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Ringen um Tory-Parteispitze - May-Nachfolge: Ist Boris Johnson noch zu stoppen?

Ringen um Tory-Parteispitze  

May-Nachfolge: Ist Boris Johnson noch zu stoppen?

19.06.2019, 13:44 Uhr | dpa

Ringen um Tory-Parteispitze - May-Nachfolge: Ist Boris Johnson noch zu stoppen?. Der Favorit unter den Bewerbern für die May-Nachfolge: Ex-Außenminister Boris Johnson.

Der Favorit unter den Bewerbern für die May-Nachfolge: Ex-Außenminister Boris Johnson. Foto: Yui Mok/PA Wire. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Im Rennen um das Amt des Tory-Parteichefs und künftigen britischen Premierministers scheidet an diesem Mittwoch ein weiterer Bewerber aus.

Das Feld von fünf Kandidaten soll in einer dritten Wahlrunde am Nachmittag verkleinert und bis Donnerstagabend dann auf zwei reduziert werden. Wer von ihnen Tory-Chef und damit Premierminister wird, entscheiden die rund 160.000 Parteimitglieder. Das Ergebnis steht erst Ende Juli fest.

Umfragen zufolge ist Boris Johnson an der Basis klarer Favorit. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler zurückzugewinnen, die sich von der Konservativen Partei abgewendet haben.

Johnson erhielt bei der zweiten Runde am Dienstag 126 der 313 Stimmen aus der Tory-Fraktion. Er darf sich damit große Hoffnungen machen, Theresa May an der Spitze der Partei und Regierung zu beerben. Noch im Rennen sind neben ihm Außenminister Jeremy Hunt (46 Stimmen), Umweltminister Michael Gove (41), Entwicklungshilfeminister Rory Stewart (37) sowie Innenminister Sajid Javid (33).

Ex-Brexit-Minister Dominic Raab blieb dagegen mit nur 30 Stimmen auf der Strecke. Einige seiner Wähler könnten nun den Brexit-Hardliner Johnson unterstützen, der am Mittwoch 55 Jahre alt geworden ist.

Johnson konnte zwar bei einer TV-Debatte in der BBC am Dienstagabend nicht glänzen. Doch einen folgenschweren Lapsus leistete sich der für seine verbalen Fehltritte bekannte Politiker auch nicht. Zudem brillierte keiner der anderen Kandidaten in der Diskussionsrunde.

Der bereits als Geheimfavorit für die Rolle des Johnson-Gegenspielers gehandelte Entwicklungshilfeminister Stewart enttäuschte die Hoffnungen seiner Anhänger mit einem schwachen Auftritt. Nachdem er bei der zweiten Abstimmung die Zahl seiner Unterstützer noch beinahe verdoppeln konnte, scheint nun fraglich, ob er die dritte Runde am Mittwoch überstehen wird. Stewart will als einziger der Bewerber das Brexit-Abkommen nicht noch einmal nachverhandeln. Auch einen EU-Austritt ohne Abkommen lehnt nur er allein entschieden ab.

Stewart erklärte am Mittwoch, dass er mit Gove im Gespräch sei, um gemeinsam Kräfte im Kampf um das Amt zu bündeln. "Es ist klar, dass Boris Johnson in die letzte Runde kommt", sagte Stewart der BBC.

Versuche, Stewart mit vermeintlichen Schatten seiner Vergangenheit zu konfrontieren, konnten ihm bislang nichts anhaben. Das Eingeständnis, einmal im Iran an einer Opiumpfeife gezogen zu haben und Spekulationen über eine mögliche Tätigkeit beim Auslandsgeheimdienst MI6 trugen eher noch zu seiner Bekanntheit bei. Bei dem Fernsehauftritt am Dienstag fühlte sich Stewart indes sichtlich unwohl, rutschte auf seinem Stuhl hin und her und legte mitten in der Debatte seine Krawatte ab. Später darauf angesprochen sagte Stewart: "Ich nahm meine Krawatte ab, weil ich sie nun mal ablegen wollte."

Ein großer Teil der konservativen Parteimitglieder gilt als Brexit-Hardliner. Knapp die Hälfte sähe sogar den Chef der neuen Brexit-Partei gern an der Spitze der Tories, wie eine Umfrage zeigte.

Farage hält eine Zusammenarbeit mit der Konservativen Partei - mit Boris Johnson als Chef - unter bestimmten Umständen für möglich, wie er dem "Telegraph" jetzt sagte. Bei der letzten Europawahl war die Brexit-Partei aus dem Stand heraus die erfolgreichste Partei in Großbritannien. Farage hatte auch die EU-feindliche Ukip-Partei gegründet, die aber kaum noch Bedeutung in Großbritannien hat.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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