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Trump irritiert Berater mit Vorstellungen zur Afghanistan-Politik

Gespräch über Afghanistan  

Trump hinterlässt "fassungslose" Berater

04.08.2017, 07:12 Uhr | Steve Holland, John Walcott, t-online.de, awo, rtr

Trump irritiert Berater mit Vorstellungen zur Afghanistan-Politik. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

US-Präsident Donald Trump irritiert mit Ideen zur Afghanistan-Politik der USA, sein Sicherheitsberater und Chefstratege schreien sich an, Berater verlassen ein Treffen "fassungslos" – Insider berichten aus dem Weißen Haus.

US-Präsident Donald Trump hat seine Top-Berater mit Vorstellungen zum weiteren Vorgehen der USA in Afghanistan irritiert, berichten Insider.

Bei einem Treffen im Weißen Haus habe Trump am 19. Juli nähere Informationen zum "End-Zustand" in Afghanistan gefordert. Die USA sind in diesem Land seit 16 Jahren militärisch engagiert. Ein Ende des Konflikts des US-Militärs mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan ist nicht in Sicht.

Stürmisches Treffen

Das Treffen im "Situation Room" des Weißen Hauses sei stürmisch geworden, berichten Anwesende, die anonym bleiben wollen.

US-Verteidigungsminister James N. Mattis (Quelle: Reuters/Michaela Rehle)US-Verteidigungsminister James N. Mattis (Quelle: Michaela Rehle/Reuters)

Trump habe dem Verteidigungsminister James Mattis und dem Generalstabschef Joseph Dunford nahegelegt, sie sollten erwägen, den US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Nicholson, zu entlassen – weil er den Krieg nicht gewinnne.

Schrei-Duell zwischen Bannon und McMaster

Einige Berater hätten das Treffen "fassungslos" verlassen. Grund: Trump habe sich vehement beschwert, dass die Armee zulasse, dass die USA einen Krieg verlieren würden. "Wir gewinnen nicht", soll Trump gesagt haben, berichten mehrere Offizielle. Sie bestanden darauf, anonym zu bleiben.

Steve Bannon, Berater und Chefstratege von US-Präsident Donald Trump (Quelle: dpa/Evan Vucci)Steve Bannon, Berater und Chefstratege von US-Präsident Donald Trump (Quelle: Evan Vucci/dpa)

Nach dem Treffen hätten sich Trumps Chefstratege Steve Bannon und der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster angeschrien, als es um den Kurs der US-Politik ging, berichten Insider.

Trump verlangt afghanische Bodenschätze

Bei dem Treffen soll der Präsident angeregt haben, dass die USA von der afghanischen Regierung einen Teil der Einnahmen aus der lokalen Ausbeutung von Bodenschätzen verlangen sollten. Sie haben einen geschätzten Wert von rund einer Billion Dollar.

Insider berichten, Trumps Berater sollen beim Gespräch im Weißen Haus argumentiert haben, dass die Vermarktung der Bodenschätze – Iran ausgeschlossen – erst möglich sei, wenn Afghanistan gesichert sei. Trump habe sich auch darüber beschwert, dass China von Bodenschätzen in Afghanistan bereits profitieren würde.

Neue Strategie blockiert Truppenverstärkung

Trump hatte vor dem Gespräch mehrfach die lang andauernden Militäreinsätze außerhalb der USA kritisiert und im Wahlkampf eine Rückbesinnung auf das Inland propagiert. Auch international vertritt er seine "America first"-Strategie.

Insider berichten, dass McMaster, Verteidigungsminister James Mattis und weitere Berater aus Trumps Team mehrere Antworten auf Fragen des Präsidenten ausarbeiten, damit Trump einer neuen US-Strategie für Afghanistan zustimmt.

H.R. McMaster, nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung im Weißen Haus in Washington (Quelle: Reuters/Jonathan Ernst)H.R. McMaster, nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung im Weißen Haus in Washington (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters)

Mattis hatte geplant, die US-Truppen in Afghanisten von 8400 Soldaten um 4000 Soldaten aufzustocken. Insidern zufolge zweifelt der US-Präsident an der geplanten Strategie seines Verteidigungsministers. Die Pläne zur Truppenaufstockungseien seien blockiert, weil die neue Strategie unsicher wäre.

Das US-Präsidialamt lehnte einen Kommentar zu den Aussagen der Insider ab.

Donnerstag soll ein weiteres Treffen stattfinden.

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