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Russland: Kreml reagiert empört auf "Putin-Liste" aus den USA

"Putin-Liste" empört den Kreml  

"Wir werden alle Feinde der USA genannt"

30.01.2018, 22:02 Uhr | dpa, pdi, t-online.de

Russland: Kreml reagiert empört auf "Putin-Liste" aus den USA. US-Präsident Donald Trump und der russischen Staatschef Wladimir Putin: Die USA erhöhen mit einer Kreml-Liste den Druck auf Russland. (Quelle: dpa)

US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin: Die USA erhöhen mit einer Kreml-Liste den Druck auf Russland. (Quelle: dpa)

Die Beziehungen zwischen USA und Russland steuern weiter in Richtung Eiszeit. Washington veröffentlicht eine Liste mit Putin-Vertrauten aus Politik und Wirtschaft. Russland reagiert prompt: Die Liste sei "beispiellos".

"De facto wurden wir alle Feinde der USA genannt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau der Agentur Tass zufolge. Es sei jedoch nicht das erste Mal, dass Russland eine derartige aggressive Entwicklung erlebe. Deshalb dürfe man sich nicht von ungezügelten Emotionen leiten lassen.

Das US-Finanzministerium hatte zuvor eine sogenannte Kreml-Liste veröffentlicht, in der mehr als 200 hochrangige Politiker und Geschäftsleute mit engen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin genannt werden. Das Dokument hat zwar keine unmittelbaren rechtlichen Folgen, könnte jedoch als Grundlage für Sanktionen dienen. In dem Dokument stehen unter anderem Regierungschef Dmitri Medwedew, Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Insgesamt werden dort 114 Politiker und 96 Oligarchen wie Rosneft-Chef Igor Setschin und der Gazprom-Vorstandsvorsitzende Alexej Miller genannt.

"Politische Paranoia"

Peskow sagte, es sei noch zu früh, um die Liste im Detail zu kommentieren. Das Dokument könnte aber erhebliche Nachteile für Moskauer Geschäftsbeziehungen nach sich ziehen. "Die Liste könnte einen Schaden sowohl für das Image als auch für den guten Ruf unserer Firmen, Unternehmer und auch Politiker verursachen", sagte der Putin-Vertraute, der ebenfalls auf der Liste genannt wird.

"Als Regierungsmitglied bin ich ja fast verpflichtet, in dieser Liste aufzutauchen. Sie sieht aus wie das "Who is Who" der russischen Politik", sagte Vize-Regierungschef Arkadi Dworkowitsch der Agentur Interfax zufolge. Die schlechte Beziehung zu Washington werde die Zusammenarbeit für die nächsten Jahre stark beeinflussen.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sagte, die Liste wirke auf ihn, als ob Washington lediglich das Telefonverzeichnis des Kreml kopiert habe. "Das ist politische Paranoia, die sehr schwer zu behandeln ist", schrieb er auf Facebook.

Kritik aus Russland und den USA

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny bezeichnete die Auflistung als "gute Liste". Er sei "froh, dass diese (Personen) offiziell auf internationaler Ebene als Gauner und Diebe erkannt worden" seien, schrieb Nawalny auf Twitter. Er wunderte sich, warum einige russische Unternehmer mit keinen offensichtlichen Verbindungen zur Regierung auf die Liste gesetzt worden seien. Dazu gehören Sergej Galizky und Arkadi Wolosch.

Der demokratische US-Abgeordnete Eliot Engel kritisierte, dass die US-Regierung am Montag niemanden mit Sanktionen belegte. Die Trump-Regierung habe beschlossen, "Russland einmal mehr zu verschonen". Er wies die Angaben des US-Außenministeriums zurück, dass "die bloße Androhung von Sanktionen" Moskau davon abhalten werde, sich weiter in Wahlen in den USA einzumischen.

Quellen:
- dpa, AP

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