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Putins umstrittene Rocker: "Nachtwölfe" eröffnen "Europa-Hauptquartier"


Putins umstrittene Rocker eröffnen "Europa-Hauptquartier"

  • David Ruch
Von David Ruch

Aktualisiert am 19.07.2018Lesedauer: 2 Min.
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Nachtwölfe am "Tag des Sieges" am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin: Die Rockergruppe hat ihr Hauptquartier in Europa in der Slowakei eröffnet.
Nachtwölfe am "Tag des Sieges" am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin: Die Rockergruppe hat ihr Hauptquartier in Europa in der Slowakei eröffnet. (Quelle: Rolf Zöllner/imago-images-bilder)
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Man nennt sie "Putins Rocker", sie treten offen nationalistisch und antiwestlich auf. Nun haben die "Nachtwölfe" ihren ersten Ableger außerhalb Russlands in der Slowakei eröffnet. Das dortige Außenministerium ist beunruhigt.

Der berüchtigte russische Motorradclub "Nachtwölfe" hat einen Ableger in der Slowakei eröffnet. Wie die russische Botschaft in der Slowakei auf ihrer Internetseite schreibt, wurde das "Europäische Hauptquartier" der Bikergang in der Ortschaft Dolna Krupa am 23. Juni offiziell eingeweiht. Demnach nahm auch ein Vertreter der Botschaft an der Feier teil.

Nach Angaben der Zeitung "Pravda" aus Bratislava bezogen die "Nachtwölfe", die offenbar beste Kontakte zu Kremlchef Wladimir Putin haben, einen Gebäudekomplex am Rande der Ortschaft, auf dem zuletzt Renovierungsarbeiten stattfanden. Am Donnerstag wurden Drohnen-Aufnahmen auf der Plattform Tumblr veröffentlicht, die den Komplex zeigen sollen.

Zu sehen ist eine Anlage von etwa sechs Hallen und Häusern, einige in Flecktarnfarben bemalt, dazwischen Stellflächen für Fahrzeuge. Umgeben ist die Anlage von Wiesen und Feldern. Auch eine kleine Motocross-Strecke ist zu sehen. Begrenzt wird das Areal von einer Mauer mit Stacheldraht.

Fragen wirft der Fuhrpark auf, der auf den Fotos zu erkennen ist. Dort stehen mehrere gepanzerte Fahrzeuge. Die örtliche Polizei erklärte laut "Pravda", dass man mit den Fahrzeugen nicht mehr schießen könne. Es handele sich um Museumsstücke, die in einigen Monaten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten.

Das slowakische Außenministerium zeigte sich wegen der Ansiedlung des Kreml-nahen Rockerclubs beunruhigt. Die Ideologie der Rocker sei schädlich, sie propagierten Revanchismus und Geschichtsfälschung, zitiert die "Pravda" einen Sprecher des Ministeriums. Die Vorgänge auf dem Areal müssten deshalb genau verfolgt werden. Das Innenministerium sieht dem Bericht zufolge bislang jedoch davon ab, gegen die "Nachtwölfe" vorzugehen.

Nationalistisch und antiwestlich

Die "Notschnyje Wolki", wie die "Nachtwölfe" auf Russisch heißen, gelten als nationalistisch und antiwestlich. Kremlchef Wladimir Putin zeigte sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit deren Gründer und Chef Alexander Saldostanow. Ins grelle politische Rampenlicht rückten die "Nachtwölfe" mit der Krise in der Ostukraine. Führende Mitglieder unterstützen die dortigen Separatisten im Kampf gegen die prowestliche Regierung in Kiew. Auch bei Russlands Einverleibung der Halbinsel Krim zeigte die Gruppe Präsenz. Saldostanow steht deswegen auf Sanktionslisten.

2015 sorgte die umstrittene "Siegesfahrt" des Clubs von Moskau nach Berlin für Aufsehen. Mit der Fahrt entlang der Marschroute der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg wollten die Rocker an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland erinnern. Polen verweigerte den rund 20 Teilnehmern des Korsos die Durchfahrt. Die deutschen Behörden lehnten die Visa mehrerer Mitglieder ab und verhinderten die Einreise. 2017 wiederholten die "Nachtwölfe" ihre Tour nach Berlin. Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park legten sie Kränze nieder.

Das Symbol der Rockergang ist ein Wolfskopf mit Feuerschweif. Mitglieder tragen ihn als Aufnäher auf ihren schwarzen Lederkutten. Der Club hat nach eigenen Angaben mehrere Tausend Mitglieder. Seine Aufgabe sieht er darin, die "traditionellen Werte der russisch-orthodoxen Zivilisation" zu verteidigen. Bei ihren Motorrädern verlassen sich viele allerdings auf westliche Fabrikate.

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Verwendete Quellen
  • Berichte der Zeitung "Pravda" aus Bratislava (Slowakisch)
  • Mitteilung der Russischen Botschaft in der Slowakei (Russisch)
  • Eigene Recherchen
  • dpa
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