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Russland gibt Kiew Schuld an Butscha – USA kontern


Massaker an Zivilisten
Russland gibt Kiew Schuld an Butscha – USA kontern

Von dpa
05.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein toter Zivilist mit auf dem Rücken gefesselten Händen liegt auf dem Boden in Butscha: Russland weist alle Verantwortung von sich.Vergrößern des BildesEin toter Zivilist mit auf dem Rücken gefesselten Händen liegt auf dem Boden in Butscha: Russland weist alle Verantwortung von sich. (Quelle: Efrem Lukatsky/dpa-bilder)
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Der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen nennt das Massaker in Butscha eine "inszenierte Provokation" und weist jede Beteiligung Russlands von sich. Die USA und die Ukraine reagieren sofort.

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die Gräueltaten an Bewohnern der ukrainischen Stadt Butscha als "inszenierte Provokation" bezeichnet. Es handele sich dabei um eine "abscheuliche Provokation des Regimes in Kiew", sagte Nebensja am Montag bei einer Pressekonferenz in New York. Das russische Militär habe das, wofür es beschuldigt werde, nicht getan, es habe keine Gräueltaten gegen Zivilisten in der Ukraine begangen. "Das ist nicht der Fall, das war nicht der Fall, und das wird nie der Fall sein", sagte er.

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Für all das habe Russland Beweise, die es sobald wie möglich dem UN-Sicherheitsrat vorlegen werde, sagte Nebensja weiter. Russland hatte bereits für Montag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Die derzeitige britische Präsidentschaft des Rates beließ es aber bei der bereits angesetzten Sitzung am Dienstag, was Nebensja scharf kritisierte.

Bilder zeigen Leichen auf den Straßen

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt hatten Aufnahmen von Leichen auf den Straßen von Butscha international für Entsetzen gesorgt. Die Ukraine macht russische Truppen für die Gräueltaten verantwortlich. Diese hatten die kleine Stadt bis vor kurzem besetzt. UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich "zutiefst geschockt" und forderte eine unabhängige Untersuchung.

Ukraine will G7-Staaten Situation vor Ort zeigen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat alle Kollegen, die an der Wirkung neuer Sanktionen gegen Russland zweifelten, zu einem Besuch des Kiewer Vororts Butscha eingeladen. Dort haben russische Truppen nach bisherigen Ermittlungen viele Zivilisten getötet. Die Einladung gelte vor allem für einige nicht genannte Angehörige der Gruppe G7, sagte Kuleba am Montag nach einem Treffen mit der britischen Außenministerin Liz Truss in Warschau. "Ich weiß, dass es einige Mitglieder der G7 gibt, die immer noch am Sinn weiterer Sanktionen gegen Russland zweifeln", wurde Kuleba von der Agentur Unian zitiert.

"Daher lade ich diese Kollegen ein, noch vor ihrem Ministertreffen am Donnerstag Butscha zu besuchen, um jegliche Zweifel zu zerstreuen", sagte Kuleba. Neben den Außenministern seien auch andere Mitglieder ihrer jeweiligen Regierungen willkommen. "Halbe Maßnahmen reichen nicht mehr aus", sagte Kuleba und bekräftigte seine Forderung nach "strengsten Sanktionen" gegen Moskau. Zur G7 gehören Deutschland, Großbritannien, Kanada, die USA sowie Japan, Italien und Frankreich.

USA sehen russische Truppen als verantwortlich für Gräueltaten

Nach Ansicht des US-Verteidigungsministeriums sind die russischen Streitkräfte für die Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha verantwortlich. "Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich – nicht nur für uns, sondern für die Welt - dass russische Kräfte für die Gräueltaten in Butscha verantwortlich sind", sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby, am Montag. Die USA könnten nicht genau sagen, welche Einheiten dort im Einsatz gewesen seien, aber es gebe keine Zweifel, dass die Gräueltaten stattgefunden hätten und eine Tat der russischen Kräfte seien, sagte Kirby.

Staatsanwaltschaft untersucht Fälle über Kriegsverbrechen

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 7.000 Meldungen über russische Kriegsverbrechen in der Region um Kiew registriert. Die meisten Opfer habe es in Borodjanka gegeben, erklärte Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa der Agentur "Unian" zufolge am Montagabend. "Ich denke, wir werden gesondert über Borodjanka sprechen", sagte sie demnach.

Die Generalstaatsanwaltschaft arbeitet den Angaben nach bereits an der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in Irpin, Butscha und Worsel. Die Bilder aus dem Kiewer Vorort Butscha, wo nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, hatten am Wochenende international für Entsetzen gesorgt. Die Ukraine macht für das Massaker russische Truppen verantwortlich, die die Stadt bis vor kurzem besetzt hatten. Moskau bestreitet das.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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