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Nordkorea: "Neue Waffe" bei jüngsten Raketentests erprobt – Warnung an USA

Warnung an die USA  

Nordkorea: "Neue Waffe" bei jüngsten Raketentests erprobt

11.08.2019, 09:23 Uhr | AFP

Nordkorea: "Neue Waffe" bei jüngsten Raketentests erprobt – Warnung an USA. Startende Rakete: Dieses von Nordkorea stammende Foto soll einen Raketentests des Landes zeigen. (Quelle: dpa/KCNA)

Startende Rakete: Dieses von Nordkorea stammende Foto soll einen Raketentests des Landes zeigen. (Quelle: KCNA/dpa)

Nordkorea fühlt sich von Militärübungen der USA und Südkoreas provoziert und reagiert mit Raketentests – angeblich eines neuen Waffensystems. US-Präsident Donald Trump nimmt die Drohgebärde gelassen. 

Nordkorea hat bei seinen jüngsten Raketentests nach eigenen Angaben ein neues Waffensystem erprobt. Es habe sich um den "Test-Abschuss einer neuen Waffe" gehandelt, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mitgeteilt, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe in einem Brief eine direkte Verbindung zwischen der aktuellen Serie von Raketentests und einem derzeitigen gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas hergestellt.

Pjöngjang betrachtet das Manöver als Provokation und bezeichnet seine Raketentests als "Warnung" an Washington und Seoul. Trump erklärte allerdings im Kurzbotschaftendienst Twitter, der bei ihm eingegangene "lange Brief" Kims habe auch eine "kleine Entschuldigung" des Machthabers für die Tests enthalten.

Kim war persönlich anwesend

Kim habe sich ausgiebig über die "lächerlichen und teuren" gemeinsamen Übungen der USA und Südkoreas beschwert, twitterte der US-Präsident. Kim habe aber auch seine Bereitschaft bekundet, sich erneut mit Trump zu Gesprächen über die atomare Abrüstung zu treffen, wenn diese Übungen vorbei seien.

Laut KCNA wurden die jüngsten Raketentests vom Samstag von Kim persönlich überwacht. Kim habe den Observationsposten bestiegen und "den Testabschuss geleitet", meldete die Agentur. Er habe dann "große Zufriedenheit" über die Testergebnisse zum Ausdruck gebracht.

Konkrete Angaben zu der angeblich getesteten "neuen Waffe" machte KCNA nicht. Das neue System sei den "Geländebedingungen" des Landes angepasst, hieß es lediglich. Der Experte Kim Dong-yub vom Institut für Fernöstliche Studien in Seoul sagte, es handle sich wahrscheinlich um eine neue ballistische Kurzstreckenrakete.

Trotz Verbots

Nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter feuerte Nordkorea nahe der Stadt Hamhung an der Ostküste zwei – mutmaßlich ballistische – Kurzstreckenraketen ab. Die Fluggeschosse flogen demnach rund 400 Kilometer weit und stürzten ins Meer.

Es war bereits der fünfte nordkoreanische Raketentest in zwei Wochen. Zuletzt hatte Pjöngjang am Dienstag offenbar zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert – nur einen Tag nach Beginn der gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. Trump hat aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für neue Atomverhandlungen mit Pjöngjang betrachte.

Trump will Abkommen erzielen

Am Freitag äußerte Trump zudem Verständnis für Kims Kritik an den Militärmanövern. "Ich habe sie auch noch nie gemocht", sagte Trump. "Ich war nie ein Fan. Und wissen Sie warum? Mir gefällt es nicht, dafür zu zahlen. Wir sollten das Geld zurückerstattet bekommen. Und das habe ich Südkorea gesagt."

Trump betonte erneut, er sehe die Tests nordkoreanischer Kurzstreckenraketen nicht als Problem an. Nordkorea habe keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet. Der US-Präsident erklärte sich zu einem vierten Treffen mit Kim bereit, ohne jedoch einen möglichen Termin oder weitere Details zu nennen.

Trump und Kim hatten sich zuletzt Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten getroffen. Trotz ihrer Ankündigung, die Gespräche über eine atomare Abrüstung Nordkoreas wieder aufzunehmen, herrscht in den Verhandlungen weiterhin Stillstand.

Trump vermeidet dennoch jegliche öffentliche Kritik an Kim. Er ist offenbar entschlossen, vor der Präsidentschaftswahl im November 2020 ein Abkommen mit Pjöngjang zu erzielen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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