• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Krisen & Konflikte
  • Korea-Gipfel: Kim geht den chinesischen Weg


Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung ├╝bernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Kim geht den chinesischen Weg

Von Asien-Korrespondent Finn Mayer-Kuckuk

Aktualisiert am 27.04.2018Lesedauer: 3 Min.
Kim Jong Un und Moon Jae-in umarmen sich: Plant Kim die schrittweise ├ľffnung nach chinesischem Vorbild?
Kim Jong Un und Moon Jae-in umarmen sich: Plant Kim die schrittweise ├ľffnung nach chinesischem Vorbild? (Quelle: Korea Summit Press Pool/ap-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r ein VideoSo sieht es im G7-Luxushotel ausSymbolbild f├╝r einen TextNeue Doppelspitze der Linken gew├ĄhltSymbolbild f├╝r ein VideoHinteregger mit neuem Gesch├ĄftszweigSymbolbild f├╝r ein VideoLotto am Samstag: Die GewinnzahlenSymbolbild f├╝r einen TextGep├Ąck-Chaos in D├╝sseldorfSymbolbild f├╝r einen TextBiontech meldet: Omikron-Impfstoff wirktSymbolbild f├╝r einen TextFu├čballstar ├╝berrascht mit Wechsel Symbolbild f├╝r einen TextSylt: Party-Zonen f├╝r 9-Euro-Touristen?Symbolbild f├╝r einen TextScholz fehlt auf S├Âders G7-FotoSymbolbild f├╝r einen TextDeutsche beim Wandern verungl├╝cktSymbolbild f├╝r einen TextDeutscher Olympiasieger holt WM-BronzeSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserAzubi k├Ąmpft in Armut ums ├ťberlebenSymbolbild f├╝r einen TextPer Zug durch Deutschland - jetzt spielen

Das Treffen von Kim Jon Un mit S├╝dkoreas Pr├Ąsidenten entsch├Ąrft einen Weltkonflikt. Kim scheint einem historischen chinesischen Staatsmann nachzueifern. Eine Vision wird allerdings sch├Âne Fantasie bleiben.

China hatte in den vergangenen drei├čig Jahren vor allem eine Botschaft f├╝r Nordkorea: ├ľffnung und Reformen seien das richtige Rezept, um seine Herrschaftsform zu sichern und weltweiten Einfluss zu erlangen.

Ein armes, abgeschottetes Land nimmt letztlich keiner ernst ÔÇô selbst wenn es mit Atombomben droht.

Bei Diktator Kim Jong Un schien die Botschaft zun├Ąchst nur zum Teil angekommen zu sein. Nachdem er 2012 die Macht ├╝bernommen hat, drangen Meldungen ├╝ber Wirtschaftsreformen nach drau├čen. Fabriken und Bauernh├Âfe k├Ânnen ihre Produkte zum Teil auf M├Ąrkten anbieten und die Einnahmen nach eigenem Ermessen verwalten. Das hat Versorgungsengp├Ąsse beispielsweise bei Klopapier und Gem├╝se beseitigt. Aber nach au├čen blieb Nordkorea so abgeschottet wie zuvor. Kim riskierte durch seine Atomtests sogar immer strengere Handelssanktionen.

Das galt jahrelang. Es galt aber nur bis zu diesem Freitag.

Beobachter rieben sich die Augen

Das Treffen mit S├╝dkoreas Pr├Ąsident Moon Jae-in hat so konkrete Ergebnisse gebracht, dass sich die Pessimisten unter den Beobachtern die Augen reiben. Ein konkretes Versprechen zur atomaren Abr├╝stung, vorgetragen vor der Weltpresse, war nur der Anfang. Die echte Sensation war der Entschluss, einen Friedensvertrag zu verhandeln. Sogar eine Wiedervereinigung war die Rede, irgendwann einmal, und davon, gemeinsam Wohlstand zu schaffen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Schwarzer Schimmel in der Dusche: So werden Sie ihn los
Schwarzer Schimmel: Vor allem in Ecken siedelt sich der Pilz schnell an.


Das alles ist neu. Beobachter verweisen zwar darauf, dass es seit Anfang der Neunzigerjahre drei Runden der Ann├Ąherung und wohlklingende Absichtserkl├Ąrungen gab, dass aber Nordkorea immer wieder in alte Muster zur├╝ckfiel. Doch der alte Herrscher und der neue Herrscher scheinen anders vorzugehen. Kims Vater Kim Jong Il h├Ątte den Status quo nie ernsthaft angetastet. Er wollte sich alle M├Âglichkeiten offenhalten. Sein Sohn geht nun Verpflichtungen ein, die er kaum zur├╝cknehmen kann, ohne das Gesicht zu verlieren.

M├Âglicherweise will er nun tats├Ąchlich den chinesischen Weg gehen. Der Reformer Deng Xiaoping hat f├╝r das kommunistische China ein Modell entworfen hat, das auch f├╝r Kim attraktiv ist.

Kim k├Ânnte die Wirtschaft ├Âffnen, ohne Macht zu verlieren

Deng hat zun├Ąchst in isolierten Teilen der Volkswirtschaft mit freien M├Ąrkten und Au├čenhandel experimentiert, aber Einreisen und Ausreisen nur langsam freigegeben. Diesem Vorbild k├Ânnte auch Kim folgen, ohne Macht zu verlieren.

Vielleicht war das von Anfang an seine Strategie: Erst mit allen Mitteln das Waffenprogramm vorantreiben, um zur Atommacht zu werden. Dann die ├ľffnungspolitik aus einer Position der St├Ąrke heraus beginnen und so die Ann├Ąherung an den S├╝den unter eigener Regie betreiben.

Genau danach sieht es gerade aus.

Zugleich kann als ausgeschlossen gelten, dass Kim echte politische Reformen verfolgt, wie China sie seit Ende der 70er-Jahre geleistet hat. Das dortige System hatte nach dem Tod von Diktator Mao Zedong auf eine Herrschaft der F├Ąhigsten umgeschaltet, in dem kein Einzelner mehr absolute Macht haben sollte.

Sollte Kim einen Sohn haben, soll er einmal herrschen

Den Kims dagegen haben im eigenen Land eine kommunistische Dynastie geschaffen, die sich schamlos an absolutistischen Monarchien orientiert. Es ist klar: Wenn Jong Un einen Sohn hat, dann soll dieser einmal als der vierte Kim auf den Thron. Aus China wird er weniger Kritik an dieser dynastischen Herrschaft h├Âren als fr├╝her, schlie├člich l├Ąuft auch dort die R├╝ckkehr zur Herrschaft des Einzelnen.

Wenn Kim aber wirklich abr├╝stet und die Wirtschaftsreformen vorantreibt, dann kann nach Aufhebung der Sanktionen sofort mit hohen Investitionen aus den Nachbarl├Ąndern und dem Westen rechnen. Er w├Ąre dann der Herrscher ├╝ber ein deutlich reicheres Land ÔÇô und k├Ânnte sich im Inland f├╝r den neuen Wohlstand feiern lassen.

Eine echte Wiedervereinigung ist dagegen praktisch undenkbar. ÔÇ×Wir sind ein VolkÔÇť, sagt Kim ÔÇô aber das stimmt nicht. Die beiden Koreas haben sich geistig und materiell viel weiter auseinandergelebt als etwa Ost- und Westdeutschland. Eine Vereinigung unter der F├╝hrung S├╝dkoreas wird Kim niemals akzeptieren. Eine Vereinigung unter F├╝hrung Kims wird S├╝dkorea nie akzeptieren.

Dieser Teil der Erkl├Ąrungen bleibt also sch├Âne Fantasie.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Camilla Kohrs
Von Camilla Kohrs
ChinaKim Jong-unMoon Jae-inNordkoreaS├╝dkorea
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website