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Afghanistan: Lage am Flughafen Kabul bleibt gefährlich

Mindestens 20 Tote  

Bundeswehr-Kommandeur: Lage am Kabuler Flughafen "dramatisch"

22.08.2021, 17:15 Uhr | rtr

 (Quelle: Euronews)
Dramatische Bilder: Tote nach Gedränge am Flughafen in Kabul

In Afghanistan herrscht Chaos: Tote am Flughafen Kabul, Tausende wollen fliehen – doch es formiert sich auch Widerstand gegen die Taliban. (Quelle: Euronews)

Dramatische Bilder aus Kabul: Am Samstag kamen mehrere Menschen im Gedränge am Flughafen ums Leben. (Quelle: Euronews)


Im Chaos am Kabuler Flughafen hat es mindestens 20 Tote gegeben. Menschen seien "gedrängt, gequetscht, zum Teil heruntergetrampelt" worden, schildert der Befehlshaber der Bundeswehr vor Ort.

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Eine Woche nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan versuchen die Taliban die chaotische Lage vor dem Flughafen in Kabul in den Griff zu bekommen. Sie schossen am Sonntag Augenzeugen zufolge in die Luft und setzten Schlagstöcke ein, um die zum Airport drängenden Menschen in geordnete Warteschlangen zu zwingen.

Tausende von Menschen bemühten sich verzweifelt, Plätze in den Flugzeugen zu ergattern, mit denen westliche Länder ihre Landsleute und von Verfolgung bedrohte Afghanen außer Landes fliegen. In den Menschenmengen in der Nähe des Flughafens kamen nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums allein am Samstag sieben afghanische Zivilisten ums Leben. In den vergangenen sieben Tagen habe es hier sogar mindestens 20 Tote gegeben, sagte ein Nato-Vertreter zu Reuters. "Unser Fokus ist die Evakuierung aller Ausländer so schnell wie möglich."

Momentaufnahme zeigt Entspannung

Die Lage am Flughafen gestaltet sich nach Angaben der Befehlshabers der Bundeswehr vor Ort "dramatisch". Die Schließung von Zugangstoren am Samstag habe unter den vor dem Flughafen ausharrenden Menschen zu Panik und "heillosem Chaos" geführt, sagte Brigadegeneral Jens Arlt in einer von der Bundeswehr organisierten Telefonschaltkonferenz mit Journalisten.

Nach Angaben Arlts mussten am Samstag zunächst die Zugangstore im Norden und Osten des Kabuler Flughafens geschlossen werden, was unter den dort auf Ausreisegelegenheiten wartenden Menschen zu starkem Gedränge und verzweifelten Reaktionen führte. Viele der Menschen drängten entweder nach vorn oder zu dem noch offenen Südzugang, was auch dort die Lage außer Kontrolle geraten ließ.

Menschen wurden "gedrängt, gequetscht, zum Teil heruntergetrampelt"

Wegen des Drucks der Menschenmenge habe dann auch der südliche Zugang geschlossen werden müssen, sagte der Einsatzleiter. In dem schlauchartigen Zugangsbereich zu der Kontrollschleuse seien die vorne stehenden Menschen "gedrängt, gequetscht, zum Teil heruntergetrampelt" worden. Viele Menschen hätten aufgrund all dieser Entwicklungen befürchtet, keine Evakuierungsflüge mehr zu erreichen. 

Am Sonntag entspannte sich die Lage am Flughafen etwas. Grund dafür sei, dass sich in der Bevölkerung herumgesprochen habe, dass einige Tore zum Flughafen aus Sicherheitsgründen vorerst geschlossen blieben. "Das ist immer nur eine Momentaufnahme", schränkte Arlt jedoch ein. Die Bundeswehr erklärte, man habe bisher mehr als 2.100 Schutz suchende Menschen aus 38 Nationen aus Afghanistan ausgeflogen.

Taliban fordert Klarheit über Abzugsplan

Ein Vertreter der radikalislamischen Taliban sagte, man wolle volle Klarheit über den Abzugsplan der ausländischen Truppen. "Die Bewältigung des Chaos außerhalb des Flughafens von Kabul ist eine komplexe Aufgabe", sagte er zu Reuters. Der Nato-Vertreter erläuterte, die Truppe des westlichen Militärbündnisses hielten sich strikt von den Außenbereichen des Airports fern, um Zusammenstöße mit den Taliban zu vermeiden.

Der britische Premierminister Boris Johnson berief ein Spitzentreffen der führenden Industrieländer (G7) zum Thema Afghanistan am Dienstag ein. Großbritannien hat gegenwärtig den Vorsitz der Staatengruppe. "Es ist entscheidend, dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeitet, um sichere Evakuierungen sicherzustellen, eine humanitäre Krise zu verhindern und das afghanische Volk zu unterstützen, die Errungenschaften der vergangenen 20 Jahre zu sichern", erklärte Johnson.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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