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Ukraine bestellt nach Orbán-Provokation ungarischen Botschafter ein

Von t-online, lib, MaM

Aktualisiert am 22.11.2022Lesedauer: 2 Min.
Victor Orbán nach dem Fußballspiel am Sonntag: Die Karte auf dem Schal umfasst Teile mehrerer EU-Länder und der Ukraine.
Victor Orbán nach dem Fußballspiel am Sonntag: Die Karte auf dem Schal umfasst Teile mehrerer EU-Länder und der Ukraine. (Quelle: Screenshot/Instagram-Profil von Victor Orbán)
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Bei einem Länderspiel zeigte sich Ungarn Regierungschef Viktor Orbán mit einem Schal, der die alten Grenzen seines Landes zeigt. Kiew reagiert empört.

Das Außenministerium in Kiew bestellt nach einem Auftritt des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán bei einem Fußball-Länderspiel den Botschafter des Landes ein. Für das Fußballspiel der Nationalmannschaft seines Landes gegen Griechenland am Sonntag hat er sich einen Schal umgelegt, der Ungarn mit Ländergrenzen zeigt, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs existierten. Diese schließen Regionen der heutigen EU-Länder Österreich, Slowakei, Rumänien und Kroatien mit ein, genauso wie Teile des heutigen Serbiens und der Ukraine.

"Die Förderung revisionistischer Ideen in Ungarn trägt nicht zur Entwicklung der ukrainisch-ungarischen Beziehungen bei und entspricht nicht den Grundsätzen der Europapolitik", erklärt der ukrainische Außenamtssprecher Oleg Nikolenko auf Facebook. Die Ukraine fordere eine Entschuldigung und eine Erklärung, dass Ungarn keine Ansprüche auf ukrainisches Territorium erhebe.

Orbán hatte zuvor ein Video auf Instagram gepostet, das ihn mit dem umstrittenen Schal zeigt. Dort präsentiert er sich nach dem Spiel gemeinsam mit dem langjährigen ungarischen Nationalspieler Balázs Dzsudzák, der an diesem Tag seine Karriere beendet hat. In dem Video überreicht Dzudzák dem Regierungschef ein Trikot.

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"Als würde der deutsche Kanzler die Grenzen des Deutschen Reichs von 1937 präsentieren", kommentiert der Wissenschaftler Matthäus Wehowski vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden auf Twitter den Vorfall.

Der rumänische EU-Parlamentsabgeordnete Alin Mituța zeigte sich ebenso entsetzt: "Es ist eine revisionistische Geste, die Orbán in die Nähe von Putin rückt, der ebenfalls von Grenzänderungen träumt", schreibt er auf Facebook. Es handle sich um eine weitere "inakzeptable Botschaft" des ungarischen Ministerpräsidenten. Orbán müsse für solche Handlungen zur Verantwortung gezogen werden.

Kroatien und Rumänien zeigten sich irritiert

Es ist nicht das erste Mal, dass Orbán mit einer Karte mit den Grenzen des früheren ungarischen Königreichs vor dem Ende des Ersten Weltkriegs auffällt. Vor rund zwei Jahren hat er das Bild eines Globus mit den ehemaligen Landesgrenzen auf Facebook geteilt. Das hat insbesondere in Kroatien und Rumänien irritierte Reaktionen hervorgerufen.

Orbán ist seit der Invasion Russlands in der Ukraine im Februar einer der wenigen führenden Politiker im Westen, der eine neutrale Haltung gegenüber Moskau eingenommen hat. Militärhilfen für die Ukraine lehnte er ab. Den EU-Sanktionen gegen Russland stellte sich die ungarische Regierung zwar nicht in den Weg, nachdem ihr wichtige Ausnahmen zugestanden worden waren. Budapest macht jedoch die Brüsseler Maßnahmen für die steigenden Energiepreise und die massive Inflation in Ungarn verantwortlich.

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Verwendete Quellen
  • balkaninsight.com: "Orban's 'Greater Hungary' map creates waves in neighbourhood" (englisch)
  • facebook.com: Profil von Alin Mituța
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