Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Katalonien-Krise: 200.000 gehen aus Protest auf die Straße

Katalonien-Krise spitzt sich zu  

Hunderttausende gehen aus Protest auf die Straße

18.10.2017, 08:39 Uhr | dpa, t-online.de

Katalonien-Krise: 200.000 gehen aus Protest auf die Straße. Demonstranten halten in Barcelona (Spanien) Plakate mit der Aufschrift «Llibertat» (Freiheit) hoch, um gegen die Verhaftung katalanischer Aktivisten zu protestieren.  (Quelle: dpa/Emilio Morenatti/AP)

Demonstranten halten in Barcelona (Spanien) Plakate mit der Aufschrift «Llibertat» (Freiheit) hoch, um gegen die Verhaftung katalanischer Aktivisten zu protestieren. (Quelle: Emilio Morenatti/AP/dpa)

Die Lage in Katalonien wird immer dramatischer. Aus Protest gegen die Inhaftierung von zwei Unabhängigkeits-Aktivisten gehen rund 200.000 Menschen in Barcelona auf die Straße.

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums aus Madrid verschärft die Inhaftierung zweier Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung die Spannungen zwischen der spanischen Zentralregierung und den Separatisten in Barcelona. Hunderttausende Menschen protestierten am Dienstagabend in Barcelona gegen die Festnahme von zwei führenden Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Der Sprecher der Regionalregierung Kataloniens, Jordi Turull, bezeichnete den Vorfall als "demokratische Schande".

Am Donnerstag läuft ein Ultimatum aus Madrid an die Separatisten ab. Bis dahin sollen sie erklären, die Abspaltungsbestrebungen aufzugeben. Turull versicherte, der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont werde dem Druck nicht nachgeben und Madrid erneut Dialog anbieten. "Er wird von seiner Position nicht abrücken", so Turull.

"Spanische Justiz raus"

Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Ihr seid nicht allein!" und "Spanische Justiz raus". Viele der Befürworter einer Abspaltung der Region von Spanien marschierten mit brennenden Kerzen. Auf Plakaten war unter anderem "Freiheit für die politischen Gefangenen" und "Help us Europe!" zu lesen. Die städtische Polizei der katalanischen Hauptstadt schätzte die Teilnehmerzahl auf 200.000.

Zum Protest aufgerufen hatten die Bürgerinitiative Katalanische Nationalversammlung (ANC) und der Kulturverein Omnium Cultural. Die beiden Präsidenten dieser einflussreichsten separatistischen Organisationen, Jordi Sànchez und Jordi Ciuxart, waren am Montag auf Anordnung einer Richterin in Untersuchungshaft genommen worden.

Den beiden Männern wird "aufrührerisches Verhalten" vorgeworfen. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Sie sollen unter anderem bei einer Demonstration am 20. September die Teilnehmer dazu ermutigt haben, Angehörige der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln. Dabei seien Fahrzeuge der Polizei beschädigt worden, erklärte der nationale Staatsgerichtshof.

90 Prozent stimmten für Abspaltung

Ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht hatte die Regionalregierung von Katalonien am 1. Oktober "ein verbindliches Referendum" über die Unabhängigkeit der Region abgehalten. Rund 90 Prozent stimmten dabei für eine Abspaltung von Spanien. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei etwas mehr als 40 Prozent.

Die Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy gab dem regionalen Regierungschef Carles Puigdemont ultimativ bis Donnerstag um 10.00 Uhr Zeit, die Bestrebungen für einen eigenen Staat zu stoppen und zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückzukehren. Madrid droht bei Zuwiderhandlung mit "harten Maßnahmen".

Unabhängigkeitsreferendum per Gesetz außer Kraft gesetzt

Das spanische Verfassungsgericht hat inzwischen das Gesetz zum katalanischen Unabhängigkeitsreferendum endgültig außer Kraft gesetzt. Bei der Verabschiedung des Gesetzes habe sich das Regionalparlament in Barcelona in illegaler Form Kompetenzen und Zuständigkeiten des spanischen Staates angeeignet, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil.

Zudem verletze das Gesetz Verfassungsprinzipien, die nationale Souveränität und die "unauflösliche Einheit des spanischen Nation". Bereits Anfang September war das Gesetz vom Gericht vorläufig aufgehoben worden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019