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Verhandlungen gescheitert: In Syrien droht eine neue Eskalation der Gewalt

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Verhandlungen gescheitert  

In Syrien droht eine neue Eskalation der Gewalt

04.07.2018, 20:32 Uhr | dpa, dru

Verhandlungen gescheitert: In Syrien droht eine neue Eskalation der Gewalt. Dunkle Rauchwolken über Daraa: Vor etwa zwei Wochen haben Regimetruppen eine Großoffensive gestartet. (Quelle: AP/dpa/Nabaa Media)

Dunkle Rauchwolken über Daraa: Vor etwa zwei Wochen haben Regimetruppen eine Großoffensive gestartet. (Quelle: Nabaa Media/AP/dpa)

Inmitten eines Flüchtlingsdramas droht im Süden Syriens eine weitere Eskalation der Gewalt. Verhandlungen zwischen Rebellen und dem Assad-Regime endeten ohne Ergebnis. Hunderttausende wissen nicht wohin. 

Die Verhandlungen über eine friedliche Lösung für die umkämpfte Region Daraa im Süden Syriens sind vorerst gescheiter. Die Gesprächsrunde unter Vermittlung Russlands sei ohne Ergebnis zu Ende gegangen, sagte Rebellensprecher Ibrahim Dschabbawi am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Einen neuen Termin für Verhandlungen gebe es nicht.

Nach dem Scheitern der Verhandlungen habe es erneut Luftangriffe gegeben, sagte ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee. Kampfjets und Hubschrauber hätten Bomben auf verschiedene Orte nahe Daraa abgeworfen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Mehrere Hunderttausend Menschen sind geflohen. Ihre Situation ist dramatisch, da das benachbarte Jordanien seine Grenzen abgeriegelt hat.

Russische Luftangriffe in der Deeskalationszone

Das Gebiet um die Stadt Daraa ist eine der letzten Regionen in Rebellenhand. Regierungstruppen hatte vor rund zwei Wochen eine Offensive begonnen, obwohl für das Gebiet eine sogenannte Deeskalationszone vereinbart worden war.

Syriens Verbündeter Russland unterstützt die Operation aus der Luft. Bei den Angriffen wurden Aktivisten zufolge auch mehrere Krankenhäuser getroffen. Russland will die Bombardements trotz Warnungen vor einer neuen Flüchtlingswelle nicht stoppen, wie Außenminister Sergej Lawrow nach einem Gespräch mit seinem jordanischen Kollegen Aiman Safadi am Mittwoch erklärte.

Massenexodus im Süden Syriens: Helfer der Organisation Weißhelme unterstützen Flüchtlinge in der Region um Daraa. (Quelle: AP/dpa/Syrian Civil Defense White Helmets)Massenexodus im Süden Syriens: Helfer der Organisation Weißhelme unterstützen Flüchtlinge in der Region um Daraa. (Quelle: Syrian Civil Defense White Helmets/AP/dpa)

Die Rebellen hatten Medienberichten zufolge in den Verhandlungen vorgeschlagen, dass sie die Kontrolle über die Region behalten, aber ihre schweren Waffen schrittweise abgeben. Sie warfen Russland vor, eine Kapitulation der Regierungsgegner erzwingen zu wollen. Daraa gilt als Wiege des Aufstands gegen Syriens Präsidenten Baschar al-Assad, weil es dort im Frühjahr 2011 zu ersten Protesten kam.

Über 300.000 Menschen auf der Flucht

Die humanitäre Lage in der Region hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Das Welternährungsprogramm WFP schätzt die Zahl der Vertriebenen auf bis zu 330.000 Menschen, das Flüchtlingshilfswerk UNHCR sprach von mindestens 270.000. Helfer und Aktivisten berichten, viele von ihnen lebten bei Temperaturen von fast 40 Grad schutzlos auf dem freien Feld.

Die Flüchtlinge sind in einer ausweglosen Situation, weil sie nur in Regimegebiete können. Jordanien sieht sich nicht in der Lage, noch mehr Syrer aufzunehmen, und hat seine Grenze geschlossen. Viele sind in Richtung der von Israel besetzten syrischen Golanhöhen geflohen.

In Jordanien haben nach UN-Angaben bereits mehr als 650.000 Syrer Zuflucht gefunden. In den Ländern der Region sind es insgesamt mehr als 5,6 Millionen. Innerhalb Syriens haben rund 6,6 Millionen Menschen Schutz vor der Gewalt gesucht.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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