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Sea-Eye rettet wieder: 44 Migranten von Holzboot aufgenommen

Von dpa
Aktualisiert am 08.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" hat weitere 44 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet.
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" hat weitere 44 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet. (Quelle: Fabian Heinz/Sea-Eye./dpa)
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Rom (dpa) - Kurz nach ihrer R├╝ckkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye mit ihrem Schiff "Alan Kurdi" 44 Migranten gerettet. Der Einsatz sei in Kooperation mit den maltesischen Beh├Ârden erfolgt, erkl├Ąrte die Organisation am Montagabend auf Twitter.

Die Menschen seien auf einem Holzboot unterwegs gewesen, das zuvor von dem privaten Suchflugzeug "Colibri" ausgemacht worden war. "Ein Schiff der maltesischen Marine ist nun auf dem Weg, um sie (die Migranten) von der #AlanKurdi zu ├╝bernehmen und an Land zu bringen", twitterte Sea-Eye. Eine Best├Ątigung aus Malta gab es zun├Ąchst nicht.

Erst am Sonntag hatte sich die Inselrepublik bereit erkl├Ąrt, 65 von Sea-Eye gerettete Migranten an Land zu lassen. Die "Alan Kurdi" war daraufhin ins Einsatzgebiet zur├╝ckgekehrt. Italien hatte die Einfahrt des Schiffs verboten.

Rettungseins├Ątze von privaten Seenotrettern endeten zuletzt immer wieder in langen H├Ąngepartien oder mit der Beschlagnahmung von Rettungsschiffen. Besonders viel Aufmerksamkeit hatte der Fall der Kapit├Ąnin Carola Rackete bekommen, die mit dem Schiff "Sea-Watch 3" und geretteten Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren war. Gegen sie wird in Italien ermittelt.

Die Bundesregierung h├Ąlt eine neue staatliche Seenotrettungsmission im Mittelmeer momentan nicht f├╝r sinnvoll. Erst m├╝sse die Frage der Aufnahme und der Verteilung der Migranten dauerhaft geregelt werden, sagte ein Sprecher des Ausw├Ąrtigen Amtes in Berlin.

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Er r├Ąumte aber ein: "Es gibt da eine L├╝cke in der Seenotrettung." Die L├╝cke k├Ânne jedoch erst geschlossen werden, "wenn es danach einen Hafen gibt f├╝r die Schiffe, in den sie einfahren k├Ânnen".

Das Problem war am Wochenende wieder akut geworden, nachdem mehrere Schiffe mit geretteten Migranten einen sicheren Hafen zum Anlegen gesucht hatten. 65 Migranten, die die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye an Bord ihres Schiffes "Alan Kurdi" genommen hatte, konnten nach ihrer Irrfahrt auf dem Mittelmeer am Sonntag in Malta an Land gehen. Wohin sie nun verteilt werden, ist allerdings unklar.

Das Segelschiff "Alex" war dagegen unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa gefahren und wurde am Montag konfisziert. Die italienische Regierung geht mittlerweile rigoros gegen Seenotretter vor, die von Innenminister Matteo Salvini beschuldigt werden, Komplizen von Schleppern zu sein.

Eine staatliche Seenotrettungsmission gibt es nicht mehr, seitdem die EU die Rettung von Migranten auf See im M├Ąrz vorerst eingestellt hatte. Hintergrund war ein Streit mit Italien ├╝ber die Aufnahme der Menschen, die im Rahmen der Operation "Sophia" gerettet wurden. Ziel der Mission war auch die Bek├Ąmpfung der Machenschaften der Schlepper, die f├╝r die illegale ├ťberfahrt viel Geld nehmen.

Der parlamentarische Gesch├Ąftsf├╝hrer der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, forderte: "Die Seenotrettung muss wieder staatliche Aufgabe sein und nicht auf zivile Hilfsorganisationen abgew├Ąlzt werden." R├╝ckf├╝hrungen in B├╝rgerkriegsl├Ąnder und "Folterstaaten" wie Libyen m├╝ssten sofort eingestellt werden.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Not auf hoher See betreffe nicht nur die Mittelmeeranrainer und zwei oder drei Staaten im Zentrum Europas, sondern sei "eine Sache der europ├Ąischen Solidarit├Ąt". Das Bundesinnenministerium teilte mit, Deutschland habe seit Jahresbeginn 276 Migranten aufgenommen, die in Libyen vom UN-Fl├╝chtlingshilfswerk ausgew├Ąhlt worden waren. Diese sogenannten Kontingent-Fl├╝chtlinge waren erst nach Niger gebracht und sp├Ąter nach Deutschland geflogen worden. Dieses Jahr sollen den Angaben zufolge noch weitere 312 Migranten auf diesem Weg nach Deutschland kommen.

Europa-Staatsminister Michael Roth h├Ąlt eine gemeinsame L├Âsung aller EU-Staaten zum Umgang mit den geretteten Migranten nicht f├╝r realistisch. "Ich hab die Hoffnung aufgegeben, dass wir als gesamte Europ├Ąische Union uns auf einen entsprechenden Verteilungsmechanismus verst├Ąndigen k├Ânnen", sagte der SPD-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". "Aber wir arbeiten seit Monaten daran, dass eine Koalition von Staaten, die Gefl├╝chtete aufnehmen wollen", sich zusammenschlie├če, f├╝gte er hinzu.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. "Wir dr├Ąngen weiter intensiv darauf, dass es einen festen Verteilmechanismus gibt, damit die Schiffe jeweils sofort den n├Ąchsten sicheren Hafen ansteuern k├Ânnen", sagte ein Sprecher seines Ministeriums.

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