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Was der BND ĂŒber die Kriegsverbrecher weiß

Von Daniel MĂŒtzel

Aktualisiert am 08.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Ein ukrainischer Soldat neben dem Massengrab in Butscha: "Kein Zweifel, dass russische Soldaten das waren."
Ein ukrainischer Soldat neben dem Massengrab in Butscha: "Kein Zweifel, dass russische Soldaten das waren." (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)
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Das Massaker an Zivilisten im ukrainischen Butscha löst weltweit Entsetzen aus. Laut t-online-Informationen hatte der BND die Lage ĂŒber Wochen beobachtet. Die Belege fĂŒr russische GrĂ€ueltaten seien "umfassend und detailliert".

Der Massenmord an ukrainischen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha hat der Welt einmal mehr das brutale Vorgehen der russischen Armee vor Augen gefĂŒhrt. Über 400 Leichen haben ukrainische Behörden mittlerweile auf der Straße, in zerstörten WohnhĂ€usern oder in der Erde geborgen. In einer Grube hinter der St.-Andreas-Kirche hatten Putins Truppen Hunderte Menschen verscharrt, bevor sie die Stadt verließen. Dutzende Leichen ließen sie auf offener Straße liegen, teils mit verbundenen HĂ€nden und Schusswunden im Kopf und Nacken.


Bilder zeigen Butscha nach dem Massaker

Butscha gleicht einer Geisterstadt: In dem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew wurden hunderte Zivilisten ermordet. Berichte russischer GrĂ€ueltaten dringen nach und nach an die Öffentlichkeit.
Ukrainische Soldaten erreichen den ehemals russisch besetzten Kiewer Vorort Butscha mit MilitÀr- und einem Hilfskonvoi.
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Nach dem Bekanntwerden der GrĂ€ueltaten kĂŒndigten mehrere westliche Staaten an, die Sanktionen gegen Russland zu verschĂ€rfen. Auch sollen verstĂ€rkt schwere Waffensysteme in die Ukraine geliefert werden. Nato-GeneralsekretĂ€r Stoltenberg sagte am Freitag: "Die Alliierten sind bereit, mehr und auch modernere und schwerere Waffen zu liefern."

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BND beobachtete die russischen Truppen in Butscha "ĂŒber Wochen"

Laut t-online-Informationen hatte der Bundesnachrichtendienst (BND) die Geschehnisse in Butscha seit Wochen genau im Blick – und zwar "auf allen Ebenen" der Informationsbeschaffung, heißt es aus Sicherheitskreisen. Das schließe die Analyse von Satellitenbildern, abgehörten FunksprĂŒchen sowie weiterer elektronischen Kommunikation ein. Die Belege fĂŒr die GrĂ€ueltaten russischer Truppen seien "umfassend und detailliert". "Es besteht kein Zweifel, dass die russische Armee diese Verbrechen begangen und systematisch Zivilisten ermordet hat", sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person t-online.

Die russische Armee begann ihren Angriff auf Butscha mit FallschirmjĂ€gern und Panzern am 27. Februar und erlangte spĂ€testens am 12. MĂ€rz volle Kontrolle ĂŒber den Ort. Am 30. MĂ€rz zogen die Truppen ab.

Serhii Lahovskyi, ein Bewohner von Butscha, trauert um seinen ermordeten Freund: "Jeder soll ihren Namen kennen."
Serhii Lahovskyi, ein Bewohner von Butscha, trauert um seinen ermordeten Freund: "Jeder soll ihren Namen kennen." (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)

Zuvor hatte der "Spiegel" ĂŒber FunksprĂŒche aus der Region nördlich von Kiew berichtet, die der BND offenbar abgefangen hat. Dort liegt auch Butscha. In mitgeschnittenen GesprĂ€chen sollen sich russische Soldaten offen ĂŒber gezielte Tötungen an ukrainischen Zivilisten ausgetauscht haben. So habe beispielsweise ein Soldat einem anderen erzĂ€hlt, er und seine Kollegen hĂ€tten auf einen Radfahrer geschossen. In einem anderen Funkspruch soll ein Mann sagen, man befrage Soldaten erst, dann erschieße man sie. Die Soldaten hĂ€tten sich ĂŒber das Morden unterhalten, als wĂ€re es Alltag, zitiert der "Spiegel" aus einer BND-Unterrichtung des Parlaments.

Ein in den vergangenen Tagen vom ukrainischen MilitĂ€r veröffentlichtes Drohnenvideo zeigt, wie ein russischer Panzer in Butscha auf einen Fahrradfahrer feuert. Die Leiche des Mannes lag noch auf der Straße, nachdem die Russen abgezogen waren. Ob die Szene dem abgehörten Funkspruch des BND zugeordnet werden kann, ist jedoch unklar.

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Wer sind die SchlÀchter von Butscha?

Wer genau die GrĂ€ueltaten in dem Kiewer Vorort begangen hat, ist nun Gegenstand von Ermittlungen. Laut t-online-Informationen geht der BND davon aus, dass sowohl regulĂ€re russische Soldaten als auch speziell ausgebildete KĂ€mpfer, die in brutaler Kriegstaktik und dem gezielten Töten von Zivilisten erprobt sind, beteiligt gewesen sind. Das gelte auch fĂŒr die Söldner der berĂŒchtigten "Gruppe Wagner", die weltweit verdeckt in Moskaus Auftrag operieren und denen Menschenrechtsverletzungen etwa in Syrien und Libyen vorgeworfen werden.

Ukrainische Soldaten laufen durch eine Blech- und StahlwĂŒste in Butscha.
Ukrainische Soldaten laufen durch eine Blech- und StahlwĂŒste in Butscha. (Quelle: Alkis Konstantinidis/Reuters-bilder)

Augenzeugenberichten zufolge waren zunĂ€chst junge russische Soldaten in Butscha stationiert. Kurz darauf seien Ă€ltere, hĂ€rtere KĂ€mpfer des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB nachgerĂŒckt, erzĂ€hlte eine Bewohnerin der Nachrichtenagentur Reuters. Danach verschlimmerte sich die Situation deutlich. "Direkt vor meinen Augen schossen sie auf einen Mann, der zum Einkaufen in einen Supermarkt gehen wollte", so die Bewohnerin zu Reuters.

Auch laut BND-Informationen sei ein Teil der zunĂ€chst in Butscha stationierten Truppen ausgetauscht worden, heißt es aus Sicherheitskreisen. Dieser Austausch habe zumindest teilweise "im Rahmen regulĂ€rer Rotation von StreitkrĂ€ften" stattgefunden, etwa wenn Frontsoldaten nach der Einnahme einer Stadt durch nachrĂŒckende Einheiten ausgewechselt werden.

"Alle Kriegsverbrecher werden verfolgt und angeklagt"

Zu den regulĂ€r in Butscha operierenden Soldaten gehörte laut ukrainischem Geheimdienst vor allem die 64. motorisierte SchĂŒtzenbrigade. Dazu veröffentlichte die Behörde eine umfangreiche Liste mit Namen, Geburts- und Passdaten Hunderter russischer Soldaten. "Alle Kriegsverbrecher werden verfolgt und angeklagt", kommentierte der Geheimdienst die Veröffentlichung. Als Drahtzieher der GrĂ€ueltaten soll der Kommandeur der Brigade, Oberstleutnant Azatbek Omurbekov, gelten.

Liste des ukrainischen Geheimdienstes mit den Namen der in Butscha stationierten russischen Soldaten.
Liste des ukrainischen Geheimdienstes mit den Namen der in Butscha stationierten russischen Soldaten. (Quelle: Ukrainischer Geheimdienst/leer)

Estnische Datenanalysten haben die Herkunft der Soldaten anhand ihrer Passinformationen nachvollzogen und in einer Karte aufbereitet. Sie zeigt: Die KĂ€mpfer kommen aus allen Teilen Russlands – aus Gebieten nahe der ukrainischen Grenze, dem Nordkaukasus, der autonomen Republik Burjatien und dem Fernen Osten in der NĂ€he von Wladiwostok.

Das russische MilitĂ€r soll Beobachtern zufolge verstĂ€rkt ethnische Minderheiten – Burjaten, Kaukasier, Menschen aus dem Grenzgebiet zur Mongolei – in die Schlacht schicken. SchĂ€tzungen zufolge ist der Anteil ethnischer Minderheiten an den bisher getöteten russischen Soldaten ĂŒberdurchschnittlich hoch.

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Auch tschetschenische Truppen sollen sich an den Kriegsverbrechen in Butscha beteiligt haben. Mehrere Medien zitieren Augenzeugen, denen zufolge tschetschenische Einheiten nach Butscha kamen, nachdem die russische Armee den Ort eingenommen hatte. Die "New York Times" berichtet von tschetschenischen KĂ€mpfern, die von TĂŒr zu TĂŒr gingen, um nach Waffen und ukrainischen KĂ€mpfern zu suchen. "Sie haben mich geschlagen und gefragt: 'Wo sind die ukrainischen Soldaten?'", zitiert die Zeitung einen Einwohner.

Ob auch der BND handfeste Belege dafĂŒr hat, dass sich tschetschenische KĂ€mpfer unmittelbar an der Ermordung von Zivilisten beteiligt haben, ist unklar. "Kein Kommentar", heißt es dazu aus Sicherheitskreisen.

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Von Patrick Diekmann, Madrid
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