immer auch Katzengras anbieten. "Steht das nicht zur Verfügung, kauen Katzen an anderen Pflanzen", weiß Behr.

Vor allem Katzen, die nicht nach draußen kommen, langweilen sich schnell in der Wohnung. "Da kommt es leider vor, dass sie auf der Suche nach Abwechslung die Zimmerpflanzen probieren." Falls man nicht auf die Pflanzen verzichten möchte, sollte ein für das Haustier unerreichbarer Platz gefunden werden.

Welche Pflanzen sind gefährlich?

Je nachdem, welche Pflanze angeknabbert wird, drohen böse Folgen: Kauen Haustiere zum Beispiel an Aloe Vera, kann das Durchfall auslösen. Auch Amaryllis lässt den Darm rebellieren – Durchfall, Erbrechen und Krämpfe können folgen.

Azaleen enthalten Acetylandromedol, das Herz-Kreislauf-Probleme auslösen kann. Das Gift führt zu rauschartigen Zuständen mit vermehrtem Speichelfluss, Taumeln, Apathie und Erbrechen. "In besonders schweren Fällen können Krämpfe, Koma und Herzversagen die Folge sein", warnt Jana Hoger, Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation PETA.

Auch Alpenveilchen bescheren Tieren Magenbeschwerden und Brechdurchfälle. Die Calla ist ebenso schön wie gefährlich: Ihr Verzehr führt zu Bauchbeschwerden, Reizungen der Mundhöhle, Gleichgewichtsverlust, Zittern, Krampfanfällen und Atemstillstand – im schlimmsten Fall endet der Verzehr tödlich.

Wunderbaum (Rizinus) ist toxisch

Rizinusöl ist vielen Menschen als Brechmittel ein Begriff. Im Gegensatz zum ungiftigen Öl, das aus den Samen gewonnen wird, ist die Pflanze hoch toxisch. Nach sofortiger Schleimhautreizung werden Magen, Darm, Leber und Nieren der Tiere geschädigt, was mit Erbrechen und Krämpfen einhergeht. Da zusätzlich das Blut gerinnt, tritt schließlich nach etwa zwei Tagen der Tod ein.

Wer Lilien mag und eine Katze hält, sollte sicherstellen, dass die Tiere nicht damit in Berührung kommen. PETA zufolge sind nahezu alle Arten von Lilien für Katzen giftig. Erbrechen und Apathie sind mögliche Folgen des Knabberns. "Die Vergiftung kann akutes Nierenversagen verursachen, das sich allerdings erst nach ein bis drei Tagen bemerkbar macht", erklärt Hoger. Sind Symptome wie vermehrter Durst und Urinabsatz, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Dehydration sichtbar, befindet sich die Katze in akuter Lebensgefahr.

Was Tierhalter bei einer Vergiftungen tun sollten

Stellen Tierhalter fest, dass etwas Ungesundes gefressen wurde, heißt die Devise "Ruhe bewahren" und "so schnell wie möglich ab in eine Tierarztpraxis", so Behr. "Für den behandelnden Tierarzt ist es hilfreich, wenn es Hinweise auf den Auslöser der Symptome gibt." Wer einen kühlen Kopf bewahrt, bringt am besten die Pflanze, an der das Tier gekaut hat, mit in die Praxis.

Als Ersthilfe sollten Besitzer die Atemwege ihres Tieres freilegen:

  1. Maul öffnen
  2. Zunge nach vorn ziehen
  3. Schleim oder Erbrochenes entfernen
  4. Kreislauf durch Herzmassage wieder in Schwung bringen

Noch ein Tipp: Vorsorglich die Telefonnummer des behandelnden Tierarztes im Handy speichern. Tierhalter sind meist aufgeregt und fahrig, wenn ihren Lieblingen etwas passiert ist.

Behr rät davon ab, im Internet kursierenden Listen mit vermeintlich ungefährlichen Pflanzen zu vertrauen. Dort wird etwa der Elefantenfuß als ungefährlich eingeschätzt, was nicht den Tatsachen entspricht. "Der ist giftig", warnt die Tierärztin. "Beim Bambus, der ebenfalls als risikolos aufgeführt wird, muss man differenzieren. Die jungen Blätter können schädlich sein. Wenn man so will, sind nur die erwachsenen Blätter unbedenklich." Zudem besteht bei den scharfkantigen Blättern Verletzungsgefahr im Maul.

Tierhalter sollten sich frühzeitig darüber informieren, ob ihre Pflanzen die Tiere krank machen können.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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