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Proteste in den USA: Trump warnt vor "bedrohlichsten Waffen"

Trump warnt vor "bedrohlichsten Waffen"  

Szenen der Revolte: Gewalt in den USA erreicht neue Ausmaße

Von Sonja Eichert

31.05.2020, 17:37 Uhr
Szenen der Revolte: Gewalt in den USA erreicht neue Ausmaße

In den USA ist es den fünften Tag in Folge in mehreren Städten zu Demonstrationen und Unruhen gekommen. Die Wut über den Tod von George Floyd bricht sich Bahn. (Quelle: Reuters)

Szenen der Revolte: Die Gewalt in den USA erreicht neue Ausmaße. (Quelle: Reuters)


Es sind Szenen wie aus einem Hollywood-Film. Teils maskierte Menschen marschieren durch Städte, demonstrieren gegen Polizeigewalt. Die Reaktion der Polizei ist brutal und kompromisslos. Sie schießt auf die Menschen. Die Ausmaße sind enorm.

Auch in der fünften Nacht in Folge ist es in den USA zu Demonstrationen und Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Dabei kam es in zahlreichen Städten zu heftigen Ausschreitungen, gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Es kam zu kompromisslosen Attacken der Polizei, die mit Pfefferspray, Gummigeschossen und Schlagstöcken auf die Menschen losging. Einzelne Journalisten, die sich auch als solche auswiesen, wurden ebenfalls angegriffen oder festgenommen.

Auslöser der Proteste war der Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis am Montag, nachdem dieser minutenlang das Knie eines Polizisten in den Hals gedrückt bekam. 

In etlichen amerikanischen Städten versammelten sich Menschen, obwohl vielerorts Ausgangssperren galten, darunter zum Beispiel Minneapolis, Los Angeles, Philadelphia, Salt Lake City und Atlanta. In mittlerweile zwölf Bundesstaaten wurde die Nationalgarde zur Unterstützung gerufen. Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hatte am Samstag zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Nationalgarde seines Bundesstaates aktiviert. Rund 2.500 Soldaten sollten in der Nacht zu Sonntag zum Einsatz kommen. 

Trump spricht über "bedrohlichste Waffen"

Gegen Abend rückte in Minneapolis eine Polizeikette in die Nähe einer ausgebrannten Bank vor, wo sich rund 500 Demonstranten versammelt hatten. Die Polizei setzt Tränengas, Pfefferspray und Plastikgeschosse ein, um die Menge zu vertreiben. Auch außerhalb der Innenstadt gingen Polizisten aggressiv gegen Menschen vor, die sich außerhalb ihrer Häuser aufhielten, wie ein auf Twitter verbreitetes Video zeigt. 

In der Hauptstadt Washington demonstrierten Hunderte Menschen in der Nähe des Justizministeriums. Viele zogen später vor das Weiße Haus. Den Amtssitz von US-Präsident Donald Trump riegelten zahlreiche Polizisten ab – ausgerüstet mit Schutzschilden und zum Teil auf Pferden. Trump sagte am Samstag, wenn die Demonstranten, die sich in der Nacht zuvor auf dem Lafayette Square gegenüber dem Weißen Haus versammelt hatten, den Zaun zum Amtssitz überwunden hätten, "wären sie von den bösartigsten Hunden und den bedrohlichsten Waffen begrüßt worden, die ich je gesehen habe".

"Das sind keine Proteste mehr"

In Los Angeles kam es im Stadtteil Fairfax zu Auseinandersetzungen, als Demonstranten versuchten in das örtliche Studio des Fernsehsenders CBS vorzudringen. Sicherheitskräfte hätten die Menge zurückgedrängt, berichtete die "Los Angeles Times". Ebenfalls in Fairfax kam es Medienberichten zufolge zu Plünderungen. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, sagte vor Journalisten: "Das sind keine Proteste mehr. Das ist Vandalismus, das ist Zerstörung.". 

In New York zogen Demonstranten vor den Trump Tower des Präsidenten. Im Stadtteil Brooklyn fuhren Polizeiwagen in die Menge. 

In Indianapolis sollen mindestens drei Menschen angeschossen worden sein, mindestens einer von ihnen ist offenbar gestorben, berichtet "CNN". Die örtliche Polizei ermittle noch, heißt es. Auch ein Polizist wurde demnach verletzt. In Jacksonville in Florida soll ein Polizist im Nacken mit einem Messer angegriffen worden sein. Andere sollen mit Steinen attackiert worden sein. Etliche Demonstranten wurden verhaftet, sagte der Sheriff der Stadt zu "CNN".

Attacke auf Journalisten mit Tränengas

Aus mehreren Städten berichteten Journalisten, dass sie von der Polizei festgenommen oder sogar angegriffen worden seien. Ein Kommentator von "CNN" schreibt, dass er von der New Yorker Polizei verhaftet worden sei, obwohl er sich als Journalist zu erkennen gegeben habe. Nach etwa sechs Stunden sei er wieder freigelassen worden. 

Die Nachrichtenagentur BNO News zeigte auf Twitter das Video eines Journalisten aus Minneapolis, der sich mehrfach als Pressevertreter zu erkennen gab und den Anweisungen der Polizei Folge leistete. Trotzdem wurde ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.

Ebenfalls in Minneapolis wurde eine freie Journalistin bei Ausschreitungen von der Polizei mit Gummigeschossen angegriffen. Eines explodierte nach ihren Angaben auf Twitter in ihrem Gesicht. Sie veröffentlichte ein Foto ihrer Verletzung, welches Sie hier sehen können (Achtung: grafische Darstellung!). Sie schreibt weiter, dass Demonstranten erste Hilfe geleistet und sie ins Krankenhaus gebracht hätten. Ihr linkes Auge konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. 

Präsident Donald Trump machte in einem Statement linksradikale Gruppen für die Ausschreitungen verantwortlich. "Die Gewalt und der Vandalismus werden von der Antifa und anderen gewaltsamen Gruppen des linken Flügels angeführt", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Start von US-Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. "Linksradikalen Kriminellen, Verbrechern und anderen in unserem Land und auf der Welt wird nicht erlaubt werden, unsere Gemeinden in Brand zu stecken." 

Sein Gegner im Rennen um die Präsidentschaft, der Demokrat Joe Biden, äußerte seine grundlegende Unterstützung für die Proteste, verurteilte aber die Gewalt. Gegen solche Brutalität zu protestieren, ist richtig und notwendig", erklärte Biden am Sonntag. "Es ist eine absolut amerikanische Reaktion." Die Proteste rechtfertigten aber keine lebensbedrohliche Gewalt und die Demontage von Geschäften.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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