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Das sagen US-Medien zur Wahl in Alabama

US-Presseschau zu Alabama  

"Ein Triumph von Anstand und gesundem Menschenverstand"

13.12.2017, 15:24 Uhr | küp

Das sagen US-Medien zur Wahl in Alabama. Der republikanische Kandidat Roy Moore: Seine Niederlage in Alabama deuten viele Kommentatoren auch als Schlappe für US-Präsident Trump.  (Quelle: AP/dpa/Brynn Anderson)

Der republikanische Kandidat Roy Moore: Seine Niederlage in Alabama deuten viele Kommentatoren auch als Schlappe für US-Präsident Trump. (Quelle: Brynn Anderson/AP/dpa)

Ein Demokrat gewinnt einen Senatssitz für den konservativen Südstaat Alabama? Das hat es seit 25 Jahren nicht gegeben. Wie US-Medien die Wahl kommentieren.

Bei der Nachwahl für einen Senatssitz im US-Bundesstaat Alabama hat der Demokrat Doug Jones sich überraschend gegen den republikanischen Kontrahenten Roy Moore durchgesetzt. Alabama gilt als konservative Hochburg der Republikaner. Mit dem Wahlergebnis verliert die Partei einen wichtigen Senatssitz, ihre Mehrheit in der Parlamentskammer schrumpft auf 51 zu 49 Stimmen.

US-Präsident Trump hatte im Wahlkampf fest zu seinem Parteifreund Moore gehalten – trotz glaubhafter Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen gegen den Kandidaten. Auch deshalb messen die US-Medien dem Wahlausgang eine Bedeutung weit über den Bundesstaat hinaus bei.

Eine Auswahl an Pressestimmen:

Die linksliberale New York Times sieht in dem Wahlergebnis vor allem eine Schlappe für Präsident Trump: "Dass die Wähler in Alabama Doug Jones in den Senat gewählt haben, ist ein Grund zur Freude. Es ist ein Triumph von Anstand und gesundem Menschenverstand in einem Staat, der beides zu verlieren drohte. Jones' Sieg schmälert die Senatsmehrheit der Republikaner und ist ein absolut verdienter Tadel für Präsident Trump."

Der Trump und den Republikanern wohlgesinnte TV-Sender Fox News kritisiert die Wahlkampf-Strategie Moores: "Nachdem die Missbrauchsvorwürfe gegen Moore öffentlich wurden, entschied sich dessen Team, Wahlkampf nach Art von Donald Trump zu machen. Moores Leute schlossen Reporter von Veranstaltungen aus, sie beschimpften und gängelten die Presse und verdrehten vor unseren Augen die Fakten. Bei Donald Trump hat das funktioniert, er konnte das. Aber Roy Moore ist nicht Donald Trump. Moore hat es nicht geschafft, genügend Wähler davon zu überzeugen, dass die Vorwürfe gegen ihn nur Gerüchte sind."

Das regionale Nachrichtenportal al.com deutet das Wahlergebnis als moralischen Sieg: "Roy Moore und seine Unterstützer nannten die Frauen, die ihm Missbrauch vorwarfen, Lügner und Weicheier. Doch Alabama ist gegen dieses Verhalten aufgestanden – entgegen aller Erwartungen. Alabama ist am Wahltag eingestanden für die Opfer, für die Frauen, für das Mitgefühl. Es hat das Schweigen nicht geduldet, es hat den Frevel nicht entschuldigt."

"Tag der Abrechnung für die Regierung"

Das Polit-Magazin politico.com nimmt die innerparteilichen Konsequenzen der Wahl für die Republikaner in den Blick: "Viele etablierte Republikaner fürchten den Einfluss, den Donald Trump auf die Wähler der Partei hat. Doch das Wahlergebnis zeigt, dass Trump nicht in der Lage ist, andere Anti-Establishment-Kandidaten ins Amt zu hieven. Für Trump, der sich gegen den Rat führender Republikaner und seines eigenen Teams für Moore ins Rennen geworfen hat, ist das Wahlergebnis eine selbst geschlagene Wunde."

Der Nachrichtensender CNN geht in seinem Kommentar noch einen Schritt weiter: "Das Geheimnis von Präsident Trumps Überleben war bislang die stillschweigende Unterstützung durch den republikanisch dominierten Kongress. Doch wenn ebendiese Republikaner anfangen, um ihre Jobs und ihre Macht zu fürchten – wie es nach dieser Wahl viele tun werden – dann könnte bald der Tag der Abrechnung für die Regierung kommen."

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