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Al-Rakka: Hauptstadt des "Islamischen Staats" fällt endgültig

IS-Kämpfer ergeben sich  

Hauptstadt des "Islamischen Staats" fällt endgültig

14.10.2017, 12:15 Uhr | dpa , rtr , jmt

Al-Rakka: Hauptstadt des "Islamischen Staats" fällt endgültig. Kämpfer und Kämpferinnen verschiedener Einheiten lieferten sich lange Gefechte mit den IS-Milizen in Al-Rakka. Die syrischen IS-Kämpfer haben die Stadt nun offenbar verlassen. (Quelle: dpa/Morukc Umnaber)

Kämpfer und Kämpferinnen verschiedener Einheiten lieferten sich lange Gefechte mit den IS-Milizen in Al-Rakka. Die syrischen IS-Kämpfer haben die Stadt nun offenbar verlassen. (Quelle: Morukc Umnaber/dpa)

Al-Rakka war die heimliche Hauptstadt des IS-"Kalifats" in Syrien. Nun bricht die Herrschaft der Dschihadisten zusammen. Für den Drahtzieher des "Bataclan"-Anschlags von Paris könnte die Stadt zur Falle werden.

Die Terrormiliz Islamischer Staat steht kurz vor dem Verlust ihrer Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien. Alle syrischen IS-Kämpfer haben die Stadt Menschenrechtlern zufolge bereits verlassen. Ausländische Kämpfer harren aber dort noch aus. In der Nacht zum Samstag habe auch die letzte syrische IS-Gruppe die Stadt geräumt, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. "Heute oder morgen könnte die Stadt befreit sein", sagte ein Sprecher der Kurden-Miliz YPG.

Syrische IS-Kämpfer aus der Stadt gebracht

In den vergangenen Tagen seien die Männer und ihre Familien nach einer Abmachung der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) mit den Extremisten aus der Stadt gebracht worden. Wo sie sich zurzeit aufhalten, war zunächst unklar. Die SDF, die von den USA unterstützt werden, gaben zunächst keine Stellungnahme zu den Entwicklungen ab.

Ausländische Mitglieder des IS verharren den Menschenrechtlern zufolge allerdings weiterhin in der schwer umkämpften Stadt. Es war zunächst unklar, um wie viele Kämpfer es sich handelt. Die Verhandlungen über ihren Abzug stockten nach Angaben der Beobachtungsstelle deswegen, weil der Drahtzieher des schweren Anschlages in Paris 2015 unter den Verbliebenen sein soll. Er soll sich weigern aufzugeben.

Marsch auf Al-Rakka begann vor einem Jahr

Bei der koordinierten Anschlagserie in Paris im November 2015 töteten IS-Extremisten 130 Menschen. In der Konzerthalle "Bataclan" richteten sie ein Massaker an, Bars und Restaurants wurden beschossen, am Stade de France sprengten sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

Al-Rakka war von den Dschihadisten 2014 erobert worden und galt neben Mossul im Nordirak als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Das SDF-Bündnis hatte den Marsch auf Al-Rakka vergangenes Jahr im November begonnen; nachdem sie eingekreist war, begann der Sturm auf die Stadt Anfang Juni. Die internationale Anti-IS-Koalition unterstützt die Offensive aus der Luft.

Die Vereinten Nationen hatten am Freitag berichtet, dass etwa 8000 Zivilisten weiterhin in Al-Rakka eingeschlossenen seien. Wasser, Nahrung und Medikamente seien knapp. Hunderttausende waren in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen aus der Region geflüchtet. Der IS hatte in den vergangenen Monaten bereits die wichtigsten Teile seines Herrschaftsgebietes in Syrien und im Irak verloren, in dem er einst ein Kalifat ausgerufen hatte. Im Nordirak verloren sie ihre wichtigsten Städte, darunter die Großstadt Mossul. Auch in Syrien werden die Dschihadisten immer weiter zurückgedrängt.

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