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Ukrainische Truppen stoßen von Charkiw bis zur Grenze vor

Von dpa
Aktualisiert am 16.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ukraine-Krieg: Ukrainische Soldaten ruhen sich in einem kĂŒrzlich zurĂŒckeroberten Dorf nördlich von Charkiw im Osten der Ukraine aus. (Quelle: Mstyslav Chernov/dpa-bilder)
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Die ukrainische Gegenoffensive bei der Großstadt Charkiw zeigt Erfolge. Und die EU-Außenminister wollen ĂŒber die verfahrene Lage bei PlĂ€nen fĂŒr ein Ölembargo gegen Russland beraten. Ein Überblick.

Ukrainische Truppen melden einen symboltrĂ€chtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur Grenze zu Russland vorgestoßen.


Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine: Eine Chronologie in Bildern

Mehrere Wochen dauert der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine nun schon an. Mit jedem Tag steigt die Anzahl der Toten, Vertriebenen und zerstörten Ortschaften. Ein Überblick ĂŒber die Geschehnisse seit Beginn der Invasion. Im
21. Februar: Russlands PrÀsident Wladimir Putin erkennt die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine als unabhÀngige Staaten an. Tags darauf stimmt das russische Parlament zu. Soldaten sollen in die Separatistengebiete entsandt werden.
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PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will verstĂ€rkt auch in Afrika und Asien um Hilfe im russischen Angriffskrieg gegen sein Land bitten. Und die ukrainische Post plant eine Briefmarke, um den beispiellosen Sieg der Band Kalush Orchestra beim Eurovision Song Contest zu wĂŒrdigen.

Ukrainische Truppen stoßen von Charkiw bis zur russischen Grenze vor

Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte in der Nacht zu Montag ein Video mit einem Dutzend Soldaten neben einem Grenzpfahl in den Nationalfarben Blau und Gelb. Sie gehören den Angaben zufolge zu einer Freiwilligenbrigade aus der Stadt Charkiw. In einem weiteren im Netz veröffentlichten Videoclip ist zu sehen, wie die Soldaten den Pfahl mitbringen und vor einem Graben mit russischen Grenzschildern platzieren.

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Das ukrainische MilitĂ€r hatte bereits in den vergangenen Tagen berichtet, dass es schrittweise gelinge, russische Truppen bei Charkiw zurĂŒckzudrĂ€ngen. Russland hatte seine Truppen bereits im Norden der Ukraine abgezogen, nachdem sie vor der Hauptstadt Kiew gestoppt worden waren. Die russische Armee konzentriert sich aktuell auf die ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk, in denen prorussische Separatisten mithilfe von Moskau bereits seit 2014 einige Gebiete unter ihre Kontrolle brachten.

Gouverneur: Ukraine kontrolliert weiter zehn Prozent von Luhansk

Ungeachtet schwerer russischer Angriffe kontrolliert die ukrainische Armee nach Angaben des regionalen Gouverneurs weiter rund zehn Prozent des ostukrainischen Gebiets Luhansk. Insbesondere die Außenbezirke der StĂ€dte Rubischne, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk hĂ€tten die Russen bislang nicht einnehmen können, betonte Serhij Hajdaj am Sonntag. In der ebenfalls ostukrainischen Region Donezk wurden unterdessen am Sonntag laut der Regionalverwaltung bei russischen Angriffen drei Zivilisten getötet und 13 weitere verletzt.

Ukraine: Putin verhindert Rettung Verletzter aus Asowstal

Die Rettung der verletzten Verteidiger des Stahlwerks Asowstal in Mariupol scheitert nach Angaben der ukrainischen Regierung am russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin. Das Werk steht unter schwerem Beschuss des russischen MilitĂ€rs – und Kiew wird im eigenen Land von einigen Kritikern vorgeworfen, die Soldaten im Stich gelassen zu haben.

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Vize-Verteidigungsministerin Anna Malyr betonte, eine militĂ€rische Operation zur Befreiung der Eingeschlossenen sei derzeit nicht möglich. Man arbeite an VorschlĂ€gen, um sie freizubekommen – doch "Putin gibt einfach nicht sein EinverstĂ€ndnis dafĂŒr."

Ukraine will auch in Afrika und Asien um UnterstĂŒtzung werben

Selenskyj will vor Parlamenten afrikanischer und asiatischer LĂ€nder sprechen, wie er in seiner tĂ€glichen Videoansprache sagte. In den vergangenen Monaten hatte der ukrainische PrĂ€sident unter anderem bei Parlamentariern in Europa per Videoschalte um UnterstĂŒtzung geworben. Er hoffe unter anderem, dass dies den EU-Beitritt der Ukraine beschleunigen könne. In einer Woche will er sich auch an das Weltwirtschaftsforum in Davos wenden, wo unter anderem ĂŒber den Wiederaufbau nach dem Krieg gesprochen werde.

Ein Ziel sei auch die VerschĂ€rfung der Sanktionen gegen Russland, betonte Selenskyj. "Die Besatzer mĂŒssen den steigenden Preis des Krieges fĂŒr sie stĂ€ndig spĂŒren." Dabei sei das Erdölembargo gegen Russland eine PrioritĂ€t. "Egal wie sehr Moskau versucht, diese Entscheidung zu behindern, die Zeit der AbhĂ€ngigkeit Europas von russischen Energieressourcen geht zu Ende. Und das wird sich auch nicht Ă€ndern", sagte Selenskyj.

Hackerangriff auf Stadtverwaltung von Lwiw

Die Stadtverwaltung der westukrainischen Stadt Lwiw wurde Ziel eines Cyberangriffs mutmaßlich russischer Hacker. Durch die Attacke am Freitag seien einige stĂ€dtische Dienstleistungen nicht mehr verfĂŒgbar gewesen, schrieb Vize-BĂŒrgermeister Andrij Moskalenko bei Facebook.

Ein Teil davon sei bis Sonntag wiederhergestellt worden. Die Angreifer hÀtten auch Daten der Stadtverwaltung erbeutet, die danach beim Chatdienst Telegram veröffentlicht worden seien, schrieb Moskalenko. Die Ukraine steht schon lange im Visier von Hackergruppen, die von westlichen IT-Sicherheitsexperten dem Umfeld russischer Geheimdienste zugerechnet werden.

Ukrainische Post plant Briefmarke zum ESC-Sieg von Kalush Orchestra

Der Chef der ukrainischen Post, Igor Smilyanskij, kĂŒndigte eine rasche Entscheidung ĂŒber eine Briefmarke zu Ehren des ESC-Siegers Kalush Orchestra an. Auch die vergangenen beiden ukrainischen ESC-Gewinnerinnen – die SĂ€ngerinnen Ruslana und Jamala – waren mit Briefmarken geehrt worden. Zuletzt landete die ukrainische Post einen Hit mit einer Briefmarke, die ukrainischen Soldaten von einer Insel im Schwarzen Meer gewidmet war, die es mit obszönen Worten ablehnten, sich einem russischen Kriegsschiff zu ergeben.

Kalush Orchestra hatte den ESC in der Nacht zu Sonntag dank eines beispiellosen Zuspruchs der Fernsehzuschauer klar gewonnen. Die Ukraine will nun den ESC im kommenden Jahr ungeachtet des aktuellen russischen Angriffskrieges im eigenen Land ausrichten. Der Frontmann der Band, Oleh Psjuk, kĂŒndigte unterdessen an, die Band wolle ihre ESC-TrophĂ€e versteigern und den Erlös fĂŒr die Ukraine und die ukrainischen StreitkrĂ€fte spenden.

Das wird am Montag wichtig

Die EU-Außenminister wollen in BrĂŒssel ĂŒber jĂŒngste Entwicklungen im Ukraine-Krieg beraten. Überschattet wird das Treffen vom Streit innerhalb der EU ĂŒber ein Einfuhrverbot fĂŒr russisches Öl. Die PlĂ€ne dafĂŒr stehen auf der Kippe, weil Ungarn nicht gewillt ist, sie zu unterstĂŒtzen.

In Schweden und Finnland kommen die Parlamente zu Debatten ĂŒber einen Nato-Beitritt der beiden LĂ€nder zusammen. Mit einer Entscheidung zum Beitrittsantrag der schwedischen Regierung wird noch am Montag gerechnet. Die EU-Kommission stellt in BrĂŒssel ihre FrĂŒhlings-Konjunkturprognose vor. Die Aussichten der europĂ€ischen Wirtschaft sind wegen des Krieges ungewiss.

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Von Nilofar Eschborn
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