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Bergkarabach: Waffenruhe nach neuen Angriffen brüchig

Konflikt im Südkaukasus  

Bergkarabach: Waffenruhe nach neuen Angriffen brüchig

10.10.2020, 13:28 Uhr | dpa, loe, AFP

 (Quelle: Euronews)
Armenien und Aserbaidschan vereinbaren Waffenruhe für Bergkarabach

Nach den Gesprächen in Moskau hat Russlands Außenminister Lawrow die Einigung auf einen Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan angekündigt. (Quelle: Euronews) 

Krisenregion Bergkarabach: Armenien und Aserbaidschan einigen sich auf Waffenruhe. (Quelle: Euronews)


Der Streit zwischen Armenien und Aserbaidschan schwelt seit Jahren, in den letzten zwei Wochen lieferten sich die Staaten schwere Kämpfe um die Region Bergkarabach. Jetzt gilt eigentlich eine Waffenruhe – doch die Angriffe gehen weiter.

Trotz einer neuen Feuerpause zwischen Armenien und Aserbaidschan in der Krisenregion Bergkarabach werfen sich beide Konfliktparteien gegenseitig Angriffe vor. Die armenische Armeesprecherin Schuschan Stepanjan sprach am Samstag kurz nach Beginn der Waffenruhe von aserbaidschanischen Angriffen. Das Nachbarland ignoriere die Vereinbarung, worauf die Streitkräfte von Berg-Karabach mit "angemessenen Maßnahmen" reagieren müssten.

Aserbaidschans warf Armenien vor, mit Artilleriefeuer auf zahlreiche Orte begonnen zu haben. Alle Angriffe seien abgewendet worden. Kurz bevor die Waffenruhe einsetzte, wurde die Hauptstadt Stepanakert erneut Ziel von Raketenangriffen. Aserbaidschan habe zivile Gebiete mit Raketen getroffen, schrieb ein Vertreter der selbsternannten Regierung in Bergkarabach am Samstag auf Twitter.

Zwei Explosionen erschütterten die Stadt am Morgen, berichtete auch ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Das aserbaidschanische Außenministerium meldete seinerseits Angriffe auf bewohnte Gebiete durch die armenische Seite. "Die armenischen Streitkräfte bombardieren intensiv bewohnte Gebiete", erklärte das Ministerium. Aserbaidschan habe daraufhin Maßnahmen ergriffen.

Seit Ende September toben die Gefechte

Nach einer längeren Zeit relativer Ruhe war der Konflikt um Bergkarabach und angrenzende Gebiete Ende September wieder aufgeflammt. Seitdem gab es täglich heftige Gefechte, auch am Freitag wurde ungeachtet der Gespräche weiter gekämpft.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev nannte das Treffen in Moskau die "letzte Chance" auf eine friedliche Lösung. Der Konflikt solle jedoch zuerst militärisch beendet werden. Erst später könne man über eine dauerhafte politische Lösung sprechen. Armenien müsse Bergkarabach aufgeben.

Hunderte Soldaten starben in den letzten Wochen

Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen aserbaidschanischen und armenischen Truppen Ende September wurden auf beiden Seiten Hunderte Menschen getötet. Allein auf armenischer Seite sollen in Bergkarabach mehr als 400 Soldaten gefallen sein. Die Kämpfe sind die heftigste Eskalation in dem Jahrzehnte alten Konflikt seit der Einigung auf einen Waffenstillstand 1994.

Rauch steigt nach dem Beschuss durch die aserbaidschanische Artillerie auf: Auf Armenien starben 320 Soldaten, aus Aserbaidschan gibt es dazu keine Angabe. (Archivbild) (Quelle: dpa/Uncredited/AP)Rauch steigt nach dem Beschuss durch die aserbaidschanische Artillerie auf: Auf Armenien starben 320 Soldaten, aus Aserbaidschan gibt es dazu keine Angabe. (Archivbild) (Quelle: Uncredited/AP/dpa)

In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Bergkarabach wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Die Führung in Baku wirft dem Nachbarland Armenien vor, völkerrechtswidrig aserbaidschanisches Gebiet besetzt zu halten. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

Auch die Türkei ist involviert

Aserbaidschan bekommt in dem Konflikt Rückendeckung von der Türkei. Auch ausländische Söldner und Kämpfer dschihadistischer Gruppen aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen sollen an den Gefechten beteiligt sein. Eindeutige Beweise gibt es bislang nicht.

Russland hat zu beiden Ex-Sowjetrepubliken diplomatische und wirtschaftliche Verbindungen. Jene mit Armenien sind jedoch intensiver. Dort hat Russland auch eine Militärbasis.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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