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Frankreich führt Rauchverbot and Stränden und in Parks ein


Frankreich führt Rauchverbot an Stränden und in Parks ein

Von dpa, afp, aj

29.11.2023Lesedauer: 3 Min.
Ein Mann zündet sich eine Zigarette an (Symbolbild): In Frankreich darf künftig nicht mehr an Stränden geraucht werden.Vergrößern des BildesEin Mann zündet sich eine Zigarette an (Symbolbild): In Frankreich darf künftig nicht mehr an Stränden geraucht werden. (Quelle: imago images)
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Frankreich will das Rauchen an allen Stränden, in Parks, Wäldern und vor Schulen verbieten. Außerdem soll der Preis für Zigaretten deutlich steigen.

Frankreich-Urlauber, die sich bislang am Strand gerne eine angesteckt haben, müssen sich umstellen: Rauchen an Stränden, in Parks und Wäldern sowie vor Schulen soll künftig grundsätzlich verboten werden. Einweg-E-Zigaretten sollen verboten werden. Der Preis für eine Schachtel Zigaretten steigt von heute rund elf Euro bis 2027 auf 13 Euro. Die Regierung will damit ihrem Ziel näherkommen, eine erste "rauchfreie Generation" aufwachsen zu sehen.

"Eine Preiserhöhung ist äußerst wirksam, darüber herrscht ein weltweiter wissensch aftlicher Konsens", sagte Gesundheitsminister Aurélien Rousseau am Dienstag. Rauchen in der Öffentlichkeit solle "nicht banal" sein, so der Minister.

Rund 200 Todesfälle täglich seien in Frankreich dem Tabakkonsum zuzuschreiben. "Wenn in einigen Jahren die schlimme Zahl von 200 Toten täglich in Folge des Tabakkonsums um 10, 20 oder 50 gesunken ist, dann wissen wir, dass es eine gute Entscheidung war", sagte Rousseau.

Schon längst sind Zigaretten und oft auch E-Zigaretten in Büros, Restaurants, Cafés und an Bahnhöfen verboten. Viele Nichtraucher stören sich in Frankreich aber daran, dass in Straßencafés immer noch geraucht werden darf – oft auch in denen, die in der kalten Zeit mit Plastikplanen zu einer Art Wintergarten ausgebaut werden. Der Minister lobte die vielen lokalen Initiativen, bestimmte Orte zu rauchfreien Zonen zu erklären. Künftig werde die Regierung dafür die Verantwortung übernehmen, betonte er. Ob neben Stränden, Parks und Wäldern sowie vor Schulen noch weitere Orte hinzukommen, ließ der Minister offen.

Auch gegen E-Zigaretten will das Ministerium vorgehen

Auch gegen E-Zigaretten – für die sowohl Premierministerin Elisabeth Borne als auch die rechtspopulistische Fraktionschefin Marine Le Pen eine Schwäche haben – will der Gesundheitsminister vorgehen. Ähnlich wie für Zigaretten sollen sie sie eine Einheitsverpackung ohne Markenlogo bekommen.

Einweg-E-Zigaretten, sogenannte Vape Pens, sollen sogar ganz verboten werden. Sie seien "eine Katastrophe für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt", betonte Rousseau. Mit ihren fruchtig-süßen Aromen und buntem Design verführen sie besonders junge Menschen zum Tabakkonsum.

Die Bevölkerung soll auch mehr Unterstützung beim Aufgeben des Rauchens erhalten. So sollen Apotheken etwa Nikotinersatztherapien verschreiben können, sagte der Minister bei der Vorstellung der Strategie gegen das Rauchen. Und die Besitzer der Zigarettenbuden sollen umgeschult werden. Die kleinen Läden mit ihren roten Neonröhren in Zigarrenform sind auf den Dörfern oft eine wichtige soziale Anlaufstelle.

In Frankreich gab es 2021 mehr als zwölf Millionen Raucherinnen und Raucher, die täglich zur Zigarette griffen. Das entspricht etwa einem Viertel der 18- bis 75-Jährigen. Bei jungen Menschen ist der Tabakkonsum zwischen 2017 und 2021 von 25 auf 16 Prozent zurückgegangen. Tabakkonsum ist mit 75.000 Todesfällen pro Jahr weiterhin die häufigste vermeidbare Todesursache in Frankreich.

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Die Menschen in Frankreich greifen noch vergleichsweise oft zur Zigarette. Nach der jüngsten EU-Statistik liegt der Anteil der Menschen in Frankreich, die täglich rauchen, bei 22,4 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland rauchen demnach 15,9 Prozent täglich. Im EU-Schnitt sind es 19,7 Prozent.

Rauchen gehört in Frankreich schon lange zur Kultur

Bis zur "rauchfreien Generation" scheint es aber noch ein weiter Weg in dem Land, das im 17. Jahrhundert bereits das Rauchen erlaubte, als es anderswo noch verboten war. Die französischen Könige entdeckten Tabak schon früh als ergiebige Steuerquelle – auch wenn die medizinische Fakultät von Paris bereits 1699 feststellte, dass der Genuss von Tabak das Leben verkürze.

Bis zur Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde in Frankreich noch hemmungslos in Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln und in Filmen geraucht. Jean-Paul Belmondo schaffte es in "Atemlos", fast den ganzen Film lang eine Kippe zwischen den Lippen zu haben. Stars wie Brigitte Bardot und Jeanne Moreau sogen mit Hingabe an ihren Zigaretten und flirteten von Rauchwolken umnebelt. Soldaten wurden vom Staat gratis mit Zigaretten versorgt.

Die Gesundheitsministerin Simone Veil, die für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bekannt ist, war es, die in demselben Gesetz 1976 das Rauchen in Krankenhäusern sowie Tabakwerbung verbot.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa
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