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Tote in Libyen: USA blockieren UN-Erklärung zur Attacke auf Migrantenlager

Mindestens 44 Tote in Libyen  

USA blockieren UN-Erklärung zur Attacke auf Migrantenlager

04.07.2019, 09:18 Uhr | AFP, dpa

 (Quelle: Ismail Zitouny/Reuters)
Libyen: 44 Tote nach Luftangriff auf Flüchtlingslager

Bei einem Luftangriff auf die libysche Hauptstadt Tripolis sind 44 Menschen in einem Flüchtlingslager ums Leben gekommen. Verantwortlich sind scheinbar Streitkräfte des abtrünnigen Generals Haftar. (Quelle: Reuters)

Spuren der Kämpfe: Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager sind in der libyschen Hauptstadt Tripolis mindestens 44 Menschen gestorben. (Quelle: Reuters)


Ein entsetzlicher Angriff auf Unschuldige in einem Land ohne Regeln: In einem Internierungslager in Libyen sind bei einem Luftangriff viele Migranten getötet worden. Doch die USA verhindern eine UN-Erklärung. 

Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine Verurteilung des Luftangriffs auf ein Flüchtlingslager nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis einigen können. Bei einer Dringlichkeitssitzung verweigerten die USA nach Angaben aus Diplomatenkreisen die Zustimmung zu einer von Großbritannien entworfenen gemeinsamen Erklärung. US-Diplomaten begründeten ihre Blockade demnach damit, dass sie für eine Zustimmung kein grünes Licht der Regierung von Präsident Donald Trump erhalten hätten.

Das britische Papier beinhaltete den Angaben zufolge auch einen Appell an die libyschen Konfliktparteien, ihre Kämpfe einzustellen. Zudem seien in dem Entwurf neue politische Gespräche in dem nordafrikanischen Krisenstaat angemahnt worden. Ein Schuldiger für den Angriff auf das Flüchtlingslager sei hingegen nicht genannt worden. 

Mindestens 44 Tote und 130 Schwerverletzte

Bei dem Angriff auf das Flüchtlingslager in Tadschura nahe Tripolis in der Nacht zum Mittwoch wurden mindestens 44 Menschen getötet und mehr als 130 weitere schwer verletzt. Die international anerkannte Regierung in Tripolis machte die Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar für den Angriff verantwortlich. Diese weisen die Vorwürfe zurück und beschuldigen die Regierungstruppen

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte zuvor eine unabhängige Untersuchung gefordert. Er sei entrüstet und verurteile die Tat nahe der Hauptstadt Tripolis auf Schärfste, teilte Guterres' Sprecher Stéphane Dujarric mit. Er betonte, dass die UN den Konfliktparteien die exakten Koordinaten des Lagers übermittelt hätten. Die Schuldigen müssten ausfindig gemacht werden. 

Guterres forderte alle Konfliktparteien dazu auf, sich an geltendes humanitäres Recht zu halten. Zivilisten müssten mit allen Mitteln geschützt werden. Die Vereinten Nationen äußerten sich aber nicht dazu, wenn sie für verantwortlich hielten. Guterres Sprecher schloss auf Nachfrage nicht aus, dass es sich um ein Kriegsverbrechen handeln könnte. Auch das US-Außenministerium verurteilte die Angriffe.

In Libyen herrscht Anarchie

Im ölreichen Libyen herrscht acht Jahre nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi in weiten Teilen des mehrfach gespaltenen Landes Anarchie. Im blutigen Machtkampf zwischen der international anerkannten Regierung in Tripolis und General Haftar mischen sich zahlreiche Länder ein. Regionale Milizen, Banden und Extremisten wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nutzten das aus. Der gescheiterte Staat in Nordafrika ist zudem auch wichtiges Transitland für Migranten, die nach Europa wollen.

Das mit Migranten überfüllte Lager Tadschura ist nach Angaben von UN und Menschenrechtsorganisationen ein Internierungslager. Dort seien mehr als 600 Migranten unterschiedlicher Nationalitäten untergebracht, hieß es. In dem getroffenen Lagerteil lebten rund 150 Männer aus verschiedenen afrikanischen Ländern, sagte Mabruk Abdel-Hafis, der im Auftrag der Regierung in Tripolis mit Migranten arbeitet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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