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Jean-Claude Juncker erklärt sein Wanken beim Nato-Gipfel

"Ischias-Probleme"  

Juncker erklärt sein Wanken beim Nato-Gipfel

Von Lars Wienand

13.07.2018, 15:21 Uhr
Jean-Claude Juncker: Der Präsident der Europäischen Kommission musste bei einem Abendessen der NATO-Verbündeten von anderen Politikern gestützt werden (Quelle: Imago /Johann Groder)
Sorge um torkelnden EU-Chef Juncker

Jean-Claude Juncker: Der Präsident der Europäischen Kommission musste bei einem Abendessen der NATO-Verbündeten von anderen Politikern gestützt werden. (Quelle: PULS 4)

Jean-Claude Juncker: Der Präsident der Europäischen Kommission musste bei einem Abendessen der NATO-Verbündeten von anderen Politikern gestützt werden. (Quelle: PULS 4)


EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat mit Ischias-Problemen zu kämpfen. Andere Erklärungen für seinen unsicheren Gang beim Nato-Gipfel weist sein Umfeld empört zurück.

Ein unsicherer Auftritt von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Sorgen um die Gesundheit des 63-jährigen Luxemburgers genährt. Der Politiker hatte in der Vergangenheit bereits über Beeinträchtigungen durch Ischias-Probleme berichtet. Die erschwerten ihm das Gehen.

Mit einer besonders schmerzhaften Attacke erklärte sein Sprecher Margaritis Schinas die Bilder vom Mittwoch. Deshalb habe Juncker nicht gut gehen können. 

Von Orban aufgefangen

Juncker hatte auf dem Nato-Gipfel vor dem gemeinsamen Essen der Staats- und Regierungschefs geschwankt und sich eine Treppe hinunter führen lassen. Er drohte auch nach hinten zu kippen, der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko fing ihn dabei auf. Danach wurde Juncker in einem Rollstuhl geschoben. Sprecher Schinas sagte, später sei es dem Präsidenten wieder gut gegangen. Juncker werde "weiter hart arbeiten, so wie er es seit Anfang seiner politischen Karriere getan hat."

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte, der zu Junckers Stützen gehörte, bekräftigte im belgischen Fernsehen: "Soweit ich weiß, hat er keine ernsthaften Gesundheitsprobleme, aber er leidet seit einer Weile unter einem Rückenproblem."

Andere Spekulationen werden aus Junckers Umfeld zurückgewiesen. "Es ist geschmacklos, wie einige Medien jetzt mit herabsetzenden Überschriften die Schmerzen des Präsidenten ausnutzten", hieß es. Sein Büro mauerte: "Es wäre nicht angemessen, irgendwelche gesundheitlichen Probleme öffentlich zu diskutieren."

2014 dementierte Juncker Alkoholprobleme

2014 hatte Juncker sich zu einer öffentlichen Erklärung veranlasst gesehen, er habe kein Alkoholproblem. Anlass war eine Äußerung des damaligen Euro-Gruppen Chefs Jeroen Dijsselbloem: Juncker sei "ein verstockter Raucher und Trinker", hatte er in einer Talkshow in einem lockeren Gespräch gesagt. "Damit war das heikle Thema auf dem Markt", schrieb der "Spiegel" später unter der Überschrift  "Achtung, Alkoholkontrolle!". 

Das Magazin warf damals vor den Europawahlen die Frage auf, ob Juncker einem Spitzenamt in Brüssel wirklich gewachsen sei. In dem Bericht wurde Juncker nachgesagt, bei zahlreichen Begebenheiten "trotz erhöhten Alkoholpegels" ein straffes Arbeitspensum absolviert zu haben. Es steh in Frage, ob Juncker im europäischen Spitzenamt so funktionieren könne.

Kritik: Medien Teil von Kampagne

Der Politikberater und frühere "Bild am Sonntag"-Chefredakteur Michael Spreng kritisierte wenig später, die Medien hätten sich für eine "übles Spiel" missbrauchen lassen, "diese sogenannten Alkoholvorwürfe zu verbreiten, für die es keinerlei Hinweise und Beweise gibt". 

Aktuell verbreiten vor allem Politiker der AfD und von anderen rechtspopulistischen Parteien die Szene vom Nato-Gipfel und sprechen trotz der anderweitigen Erklärung unverhohlen von einem betrunkenen Juncker.

Der joviale Politiker hatte sich Spekulationen in der Vergangenheit aber aufgrund seiner unkonventionellen Auftritten auch selbst zuzuschreiben. So verbreitete sich ein Video viral, das ihn 2015 bei einem EU-Gipfel in Riga zeigte. Dort begrüßte er die Regierungschefs überschwänglich mit Küsschen und Ohrfeigen, spielte mit ihren Krawatten und empfing Ungarns Premierminister Viktor Orban mit "Hallo, Diktator".

Juncker hat bereits erklärt, er werde im kommenden Jahr nicht für eine zweite Amtszeit antreten.

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