Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Ungarn: Möglicher Rauswurf der Orban-Partei aus der EVP rückt näher

Nach Anti-EU-Kampagne  

Möglicher Rauswurf der Orban-Partei aus der EVP rückt näher

04.03.2019, 20:38 Uhr | dpa

Ungarn: Möglicher Rauswurf der Orban-Partei aus der EVP rückt näher. Viktor Orban: Der Partei des ungarischen Premierministers droht der Rauswurf aus der EVP-Fraktion im Europaparlament. (Quelle: AP/dpa/Szilard Koszticsak/MTI)

Viktor Orban: Der Partei des ungarischen Premierministers droht der Rauswurf aus der EVP-Fraktion im Europaparlament. (Quelle: Szilard Koszticsak/MTI/AP/dpa)

Ist es das Ende einer schwierigen Beziehung? Erstmals steht nun offiziell ein möglicher Ausschluss der rechtsnationalen Fidesz-Partei aus der EVP auf dem Plan. Wie verhält sich die Union? 

Die Fidesz-Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban muss sich nach der jüngsten Anti-Migrations-Kampagne voraussichtlich einer Abstimmung über den Rauswurf aus der europäischen Parteienfamilie EVP stellen. Nach offiziellen Angaben sendeten zwölf Mitgliedsparteien aus neun Ländern Anträge auf einen Fidesz-Ausschluss an die Spitze der Europäischen Volkspartei (EVP).

Das Thema soll nun am 20. März bei einer EVP-Vorstandssitzung auf die Tagesordnung kommen. Ein Ausschluss oder ein Aussetzen der Mitgliedschaft muss nach der EVP-Satzung von sieben Parteien aus fünf Ländern vorgeschlagen werden. Zu der Parteienfamilie der europäischen Konservativen gehören aus Deutschland CDU und CSU. Beide Parteien hatten sich zuletzt von Orban distanziert – aber auf die Forderung nach einem Rauswurf verzichtet.

Jahrelange Kritik an Ungarns Politik

Kritiker werfen Orban vor, in Ungarn seit Jahren Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auszuhöhlen, kritische Medien zum Schweigen und zu bringen und die Opposition durch willkürliche Geldstrafen zu schwächen.

Worüber genau bei der EVP-Vorstandssitzung am 20. März abgestimmt wird, ist noch offen. Neben dem sofortigen Ausschluss wäre es auch möglich, die Mitgliedschaft vorerst und unter Auflagen auszusetzen. Die Anwesenden könnten sich zudem auch für einen Verbleib ohne Auflagen aussprechen. Alle Entscheidungen müssen mit absoluter Mehrheit getroffen werden.

Die Mehrheitsverhältnisse in der EVP waren zuletzt unklar. Eine entscheidende Rolle könnte das Stimmverhalten der Delegierten der CDU spielen. Die CDU stellt als größte Partei der EVP die mit Abstand meisten Delegierten.

Debatte auch über Ausschluss aus Fraktion

Bereits in der kommenden Woche könnte nach Angaben aus Parteikreisen zudem über einen Ausschuss der Orban-Partei aus der Fraktion der EVP im Europaparlament diskutiert werden. Fraktionschef ist CSU-Politiker Manfred Weber, der als EVP-Spitzenkandidat in den Europawahlkampf geht und im Herbst EU-Kommissionschef werden will.

Regierungskampagne gegen die EU: Diese Plakate und eine Rede an die Nation sind jüngster Auslöser der Kritik an Orban. (Quelle: Reuters/Tamas Kaszas)Regierungskampagne gegen die EU: Diese Plakate und eine Rede an die Nation sind jüngster Auslöser der Kritik an Orban. (Quelle: Tamas Kaszas/Reuters)

Die jüngste Kampagne von Orban war in der EVP in den vergangenen Wochen auf heftige Kritik gestoßen. Sie zeigt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und den liberalen jüdischen US-Milliardär ungarischer Herkunft, George Soros, in unvorteilhafter Pose auf Postern. Darunter stehen Behauptungen, die suggerieren, beide wollten illegale Migration nach Europa fördern.

Orban: "Nützliche Idioten"

Seine Kritiker unter den europäischen Christdemokraten hatte Orban zuletzt als "nützliche Idioten" der Linken beschimpft. "Während sie einen geistigen Kampf zu führen glauben, dienen sie den Machtinteressen anderer, ja denen unserer Gegner", sagte der rechtsnationale Regierungschef der "Welt am Sonntag". Am Wochenende hatte er bereits die nächste Kampagne angekündigt – gegen den Vize-Präsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans.
 

 
Die Brüsseler Behörde warnte die ungarische Regierung am Montag davor. Egal, ob die Kampagnen Juncker, seinen Vize oder andere Mitarbeiter zum Ziel hätten – "wir werden antworten und unsere Arbeit mit gleicher Kraft gegen Unwahrheiten und betrügerische Rhetorik verteidigen", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe