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John McCain kritisiert Donald Trump: "So legen Diktatoren los"

Klartext zu Medienschelte  

McCain kritisiert Trump: "So legen Diktatoren los"

19.02.2017, 19:39 Uhr | rtr

John McCain kritisiert Donald Trump: "So legen Diktatoren los". Auch Parteifreunde wie der Republikaner John McCain hadern mit Trumps Regierungsstil. (Quelle: dpa)

Auch Parteifreunde wie der Republikaner John McCain hadern mit Trumps Regierungsstil. (Quelle: dpa)

US-Präsident Donald Trump gerät nach seinen wiederholten Angriffen auf die Medien massiv in die Kritik. Sein republikanischer Parteikollege John McCain nahm die Presse demonstrativ in Schutz.

Freie Medien seien für den Erhalt einer Demokratie "lebensnotwendig". Für Diktatoren sei es typisch, dass sie als eine ihrer ersten Handlungen auf die Presse losgingen, sagte der Senator in einem Interview des US-Senders NBC.

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädierte auf der Münchner Sicherheitskonferenz für gegenseitigen Respekt zwischen Politikern und Journalisten und betonte, Pressefreiheit sei eine "ganz wesentliche Säule" einer Demokratie.

"So legen Diktatoren los"

Trump legte derweil nach. "Wir werden uns von den 'fake news' nicht sagen lassen, was wir tun sollen, wie wir leben sollen oder an was wir glauben sollen", rief er mehreren Tausend Anhängern in Florida zu.

McCain, der einer der schärfsten innerparteilichen Kritiker Trumps ist, sagte zu NBC, auch er hasse die Presse. "Aber Fakt ist, wir brauchen sie." Ohne eine freie und auch "häufig gegnerische Presse" drohe der Verlust individueller Freiheiten. "So legen Diktatoren los." Die Geschichte habe gezeigt, dass diese als erstes die freie Presse ausschalteten, um ihre Macht festigen. "Ich sage nicht, dass Präsident Trump versucht, ein Diktator zu sein. Ich sage nur, dass wir die Lektionen der Geschichte lernen müssen."

Manipulationsversuche "sehr gefährlich"

Der Senator äußerte sich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, auf der Trumps Umgang mit den Medien am Wochenende immer wieder aufgegriffen wurde.

Ohne den Präsidenten oder die USA zu erwähnen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag auf der Veranstaltung, sie setze auf eine freie, unabhängige Presse und habe einen hohen Respekt vor Journalisten. "Wir sind immer sehr gut damit gefahren, zumindest in Deutschland, dass wir uns gegenseitig respektieren."

Die demokratische US-Senatorin Jeanne Shaheen sagte, Trumps Versuche, die Presse zu untergraben und zu manipulieren, seien "sehr gefährlich".

Chaotischer Regierungsstart

Trump hatte zuletzt verstärkt die Medien wegen deren Berichterstattung über seine Regierungsführung scharf kritisiert. Am Donnerstag warf er ihnen auf einer Pressekonferenz vor, unehrlich und außer Kontrolle zu sein. Sie würden chaotische Zustände im Weißen Haus vermelden. Dabei laufe die Regierung rund wie eine feingeölte Maschine.

Zuvor musste er eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen. Sein Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn trat wegen umstrittener Kontakte zu Russland zurück, die Nachbesetzung zieht sich hin. Die Gerichte stoppten Trumps Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern und Flüchtlinge. Seine Spitzenberaterin Kellyanne Conway wurde zurückgepfiffen, weil sie im Fernsehen zum Kauf von Modeprodukten von Trumps Tochter Ivanka aufrief.

"Wir geben niemals auf"

Via Twitter erklärte Trump gleichwohl auch am Samstag, im Weißen Haus laufe es "sehr gut". Er habe einen Schlamassel von seinem Vorgänger geerbt und sei dabei, dies zu reparieren. "Glaubt nicht den Mainstream (fake news) Medien."

Wenig später ließ er sich bei einem wahlkampähnlichen Auftritt in einem vollbesetzten Flugzeughangar in Melbourne/Florida von Tausenden Anhängen feiern. "Alle sind gegen ihn und ich will, dass er weiß, dass wir ihm für seine harte Arbeit Anerkennung zollen", sagte Carmela Rocheleau, eine 33-jährige Krankenschwester.

Der 47-jährige Autoverkäufer Gene Huber sagte, er fühle sich Trump jeden Tag stärker verbunden. Der Präsident zeige Begeisterung und Liebe für das Volk. Trump sagte: "Ich bin hier, weil ich unter Freunden sein will und unter dem Volk." Mit Blick auf das ausgebremste Einreiseverbot kündigte er einen überarbeiteten Erlass binnen weniger Tage an. "Wir geben nicht auf. Wir geben niemals auf."

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