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Pakistan droht Israel mit Atomschlag nach "Fake-News"

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Nach gefälschtem Artikel  

Pakistan droht Israel mit Atomschlag

27.12.2016, 08:06 Uhr | Qamar Zaman und Christine-Felice Röhrs, dpa

Pakistan droht Israel mit Atomschlag nach "Fake-News". Eine Sahin II bei einem Test im Jahr 2008. Die Mittelstreckenrakete aus pakistanischer Produktion kann mit Atomsprengköpfen bestückt werden. (Quelle: Reuters)

Eine Sahin II bei einem Test im Jahr 2008. Die Mittelstreckenrakete aus pakistanischer Produktion kann mit Atomsprengköpfen bestückt werden. (Quelle: Reuters)

Das jüngste Beispiel von "Fake-News", also gefälschten Nachrichten, führt auf explosives Terrain: Weil Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif sich von einem erfundenen Bericht angegriffen fühlt, droht er Israel indirekt mit der atomaren Auslöschung.

In dem online veröffentlichten, gefälschten Dokument wurde der frühere israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon mit der Aussage zitiert, Israel werde Pakistan "nuklear zerstören", sollte das Land "unter dem Vorwand, den IS zu bekämpfen" Truppen nach Syrien schicken. Jaalon sagte in dem gefälschten und logisch lückenhaften Artikel: "So weit es uns angeht - sollten sie (Pakistan) wirklich in Syrien eintreffen, dann wissen wir, was wir zu tun haben. Wir werden sie mit einem Nuklearangriff zerstören."

Die pakistanische Regierung hat oft betont, dass sie keinen erzwungenen Regimewechsel in Syrien will und wird daher als Unterstützer der Assad-Regierung angesehen. Israel und Syrien sind dagegen Erzfeinde.

"Pakistan ist auch eine Nuklearmacht"

Der pakistanische Verteidigungsminister Asif erwiderte auf die Falschmeldung - offenbar ohne Prüfung der Quelle - bereits am Freitag: "Der israelische Verteidigungsminister droht mit nuklearer Vergeltung für eine angenommene pakistanische Rolle in Syrien gegen Daesh (den IS) - Israel vergisst, dass Pakistan auch eine Nuklearmacht ist."

Über das Weihnachtswochenende stellte Israel in zwei Tweets klar, dass der Bericht, auf den Asif sich beziehe, "komplett falsch" sei. "Die Stellungnahme, die dem früheren Verteidigungsminister Jaalon zugeschrieben wurde, ist nie gesagt worden", hieß es in einer der beidem vom Verteidigungsministerium abgesetzten Botschaften.

Die pakistanische Regierung sah aber keine Notwendigkeit zu reagieren. "Der Minister hat auf einen gefälschten Bericht geantwortet - keine weitere Reaktion nötig", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch aus dem Außenministerium hieß es, man werde sich nicht äußern. Pakistan erkennt Israel nicht an.

Verteidigungsminister reagiert auf Twitter

Asif selbst deeskalierte allerdings leicht und antwortete in der Nacht auf Montag der "New York Times" auf einen Artikel über die Affäre via Twitter: "Unser Nuklearprogramm ist nur eine Abschreckung, um unsere Freiheit zu schützen. Wir wollen in Frieden koexistieren, in unserer Region und darüber hinaus."

Israel ist als regionale Atommacht bekannt, hat den Besitz von Nuklearwaffen jedoch nie offiziell zugegeben. Es verfolgt eine Politik der bewussten Zweideutigkeit, um Konfrontationen über das Atomprogramm aus dem Weg zu gehen. Nach einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri aus diesem Jahr soll Israel über 80 atomare Sprengköpfe verfügen.

Pakistan ist ebenfalls eines von nur neun Ländern in der Welt mit Atomwaffen (neben den USA, Russland, China, Israel, Indien, Frankreich, Großbritannien und Nordkorea). Experten schätzen ihre Zahl auf etwa 120. Sie werden auch wegen der Vielzahl extremistischer Gruppen im Land streng bewacht. Viele Regierungen in der Welt sind aber besorgt, weil Pakistan einigen Berichten zufolge aufrüstet und in der Abschreckungsrhetorik der Regierung Atomwaffenschläge nun häufiger vorkommen.

Immer mehr "Fake news" 

So genannte "Fake news" tauchen seit einiger Zeit verstärkt online in sozialen Netzwerken auf. Die Bundesregierung überlegt, auf die wachsende Zahl von Falschnachrichten und auch Hassbotschaften mit einem Gesetz und einer Rechtsschutzstelle zu reagieren.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verlangte, die sozialen Netzwerke sollten konsequenter vorgehen. Es liege im Interesse etwa von Facebook und Google, dabei "einen gewissen Ehrgeiz" zu entwickeln, sagte Juncker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Glaubwürdigkeit sei schließlich "ihr wichtigstes Kapital".

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