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Russische Funksprüche: "Ihr habt Hunde gegessen?" – "Ja, wir wollten Fleisch"


Russische Funksprüche
"Ihr habt Hunde gegessen?" – "Ja, wir wollten ein bisschen Fleisch"

Von t-online, mk

Aktualisiert am 31.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Russischer Soldat in der Ukraine: In abgefangenen Funksprüchen berichten Soldaten von den Schrecken des Krieges.Vergrößern des BildesRussischer Soldat in der Ukraine: In abgefangenen Funksprüchen berichten Soldaten von den Schrecken des Krieges. (Quelle: Dan Kitwood/getty-images-bilder)
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Der ukrainische Geheimdienst fängt regelmäßig Funksprüche russischer Soldaten ab. Die Dialoge dokumentieren Kriegsverbrechen, aber auch Verzweiflung unter den Angreifern.

Es sind Dokumente des Schreckens, die der ukrainische Geheimdienst SSU auf seiner Homepage sammelt: Abgefangene Funksprüche russischer Soldaten, die von Vergewaltigung, Hunger und Verzweiflung berichten. Die Aufnahmen vermitteln einen seltenen Eindruck vom Geschehen hinter den russischen Linien – und könnten in späteren Prozessen als Beweismaterial für Kriegsverbrechen dienen.

Besonders verstörend wirkt ein Audiomitschnitt, den der SSU am 26. März veröffentlicht hat. Darin unterhalten sich mehrere russische Soldaten in der Ukraine. Einer erzählt: "Wir haben hier drei Panzersoldaten. Die haben ein Mädchen vergewaltigt." Dann fragt eine Frauenstimme: "Wer hat das getan?" "Die drei Panzersoldaten. Das Mädchen war 16." "Unsere Jungs?", fragt die Frau zurück. "Jup", sagt der Mann, woraufhin die Frau zu fluchen beginnt. Der Soldat selbst sagt, die Vergewaltiger sollten erschossen werden.

Alle Hühner und Gänse in der Umgebung verspeist

Im selben Dialog berichtet er, dass einige seiner Kameraden "den Verstand verlieren" und manchmal aus Langeweile und ohne Grund selbst schwere Waffen wie Granatwerfer und Panzergeschütze abfeuerten.

Einen Eindruck von der miserablen Versorgungslage der russischen Soldaten gibt ein Audiomitschnitt vom 26. März.

  • Zu Beginn fragt eine männliche Stimme: "Habt ihr wenigstens gut gegessen?"
  • "Gar nicht schlecht, gestern gab es Hund."
  • "Ihr esst Hunde, oder was?!"
  • "Ja, wir wollten ein bisschen Fleisch."
  • "Warum, habt ihr nichts zu essen?"

"Schon", antwortet der Mann, aber sie hätten "die Schnauze voll" von den Versorgungspaketen der Armee und sie hätten schon alle Hühner und Gänse in der Umgebung verspeist.

Russische Soldaten müssen mit Handys kommunizieren

In anderen Aufnahmen berichten Soldaten von Plünderungen, desertierten Kameraden und Offizieren, die selbst nicht wüssten, wozu sie eigentlich in der Ukraine seien. Manche Soldaten würden sich selbst verletzen, um nicht mehr kämpfen zu müssen, während hinter der Front tschetschenische Kämpfer die russischen Soldaten mit Gewalt zurück ins Kriegsgebiet schickten.

Unklar ist, ob die Aufnahmen authentisch sind. Auch die ukrainische Seite betreibt Kriegspropaganda und hat ein Interesse daran, die gegnerische Armee möglichst schlecht aussehen zu lassen. Dabei ist sie allerdings nicht darauf angewiesen, die Realität zu verdrehen – wichtiger ist ihre Glaubwürdigkeit. Bekannt ist etwa, dass die ukrainische Armee die Zahl getöteter russischer Soldaten eher zu niedrig angibt als zu hoch, um nicht in den Verdacht zu geraten, absichtlich falsche Angaben zu machen.

Für die Echtheit der Aufnahmen sprechen auch Berichte über die mangelhafte Ausstattung der russischen Invasionsarmee, der es an Möglichkeiten zur verschlüsselten Kommunikation mangelt. So müssen die russischen Soldaten häufig mit normalen Handys telefonieren – die für die Ukrainer leicht abzuhören sind.

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