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US-Wahl: Was Donald Trump noch gefährlicher als Wladimir Putin macht

Kommentar zur US-Wahl  

Was Trump noch gefährlicher als Putin macht

10.11.2016, 14:39 Uhr | Von Tobias Möllers, t-online.de

US-Wahl: Was Donald Trump noch gefährlicher als Wladimir Putin macht. Donald Trump dürfte der Welt noch so manches Kopfzerbrechen bereiten. (Quelle: Reuters)

Donald Trump dürfte der Welt noch so manches Kopfzerbrechen bereiten. (Quelle: Reuters)

Amerika hat gewählt. Der nächste US-Präsident heißt Donald Trump. Der künftige Führer der einzig verbliebenen Supermacht wird die Welt um einiges gefährlicher machen. Er könnte sogar noch gefährlicher werden als Russlands Präsident Wladimir Putin.

Wie konnte es so weit kommen? Amerika hatte eine Wahl. Eine schlechte Wahl. Die beiden unbeliebtesten Kandidaten der jüngeren US-Geschichte traten gegeneinander an und am Ende triumphierte der Republikaner Donald Trump über die Demokratin Hillary Clinton. Die schlechteste Wahl.

Was macht Trump zu einem so schlechten Kandidaten und vermutlich auch Präsidenten? Der Mann hat keinerlei Selbstkontrolle und ist ein um sich selbst kreisender Narzisst. Nicht wenige Experten attestieren ihm sogar eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Trump ist ein Soziopath.

Trump schlägt wild um sich

Er ist schnell beleidigt, schlägt dann wild um sich. Maßlos, grenzenlos in seinem Hass auf alle, die seine Genialität nicht erkennen oder zumindest nicht anerkennen wollen. Zu den bevorzugten Waffen des Kandidaten Trump gehörten nächtliche Twitter-Attacken. Zu den Waffen des Präsidenten Trump wird ein beträchtliches Atomwaffenarsenal gehören.

Dass dieser Mann künftig den roten Knopf drücken kann, muss einem Schauer über den Rücken jagen. Trump ist in dieser Hinsicht gefährlicher als Russlands Wladimir Putin.

Ein Schulhofschläger an der Macht

Der Kreml-Chef agiert zwar ähnlich machtverliebt wie egozentrisch, doch kann man ihm zumindest eine gewisse Ratio nicht absprechen. Putin kennt seine Grenzen und testet diese beharrlich aus. 

Gleiches kann man von Trump nicht behaupten. Seine außenpolitischen Kenntnisse sind bestenfalls rudimentär. Im Zweifelsfall würde er wohl wie ein Schulhofschläger draufhauen. Bloß, dass da keine Lehrer oder Direktoren sind, die ein Fehlverhalten sanktionieren könnten.

Trump kann amerikanische Politik für viele Jahre prägen

Das viel gepriesene amerikanische System der "Checks and Balances" greift hier nur begrenzt. Der republikanisch dominierte Kongress wird den neuen Präsidenten kaum bremsen. Zwar teilen viele Republikaner die meisten Ansichten Trumps nicht, aber würden sie sich ihm im Zweifel entgegenstellen? Einem von ihnen? Eher nicht.

Erschwerend hinzu kommt, dass am Supreme Court, dem obersten Gerichtshof der USA, in den nächsten Jahren vermutlich einige Richter neu besetzt werden müssen. Anders als der deutsche Bundesgerichtshof hat der Supreme Court eine größere, weitreichendere Macht. Er gibt mit seinen Urteilen die groben Linien der Politik vor. Wer hier die Mehrheit hat, entscheidet über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte die Marschrichtung der USA. Die Benennung neuer Richter obliegt nun Trump.

Eine Hoffnung bleibt

Der neue Mann mit der Hand auf dem roten Knopf macht die Welt zu einem noch gefährlicheren Ort. So gefährlich, wie sie es seit den Höhepunkten des Kalten Krieges nicht mehr war. Doch es gibt einen Unterschied zur Kuba-Krise, als die Welt am Rande des Abgrunds stand und ein atomarer Konflikt der beiden Großmächte gerade noch abgewendet werden konnte: Damals waren auf beiden Seiten der Welt rationale Charaktere am Steuer. Das ist jetzt nicht mehr so.

Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist die, dass Trump sich auf das besinnt, was ihm am meisten liegt: Geschäfte machen und Geld verdienen. Schließlich gibt es wichtigeres als die Welt: Donald Trump. 

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