• Home
  • Politik
  • Ukraine
  • Erster russischer Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextRussland zahlt f├Ąllige Zinsschulden nichtSymbolbild f├╝r einen TextG7-Foto ohne Scholz: S├Âder ├Ąu├čert sichSymbolbild f├╝r einen TextFC Bayern gibt Man├ęs Nummer bekanntSymbolbild f├╝r einen TextTV-Star wird zweimal wiederbelebtSymbolbild f├╝r ein VideoG7: Warum schon wieder in Bayern?Symbolbild f├╝r einen TextT├╝rkei: 200 Festnahmen bei "Pride Parade"Symbolbild f├╝r einen TextTrib├╝ne bei Stierkampf st├╝rzt ein ÔÇô ToteSymbolbild f├╝r einen Text"Arrogante Vollidioten": BVB-Boss sauerSymbolbild f├╝r einen TextGer├╝chte um Neymar werden konkreterSymbolbild f├╝r einen TextGercke ├╝berrascht mit Mama-Tochter-FotoSymbolbild f├╝r einen TextStaatschefs witzeln ├╝ber PutinSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserRTL-Moderatorin bei Flirt im TV erwischtSymbolbild f├╝r einen TextJetzt testen: Was f├╝r ein Herrscher sind Sie?

Erster russischer Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt

Von dpa
Aktualisiert am 23.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Wadim Sch.: Der russische Soldat hat einen ukrainischen Zivilisten erschossen ÔÇô und bittet nun um Vergebung.
Wadim Sch.: Der russische Soldat hat einen ukrainischen Zivilisten erschossen ÔÇô und bittet nun um Vergebung. (Quelle: NurPhoto/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Weil er einen Zivilisten in der Ukraine erschossen hat, musste sich ein russischer Soldat vor Gericht verantworten. Er zeigte Reue ÔÇô doch seine Einsicht minderte das Urteil nicht.

Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecherprozess ist ein 21 Jahre alter russischer Soldat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht in Kiew sah es am Montag nach einem Gest├Ąndnis des Mannes als erwiesen an, dass der Panzersoldat Wadim Sch. am 28. Februar einen unbewaffneten 62 Jahre alten Zivilisten erschoss.

Nach dem weltweiten Entsetzen ├╝ber russische Gr├Ąueltaten in der Ukraine war dies der erste vor Gericht verhandelte Fall. Der Beschuldigte hat nun 30 Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Noch ist das Urteil nicht rechtskr├Ąftig.

Radfahrer mit Kalaschnikow erschossen

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess, der in der vergangenen Woche begann, lebenslange Haft beantragt. Die Verteidigung pl├Ądierte auf Freispruch, weil der Soldat einen Befehl ausgef├╝hrt habe. Es ist der erste Fall eines Kriegsverbrechens, der in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion vor Gericht verhandelt wurde. Der international viel beachtete Prozess wirft auch ein Schlaglicht auf das brutale Vorgehen der vor drei Monaten von Kremlchef Wladimir Putin in die Ukraine geschickten russischen Truppen.

Der Mann, den der nun verurteilte Russe erschoss, hie├č Alexander Schelipow. Ende Februar war Schelipow in dem Dorf Tschupachiwka im Gebiet Sumy im Nordosten der Ukraine mit seinem Fahrrad unterwegs, als Wadim Sch. laut Beweisaufnahme mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr auf ihn schoss. Die Witwe des Ermordeten, Katerina Schelipowa, fand ihren Mann sp├Ąter leblos auf der Stra├če ÔÇô mit einem Schuss im Kopf. Vor Gericht sagte sie: "Er war f├╝r mich alles. Er war mein Besch├╝tzer."

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Christian Neureuther mischt G7-Frauenrunde auf
Amelie Derbaudrenghien, Britta Ernst, Miriam Neureuther und Brigitte Macron: Die Frauen trafen sich zu einem sportlichen Ausflug.


Wadim Sch.: "Ich bereue es sehr"

Der fast noch kindlich wirkende Wadim Sch. zeigte in seinem Schlusswort in der vergangenen Woche Reue: "Ich bedauere es. Ich bereue es sehr. Ich habe mich nicht geweigert, und ich bin bereit, alle Ma├čnahmen zu akzeptieren, die verh├Ąngt werden."

Sch., der aus der Region Irkutsk in Sibirien stammt, schilderte, dass er und seine Panzerkolonne nach Russlands Einmarsch in die Ukraine unter Beschuss geraten seien. Sie h├Ątten dann ein Auto gestohlen, um zu fliehen. Und der ├Ąltere Mann sei Zeuge gewesen. "Dort war ein Mann, der per Telefon redete. F├Ąhnrich Makejew befahl zu schie├čen", sagte Wadim Sch. vor Gericht. Der ihm nicht n├Ąher bekannte Makejew habe ihn angeschrien. Nach einer ersten Weigerung habe er einen kurzen Feuersto├č abgegeben.

Befehlshabender Offizier soll tot sein

Sp├Ąter dann habe er sich selbst in Gefangenschaft begeben, denn er habe leben und "nicht k├Ąmpfen" wollen. "Ich streite meine Schuld nicht ab." Ein anderer russischer Soldat, der sich mit ihm in Gefangenschaft begab, best├Ątigte vor Gericht die Version. Der Befehlsgeber sei 25 bis 30 Jahre alt gewesen, sagte der Zeuge. Ihnen sei erz├Ąhlt worden, dass der Offizier inzwischen tot sei.

Weil Sch. nur einen Befehl ausgef├╝hrt haben will, forderte sein Verteidiger Viktor Owsjannikow Freispruch. "Er hat einen Befehl ausgef├╝hrt, wenngleich es ein verbrecherischer Befehl war", sagte Owsjannikow.

Die Staatsanwaltschaft lie├č das nicht gelten. "Das ist nur einer von vielen F├Ąllen, die sich nach dem 24. Februar zugetragen haben. Eine Frau hat ihren Mann verloren, Kinder ihren Vater, Enkel ihren Gro├čvater", sagte Staatsanwalt Andrij Sinjuk.

Witwe offen f├╝r Gefangenenaustausch

Auch Witwe Schelipowa forderte lebenslange Haft f├╝r den jungen Russen, betonte aber zugleich: "Wenn er gegen einen von unseren Mariupoler Verteidigern ausgetauscht wird, dann bin ich nicht dagegen."

Aus dem Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol sind inzwischen nach Moskauer Angaben mehr als 2400 ukrainische K├Ąmpfer in russische Gefangenschaft gekommen. Russland stellt sie als stramme Neonazis dar, die selbst Kriegsverbrechen begangen h├Ątten. Aus dem Kreml hie├č es kurz vor der Urteilsverk├╝ndigung nur, Moskau suche nach M├Âglichkeiten, Wadim Sch. zu helfen.

Beginn der Aufarbeitung

F├╝r die Ukraine aber ist das erst der Beginn der Aufarbeitung zahlloser Kriegsverbrechen seit Beginn der russischen Invasion vor drei Monaten. Aus den nord├Âstlichen Gebieten Kiew, Tschernihiw und Sumy haben sich die russischen Truppen inzwischen zur├╝ckgezogen. Nach ihrem Abzug l├Âsten Berichte ├╝ber Gr├Ąueltaten weltweit Entsetzen aus. Mehr als 400 Tote wurden allein in dem Kiewer Vorort Butscha gefunden. Auch in den Vororten Irpin und Borodjanka sind viele Verbrechen dokumentiert.

In einem k├╝rzlich ver├Âffentlichten Interview des kremlkritischen russischen Portals Meduza sagte die Mutter des nun verurteilten Wadim Sch., sie habe ├╝berhaupt erst vom Krieg in der Ukraine erfahren, als sie am 1. M├Ąrz von der Gefangenschaft ihres Sohnes h├Ârte. Sie erz├Ąhlte zudem, dass sie inzwischen viele Eltern kenne, deren Kinder ebenfalls in ukrainischer Gefangenschaft seien. Daraufhin habe sie Putin geschrieben, weil sie ihren Sohn zur├╝ckhaben wolle. Eine Antwort aber bekam sie nicht.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Arno W├Âlk
Von Nora Schiemann, Arno W├Âlk
KiewRusslandSumyUkraineWladimir Putin
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website