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Proteste in Myanmar: Junta schickt Panzer und Soldaten nach Rangun

Proteste gegen Militärputsch  

Junta in Myanmar fährt Panzer auf

15.02.2021, 13:08 Uhr | dpa

Gepanzerte Fahrzeuge auf den Straßen von Myanmar

In der größten Stadt des Landes Yangon fuhren am Sonntag erstmals gepanzerte Fahrzeuge auf und gingen in Stellung. Gleichzeitig habem Hunderttausende erneut gegen den Militärputsch protestiert. (Quelle: Reuters)

Myanmar: In der größten Stadt des Landes Yangon fuhren erstmals gepanzerte Fahrzeuge auf und gingen in Stellung. (Quelle: Reuters)


In den Straßen von Rangun fahren Panzerfahrzeuge Patrouille, das Internet wird nachts abgeschaltet. Dennoch gingen wieder zahlreiche Menschen auf die Straße.

Trotz massiver Militärpräsenz und einer nächtlichen Internetsperre sind in Myanmar am Montag wieder zahlreiche Demonstranten gegen die Putschisten auf die Straße gegangen. Wie bereits in den vergangenen zehn Tagen forderten sie die Wiedereinsetzung der zivilen Regierung unter Aung San Suu Kyi und die Rückkehr zu demokratischen Reformen.

Seit Sonntag waren in der größten Stadt Rangun und in anderen Städten zahlreiche gepanzerte Militärfahrzeuge unterwegs, wie auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Die Angst vor einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Demonstranten wächst.

"Bitte betet für uns!"

Bei einer Kundgebung im Norden des Landes waren zuvor Schüsse gefallen. "Die Leute befürchten Schlimmes", sagte ein Augenzeuge. Viele Bürger rechneten mit Festnahmen und Gewalt. In der Vergangenheit hatte das Militär jeden Widerstand brutal niedergeschlagen.

In der Nacht zum Montag (Ortszeit) wurde auch das Internet in dem südostasiatischen Land lahm gelegt, wie die Organisation Netblocks mitteilte, die weltweit Internetsperren dokumentiert. "Wir wissen nicht, was in den nächsten Stunden mit uns passieren wird, wenn die Internetverbindungen unterbrochen werden", schrieb eine Userin kurz vor dem Shutdown auf Twitter. "Bitte betet für uns!"

Berichte von Schüssen

Zuvor waren am Sonntag landesweit wieder Zehntausende Demonstranten auf die Straße gegangen und hatten die Wiedereinsetzung der Regierung unter der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi gefordert. Die 75-Jährige war bei dem Putsch in der Nacht zum 1. Februar zusammen mit zahlreichen weiteren Politikern in Gewahrsam genommen worden. Die Junta verhängte anschließend einen einjährigen Ausnahmezustand und ernannte ein neues Kabinett.

In Myitkyina im Norden des Landes sollen Sicherheitskräfte am Abend auf Teilnehmer einer Kundgebung gegen den Militärputsch geschossen haben. Auf Videos, die auf Twitter verbreitet wurden, war zu sehen, wie Menschen in Panik auseinanderliefen. Berichten zufolge könnte e dabei auch Tote und Verletzte gegeben haben. Ob es sich um scharfe Munition oder um Gummigeschosse handelte, war zunächst unklar.

Mehrere Journalisten, die das Vorgehen der Armee filmten, seien festgenommen worden, berichteten der lokale Journalist Mratt Kyaw Thu und andere Beobachter. Viele User forderten die internationale Gemeinschaft in sozialen Netzwerken verzweifelt auf, Myanmar zu helfen.

Aufrufe von Botschaftern

Rund ein Dutzend Botschafter in dem Land, darunter aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und den USA, forderten das Militär in einer Erklärung dazu auf, nicht gewaltsam gegen Demonstranten vorzugehen, die "gegen den Umsturz ihrer legitimen Regierung protestieren". Die Diplomaten verurteilten auch scharf die Festnahme zahlreicher Politiker und Aktivisten sowie die Sperrung des Internets und anderer Kommunikationsmittel. "Wir unterstützen die Bevölkerung von Myanmar in ihrem Streben nach Demokratie, Freiheit, Frieden und Wohlstand."

Vor der US-Botschaft in Rangun hatte sich am Wochenende eine Menschenmenge versammelt, um die harte Haltung Washingtons gegen die Putschisten zu unterstützen. Präsident Joe Biden hatte am Mittwoch im Weißen Haus Sanktionen gegen die führenden Generäle und mit ihnen verbundene Unternehmen angekündigt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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