"Friedlicher Protest"

Trump verteidigt Maskenverweigerer

08.08.2020, 12:47 Uhr | dpa, mja

US-Präsident Donald Trump in Bedminster: Er verteidigte die Maskenverweigerer im Publikum. (Quelle: Joshua Roberts/Reuters)

Trotz der schlimmen Corona-Lage in den USA empfängt Donald Trump Gäste in seinem Golfclub. Die meisten erscheinen ohne Mund-Nasen-Schutz. Trump verteidigt sie gegen Kritik – und liefert eine eigenwillige Erklärung für ihr Verhalten.

US-Präsident Donald Trump hat Gäste seines Golfclubs verteidigt, die bei seiner Pressekonferenz in einem geschlossenen Raum trotz der anhaltenden Corona-Pandemie keine Maske trugen. Es gebe Ausnahmen von der Maskenpflicht für "politische Aktivitäten", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) in seinem Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. Seine offizielle Pressekonferenz als US-Präsident sei auch ein "friedlicher Protest", behauptete Trump unter dem Jubel der Gäste weiter.

Trump: Anwesenheit stellt politischen Protest dar

Mitglieder des Golfclubs waren eingeladen worden, der Pressekonferenz des US-Präsidenten beizuwohnen. Die Gäste wüssten, dass die Medien nur Falschinformationen ("fake news") verbreiteten, ihre Anwesenheit stelle daher einen politischen Protest dar, sagte Trump weiter – unter großem Jubel. Nach Berichten anwesender Journalisten und auf Fotos trugen die meisten Gäste keine Maske.

Fast vier Jahre Präsident Trump: Seine Amtszeit in Bildern

Der US-Präsident polarisiert mit seinen Aussagen. Egal, ob es um den richtigen Umgang mit dem Coronavirus oder Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt geht. Der Kurznachrichtendienst Twitter kennzeichnet immer wieder Tweets von Donald Trump. Kein Präsident vor ihm nutzte die Sozialen Medien in einer solchen Frequenz. (Quelle: MediaPunch/imago images)

Donald Trump vor dem Krankenhausschiff "USNS Comfort" Ende März 2020: Die Coronavirus-Pandemie hat die Vereinigten Staaten hart getroffen. Der Präsident hatte die Gefahr des Virus lange nicht ernst genommen. Nun wird ihm das zum Verhängnis. Zur Hochphase des Präsidentschaftswahlkampfes sinken seine Umfragewerte. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Er ist einer von vielen, die gehen mussten: Ex-Sicherheitsberater John Bolton. Trump feuert regelmäßig Mitarbeiter, das Personalkarussell im Weißen Haus dreht sich schnell. Im Sommer 2020 setzt ein Enthüllungsbuch Boltons den Präsdenten unter Druck. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine: Wollte Donald Trump mit Hilfe des Landes im Osten in den US-Wahlkampf eingreifen und seinen Herausforderer Joe Biden verunglimpfen? Der Präsident streitet ab. Ein Amtsenthebungsverfahren überstand Donald Trump im Januar 2020. Das Verfahren leitete unter anderem: Nancy Pelosi. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Im Juni 2019 wurde Donald Trump zum ersten amtierenden US-Präsidenten, der nordkoreanischen Boden betritt. Auf dem Foto trifft er Diktator Kim Jong Un in der demilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas. Den Konflikt mit Nordkorea vermochte Trump bisher trotz der Treffen nicht auszuräumen. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Hier reichen sie sich die Hand. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie politische Gegner sind: Als Sprecherin des Repräsentantenhauses macht Nancy Pelosi Donald Trump das Leben schwer. Die Demokraten sind hier in der Mehrheit und blockieren regelmäßig Vorhaben des Präsidenten. Etwa die Finanzierung der Mauer zwischen Mexiko und den USA. Das Foto entstand am Tag der Rede zur Lage der Nation am 5. Februar 2019. (Quelle: Everett Collection/imago images)

Am 14. Januar 2019 präsentierte Trump das traditionelle Essen des Weißen Hauses für die Gewinner der College-Football-Championship. Wegen des Shutdown im US-Haushalt musste man auf Fast-Food zurückgreifen. Trump selbst schien das zu gefallen: Er isst ohnehin fast täglich Fastfood. (Quelle: imago images)

Rededuell im Weißen Haus: Am 17. Dezember 2018 kommt es bei einer Pressekonferenz zum Eklat. Gegen den Willen von Trump will der CNN-Reporter Jim Acosta weitere Fragen an den US-Präsidenten stellen. Als eine Mitarbeiterin dem Reporter das Mikrofon abnehmen will, wehrt sich dieser dagegen. Acosta wird nach dem Vorfall die Akkreditierung entzogen. (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters)

Trump und Putin. Beziehungsstatus: Es ist kompliziert (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

Trump lässt den G7-Gipfel mit einem Eklat enden (Quelle: Jesco Denzel/Bundesregierung/Getty Images)

In den Armen des Feindes: Am 12. Juni 2018 trafen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur aufeinander. Der US-Präsident hatte bei dem Besuch sichtlich Spaß und ließ sich vom Diktator Kim sogar am Rücken tätscheln. Beachtlich, wenn man bedenkt, wie feindlich die USA und Nordkorea sich normalerweise gegenüberstehen. Doch das sollte nicht das letzte persönliche Treffen der beiden sein. (Quelle: imago images)

Donald Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron beim Händchenhalten. Das wirkte allerdings etwas verkrampft. Kein Wunder, auch mit dem Franzosen hat sich Trump schon mal inhaltlich überworfen und seinen Unmut über Twitter laut gemacht. Über die Frau des Franzosen sagte Trumps, sie sei noch gut in Form. Auch das kam nicht gut an. Das Foto entstand am 24. April 2018 in Washington, DC. (Quelle: imago images)

Ein Symbolbild für den Charakter Donald Trumps? Obwohl immer wieder eindringlich davor gewarnt wird, guckt der US-Präsident am 21. August 2017 während einer Sonnenfinsternis demonstrativ in die Sonne. Dafür erntete er viel Spott. (Quelle: Kevin Lamarque/Reuters)

Bereitet er sich gut auf seine Termine vor? Beim sogenannten "Asian Handshake" überkreuzen die Teilnehmer die Arme und halten so in einer langen Kette die Hände. Diesen Handschlag lernte Trump erst am 13. November 2017 kennen. Das Händeschütteln mit dem vietnamesischen Premierminister Nguyen Xuan Phuc, links, und dem Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, bereitete Trump bei seiner Asienreise offenbar Schwierigkeiten. (Quelle: dpa)

Im März 2017 besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren amerikanischen Kollegen das erste Mal in Washington. Während sie seinen Ausführungen folgt, entgleitet ihr scheinbar das Gesicht. Kein Wunder: Immer wieder polarisiert Donald Trump mit seinen Aussagen. (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters)

Die Amtseinführung von Donald Trump: Seit dem 20. Januar 2017 ist der ehemalige Geschäftsmann der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er gewann bei der Wahl im November 2016 gegen die Demokratin Hillary Clinton und folgte damit auf Barack Obama. (Quelle: imago images)

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Die bei Trumps Pressekonferenzen anwesenden Journalisten werden routinemäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Bei den Gästen des Golfclubs wurde nach Angaben mitreisender Journalisten vor der Pressekonferenz gemessen, ob sie Fieber haben.

Der Republikaner Trump wurde lange dafür kritisiert, dass er trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten keine Maske über Mund und Nase trug. Das Tragen von Masken wurde dadurch in den USA auch ein Politikum. Inzwischen ist Trump aber einige Male auch mit Maske aufgetreten. Trump ist für das Wochenende in den exklusiven Golfclub gereist.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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