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In Hongkong fliegen Brands├Ątze auf Regierungssitz

Von dpa, afp, jmt

Aktualisiert am 15.09.2019Lesedauer: 3 Min.
Proteste in Hongkong: Demonstranten errichten im Kampf um Freiheitsrechte Barrikaden und liefern sich Gefechte mit der Polizei.
Proteste in Hongkong: Demonstranten errichten im Kampf um Freiheitsrechte Barrikaden und liefern sich Gefechte mit der Polizei. (Quelle: Vincent Yu/dpa-bilder)
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China droht immer wieder mit milit├Ąrischem Eingreifen, doch die demokratischen Proteste setzen sich in Hongkong fort. Demonstranten gehen trotz Verbots auf die Stra├če ÔÇô und k├Ąmpfen mit der Polizei.

Trotz eines Demonstrationsverbots sind am Sonntag in Hongkong wieder Zehntausende f├╝r mehr Demokratie und Freiheitsrechte auf die Stra├če gegangen. Anschlie├čend kam es in der chinesischen Sonderverwaltungsregion erneut zu Ausschreitungen. Demonstranten verbrannten chinesische Flaggen, warfen Steine und Brands├Ątze auf den Regierungssitz. Die Polizei setzte Tr├Ąnengas und Wasserwerfer ein.

"Mutige" errichten Blockaden

Meist schwarz gekleidete, mit Gasmasken und Helmen ausger├╝stete oder vermummte Aktivisten hatten zuvor Stra├čenblockaden errichtet und U-Bahn-Einrichtungen besch├Ądigt. Innerhalb der Bewegung sind die kleinen Gruppen als "Mutige" bekannt. Regierung, Polizei und chinesische Staatsf├╝hrung bezeichnen sie hingegen als "Radikale" oder "Terroristen".

Es ist das 15. Wochenende in Folge, an dem in der fr├╝heren britischen Kronkolonie protestiert wurde. Die Demonstranten fordern eine unabh├Ąngige Untersuchung von Polizeibrutalit├Ąt, Amnestie f├╝r die bereits mehr als 1.000 Festgenommenen und freie Wahlen. Die Polizei hatte die urspr├╝nglich geplante Gro├čdemonstration untersagt, zu der die Civil Human Rights Front aufgerufen hatte. Die Gruppe hatte schon M├Ąrsche mit bis zu mehr als einer Million Teilnehmern organisiert.

Forderung nach Unterst├╝tzung

"Es ist meine Verantwortung als Hongkonger, f├╝r Freiheit zu k├Ąmpfen", sagte der Designer Wolf Shek, der trotz des Verbots demonstrierte. "Ich bin kein Protestler in der ersten Reihe, aber in meiner Position will ich alles tun, was ich tun kann, um unsere Stadt zu retten." Auch hatten religi├Âse Gruppen mit dem pensionierten Kardinal Joseph Zen an der Spitze zu Gebetsstunden aufgerufen, nacheinander in drei verschiedenen Kirchen und einer Prozession dazwischen. Vor der Gro├čkundgebung forderten Hunderte Protestler am britischen Konsulat Unterst├╝tzung aus London.

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Vor dem Regierungssitz kam es dann zu Zwischenf├Ąllen. Ein Wasserwerfer schoss wieder mit blauer Farbe versetztes Wasser auf Demonstranten ÔÇô vermutlich um sie f├╝r sp├Ątere Verfolgung zu markieren. Einsatzkr├Ąfte r├╝ckten sp├Ąter auf der Stra├če vor und vertrieben die Demonstranten, die Stra├čenblockaden zur├╝cklie├čen.

Auseinandersetzungen mit Triaden

Am Rande der Proteste kam es auch zu gewaltt├Ątigen ├ťbergriffen zwischen Gegnern und Unterst├╝tzern der Regierung. Ein Video zeigte, wie schwarz Gekleidete einen Mann verpr├╝gelten und mit F├╝├čen traten, bis er bewusstlos auf der Stra├če lag. Er hatte nach Medienberichten f├╝r die Polizei Partei ergriffen. Wie die "South China Morning Post" berichtete, wurde der Mann schwer verletzt.

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In Fortress Hill und North Point gingen wiederum M├Ąnner, die wei├če T-Shirts als Zeichen ihrer Unterst├╝tzung f├╝r Peking und Hongkongs Regierung trugen, mit F├Ąusten und St├Âcken auf regierungskritische Demonstranten los. Die Gegenden sind bekannt f├╝r Aktivit├Ąten von Triaden, mafia├Ąhnlichen Organisationen, die Kontakte ├╝ber die Grenze in die Volksrepublik pflegen. Schon bei fr├╝heren Demonstrationen war es aus diesem Lager zu Angriffen gekommen ÔÇô w├Ąhren die Polizei nicht dagegen einschritt.

Seit mehr als vier Monaten wird in Hongkong gegen die pro-chinesische Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen F├╝hrung in Peking auf die Sonderverwaltungsregion protestiert. Im Anschluss war es h├Ąufig zu Zusammenst├Â├čen mit der Polizei gekommen.


Die fr├╝here britische Kronkolonie wird seit der R├╝ckgabe an China 1997 mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip "ein Land, zwei Systeme" autonom als eigenes Territorium regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souver├Ąnit├Ąt, genie├čen aber ÔÇô anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik ÔÇô mehr Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

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