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Reiche Russen sichern Vermögen offenbar in Dubai

Von afp
Aktualisiert am 03.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Finanzdistrikt in Dubai: Viele Menschen aus Russland investieren dort derzeit.
Finanzdistrikt in Dubai: Viele Menschen aus Russland investieren dort derzeit. (Quelle: aal.photo/imago-images-bilder)
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"Dubai uncovered" heißen die neuen Enthüllungen, die auch einige Vertraute Putins in Bedrängnis bringen könnten. Sie könnten versucht haben, sich auf dem Dubaier Immobilienmarkt vor Sanktionen zu retten.

Vermögende Russen haben ihr Geld Medienberichten zufolge massiv in Immobilien in Dubai investiert – und damit womöglich auch vor Sanktionen in Sicherheit gebracht. Die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete zusammen mit 20 internationalen Recherchepartnern über einen neuen Datensatz, der einen Einblick in die Eigentumsverhältnisse auf dem Dubaier Immobilienmarkt ermöglicht.

Die Recherchepartner unter Koordination der norwegischen Finanzzeitung "E24" haben den Enthüllungen den Titel "Dubai uncovered" gegeben. Die Daten, ein Abbild des Grundbuchs von Dubai mit Stand von Anfang 2020, waren dem Center for Advanced Defense Studies (C4ADS) in Washington zugespielt worden. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die internationale Kriminalität und Konflikte untersucht.

Insgesamt finden sich in den Daten mehr als 5.000 Bürger Russlands als Eigentümer von über 9.700 Immobilien in Dubai. Dubai hat sich den internationalen Strafmaßnahmen gegen vermögende Russen bislang nicht angeschlossen.

Vertraute von Putin und Kadyrow unter den Immobilienbesitzern

Die Journalisten konnten laut eigenen Angaben gut hundert Mitglieder der politischen Elite Russlands, Beamte und russische Geschäftsleute identifizieren, denen Luxusappartements und Villen in Dubai gehören. Viele davon stehen demnach dem Kreml und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe.

Einer von ihnen ist dem Bericht zufolge Ruslan Baisarow, ein Vertrauter des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow. Kadyrow unterstützt Putins Invasion in der Ukraine militärisch. Baisarow, der bislang auf keiner internationalen Sanktionsliste steht, gehören fünf Wohnungen und eine Strandvilla auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah. Der Bericht nennt zudem Roman Lyabikhow, Mitglied der Kommunistischen Partei Russlands, den mehrere westliche Staaten sanktioniert haben.

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Eine Wohnung auf Palm Jumeirah ist demnach auf den Duma-Abgeordneten Alexander Borodai von Putins Partei Einiges Russland registriert. Er wurde kurz nach Russlands Invasion der Ukraine im Jahr 2014 als Regierungschef der selbst ernannten Volksrepublik Donezk bekannt. Die USA, die EU und Großbritannien haben auch ihn sanktioniert.

Indien und Großbritannien auf den ersten Plätzen

Insgesamt umfasst das Leak etwa 800.000 Eigentumsanteile an Immobilien in Dubai sowie 274.000 Personen und Firmen aus 197 Ländern und Territorien. 191.000 von ihnen sind ausländische Eigentümer. Bürger und Firmen aus Indien und Großbritannien bilden die größten Gruppen, gefolgt von Pakistan und Saudi-Arabien. Mehr als 2.000 in dem Leak enthaltene Eigentümer wohnen in Deutschland, mit knapp 4.500 aufgeführten Immobilien.

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Cum-Ex-Verdächtige unter den Investoren

In den Daten finden sich der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") zufolge zudem die Namen mehrerer Verdächtiger, gegen die Behörden unter anderem in Deutschland, Dänemark und Belgien wegen steuerschädlicher Cum-Ex-Aktiengeschäfte ermitteln. Prominentestes Beispiel sei der Brite Sanjay Shah, der im Verdacht steht, mit seinem Hedgefonds den dänischen Fiskus um umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro erleichtert zu haben – auch unter Ausnutzung deutscher Banken. Shah bestreitet jedes Fehlverhalten.

Die Daten sind offenbar auch den deutschen Steuerbehörden bekannt. Seit rund elf Monaten werten dem Bericht zufolge Finanzbeamte mehrerer Bundesländer einen fast identischen Datensatz aus, den die Bundesregierung im Juni 2021 für etwa zwei Millionen Euro gekauft hatte.

In Bayern gehen Ermittler der "SZ" zufolge in sechs Fällen dem Verdacht einer Steuerstraftat nach, bei insgesamt 281 Prüffällen. Das Saarland schreibt auf "SZ"-Anfrage von Fällen "im niedrigen einstelligen Bereich"; Baden-Württemberg spricht von einer einstelligen Zahl an Ermittlungsverfahren.

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