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Weil nicht sein darf, was nicht sein kann

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 11.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Donald Trump: Schlechte Umfragewerte? Davon will der US-Präsident nichts wissen.
Donald Trump: Schlechte Umfragewerte? Davon will der US-Präsident nichts wissen. (Quelle: Patrick Semansky/ap-bilder)
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Eine schlechte Umfrage zur Präsidentschaftswahl will Donald Trump nicht auf sich sitzen lassen. Das Team des US-Präsidenten droht CNN mit rechtlichen Schritten – der Sender antwortet ebenso entschlossen.

Die Zahlen waren schlecht, sehr schlecht sogar, und das wollte Donald Trump offenkundig nicht auf sich sitzen lassen. Über sein Wahlkampfteam beschwerte sich der US-Präsident offiziell beim Fernsehsender CNN.

Der hatte eine Umfrage zur kommenden Präsidentschaftswahl veröffentlicht, in der Trumps Konkurrent Joe Biden deutlich vorn liegt. Der Demokrat kommt dort auf 55 Prozent, während Amtsinhaber Trump bei 41 Prozent landet. Ein satter Unterschied von 14 Prozentpunkten.

Trumps Wahlkampfberater meldeten sich daraufhin beim Fernsehsender per Unterlassungsanordnung und mit mehreren Kritikpunkten an der Methodik der repräsentativen Umfrage. Studien wie diese, heißt es vom dem Trump-Lager, seien einzig dazu gedacht, "eine Anti-Trump-Erzählung zu fabrizieren und tatsächliche Wähler in die Irre zu führen".

Trump-Team fordert Entschuldigung

Schlecht findet man außerdem, dass die Erhebung zudem teilweise vor dem vergangenen Freitag durchgeführt worden sei, an dem es gute Arbeitslosenzahlen gegeben habe. Das Wahlkampfteam verlangte in seinem Schreiben ein vollständiges Zurückziehen der Untersuchung, eine Richtigstellung und zudem gar noch eine Entschuldigung. Einen Versuch ist's so wert, dachte man sich in Team Trump offenbar.

Trump ist zwar bekannt dafür, gegen Umfragen zu wettern, die nicht ihn vorn sehen oder schlechte Zustimmungswerte zeigen. Die aktuelle Episode ist laut US-Medien allerdings der erste Fall, in dem seine Mitarbeiter einem Medium wegen unliebsamer Zahlen offiziell mit rechtlichen Schritten drohen.

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Die Erhebung zeigt mit 14 Prozentpunkten die bislang deutlichste Führung Bidens in landesweiten Umfragen – allerdings sehen auch zahlreiche Umfragen den Demokraten momentan klar vorn. In vielen Studien rangiert der Vorsprung um die zehn Prozentpunkte.

Umfragen dienen als Schnappschuss der politischen Stimmung im Land

Wegen des komplizierten US-Wahlsystems eignen sich diese bundesweiten Umfragen nur begrenzt dazu, das Ergebnis bei der Präsidentschaftswahl im November vorherzusagen. Sie verdeutlichen aber die aktuelle politische Stimmung im Land. Trumps Werte waren im Zuge der Corona-Krise und der Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt deutlich gefallen.


Trump selbst hatte am Montag bereits getwittert, sein Gefühl sei, die Umfrage von CNN sei "fake". Er hatte daraufhin ein eigenes Umfrageinstitut engagiert, das die unliebsame Erhebung des anderen Instituts diskreditieren sollte.

Am Mittwoch kam dann die Antwort aus dem CNN-Hauptquartier. Es sei das erste Mal in 40 Jahren, schrieb Justiziar David Vigilante, dass dem Sender mit rechtlichen Schritten gedroht werde, weil einem amerikanischen Politiker ein Umfrageergebnis nicht gefalle.

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Solche Drohungen kämen sonst "typischerweise aus Ländern wie Venezuela oder anderen Regimen, in denen wenig oder keine Achtung einer freien und unabhängigen Presse" herrsche.

Der CNN-Justiziar wies alle Anwürfe zurück und sagte, die von Trump angeheuerte Firma könne sehr gern Kritik an der repräsentativen Umfrage in den Medien üben. "So funktioniert Meinungsfreiheit. Das ist der American Way."

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Von Lisa Becke
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