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Waldbrände: Brasiliens Präsident Bolsonaro lässt Amazonas-Gipfel sausen

Aus gesundheitlichen Gründen  

Bolsonaro lässt Amazonas-Gipfel sausen

03.09.2019, 10:15 Uhr | AFP , aj

Waldbrände: Brasiliens Präsident Bolsonaro lässt Amazonas-Gipfel sausen. Jair Bolsonaro (Archivbild): Brasiliens Präsident bereitet sich offenbar auf einen medizinischen Eingriff vor. (Quelle: Reuters/Adriano Machado)

Jair Bolsonaro (Archivbild): Brasiliens Präsident bereitet sich offenbar auf einen medizinischen Eingriff vor. (Quelle: Adriano Machado/Reuters)

Der Druck auf Brasiliens Präsidenten wächst weiter: Wegen der verheerenden Feuer im Amazonas-Gebiet haben die regionalen Regierungen nun ein Treffen in Kolumbien einberufen. Doch Jair Bolsonaro sagt seine Teilnahme ab.

"Grüne Lunge der Welt": Die fatale Folge, an die kaum jemand denkt

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Brasilien hat Jair Bolsonaro Medienberichten zufolge Brandrodungen für zwei Monate verboten. Ausnahmen sollen für Ureinwohner gelten. Doch die leiden bereits unter den ausgearteten Brandrodungen. (Quelle: Reuters)

"Grüne Lunge der Welt" brennt: Das sind die fatalen Folgen, an die kaum jemand denkt - und die jetzt schon die Ureinwohner treffen. (Quelle: t-online.de)


Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hat seine geplante Teilnahme an einem Amazonas-Gipfel zu den verheerenden Waldbränden in der Region abgesagt. Bolsonaro müsse sich auf einen für nächste Woche anberaumten medizinischen Eingriff vorbereiten, sagte ein Regierungssprecher am Montag. Die Regierung in Brasília erwägt demnach, einen Stellvertreter zu dem Gipfel nach Kolumbien zu schicken oder um eine Verschiebung des Treffens zu bitten.

Bolsonaro müsse sich ab dem kommenden Freitag einer Flüssig-Diät unterziehen, sagte der Sprecher. Zum vierten Mal, seit er während seines Wahlkampfes vor einem Jahr niedergestochen wurde, muss Bolsonaro operiert werden. Bei dem Eingriff in São Paulo nächste Woche soll ein Narbenbruch behandelt werden. Bolsonaros Ärzte erklärten, der Präsident brauche anschließend eine zehntägige Erholungsphase.

Darum geht es beim Amazonas-Gipfel

Bei dem regionalen Gipfeltreffen sollte es um die schweren Waldbrände gehen, die derzeit im Amazonasgebiet wüten. Die Brände sorgen seit einigen Wochen für Streit zwischen Bolsonaro und internationalen Regierungen. Unter wachsendem Druck hatte Bolsonaro am Donnerstag ein Dekret erlassen, das das Abbrennen von Flächen für 60 Tage untersagt. Zuvor hatte Bolsonaro von den G7-Staaten bewilligte Soforthilfen für die Bekämpfung der Brände abgelehnt. Später lenkte er ein und erklärte, die Hilfe unter bestimmten Bedingungen akzeptieren zu wollen.

Bolsonaros Popularität sinkt laut einer Umfrage

Derweil hat auch die Popularität des brasilianischen Präsidenten einer Umfrage zufolge durch sein Verhalten gelitten. 38 Prozent der Brasilianer lehnten seine Politik und sein Verhalten ab, ergab eine Umfrage des Datafolha-Instituts im Auftrag der Zeitung "Folha de São Paulo". Das waren 5 Prozentpunkte mehr, als noch im Juli, schrieb die Zeitung am Montag. Auch die Zahl der Brasilianer, die mit der Politik des extrem rechten Präsidenten einverstanden sind, sei in dem Zeitraum von 33 auf 29 Prozent gefallen.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer machen Bolsonaro dafür verantwortlich, dass Rodungen und Brände im Amazonasgebiet in diesem Jahr massiv zugenommen haben. Der Staatschef ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert. Bolsonaro behauptete unter anderem, dass Nichtregierungsorganisationen (NGO) die Waldbrände gelegt haben könnten, um sich für die Streichung öffentlicher Mittel zu rächen und seine Regierung zu diskreditieren. Für Unmut bei vielen Brasilianern sorgte auch die Ernennung des Sohnes Bolsonaros zum Botschafter in den USA.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp

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