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Sofa-Eklat um von der Leyen – Türkei: "Ungerechte Anschuldigungen"

"Ungerechte Anschuldigungen"  

Sofa-Eklat – Türkei verteidigt Sitzplatz für von der Leyen

09.04.2021, 06:00 Uhr | dpa, pdi

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Für sie stand beim türkischen Präsidenten Erdogan kein Stuhl bereit. (Quelle: Reuters/European Union)
Sofa-Debakel um von der Leyen schlägt Wellen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, ganz klar nicht amüsiert, als sie beim offiziellen Besuch in Ankara auf einem Sofa sitzen musste. Ihr Gastgeber, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und ihr Mitreisender, EU-Ratspräsident Charles Michel, durften auf Stühlen Platz nehmen.

Wirbel um Szene in der Türkei: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wirkte bei einem Besuch in Ankara sichtlich verwirrt. (Quelle: Euronews German)


Das Foto sorgte für einen Eklat: Bei einem Treffen wird EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf ein Sofa gesetzt, nicht auf Augenhöhe mit Präsident Erdoğan. Nun wehrt sich die Türkei.

In der Diskussion um die Sitzordnung beim EU-Türkei-Treffen in Ankara hat sich die Türkei gegen Vorwürfe aus Brüssel verteidigt. Es habe "ungerechte Anschuldigungen gegenüber der Türkei gegeben", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. "Es wurde entsprechend der Anregungen der EU-Seite so eine Sitzordnung aufgestellt. Punkt." Das Treffen sei gemäß internationaler Standards und "türkischer Gastfreundschaft" abgehalten worden.

Bei dem Treffen mit Erdoğan im türkischen Präsidentenpalast war am Dienstag für EU-Ratspräsident Charles Michel ein großer Stuhl neben dem türkischen Staatschef reserviert. Von der Leyen bekam hingegen einen Platz auf einem Sofa in einiger Entfernung zugewiesen. Dort saß sie dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gegenüber, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm.

Nicht auf Augenhöhe mit Erdogan

Die EU-Kommission hatte sich später darüber empört. Ein Sprecher sagte, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aus ihrer Sicht auf Augenhöhe mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Michel hätte platziert werden müssen. Auch von der Leyens Sprecher betonte, dass sich Vorfälle wie der im Präsidentenpalast in Ankara nicht wiederholen sollten. Michel erklärte die Sitzordnung mit einer engen Auslegung von protokollarischen Regeln durch die Türkei, betonte aber, dass er die Situation ebenfalls als bedauerlich empfunden habe.

Bei dem Treffen mit Erdoğan hatten die EU-Spitzen über einen möglichen Ausbau der Beziehungen der EU zur Türkei diskutiert. Dabei ging es neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Kooperation beim Thema Migration etwa auch um den Austritt der Türkei aus einem internationalen Abkommen zum Schutz von Frauen. Von der Leyen habe eine lange Diskussion mit Erdoğan darüber geführt, hieß es von der Kommission.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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