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USA – Donald Trump zu Floyd-Tod: "Mehr Weiße" sterben durch Polizeigewalt

US-Präsident zu Tod von George Floyd  

Trump: "Mehr Weiße" sterben durch Polizeigewalt in den USA

15.07.2020, 07:31 Uhr | dpa, aj

US-Präsident äußert sich zum Tod von George Floyd

Donald Trump hat das Problem der Polizeigewalt gegen Schwarze relativiert: Der brutale Tod von George Floyd sei ein Einzelfall gewesen. Weiße sind dem US-Präsidenten zufolge die größere Opfergruppe. (Quelle: t-online.de)

"Auch Weiße sterben": In einem TV-Interview relativierte Donald Trump das Problem der Polizeigewalt gegen Schwarze. (Quelle: t-online.de)


Donald Trump hat das Problem der Polizeigewalt gegen Schwarze relativiert: Der brutale Tod von George Floyd sei ein Einzelfall gewesen. Weiße sind dem US-Präsidenten zufolge die größere Opfergruppe.

Knapp zwei Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer brutalen Festnahme hat US-Präsident Donald Trump das Problem der Polizeigewalt gegen Schwarze relativiert. Floyds Tod sei "schrecklich" gewesen, aber es würden in den USA "mehr Weiße" von der Polizei getötet als Schwarze, sagte Trump am Dienstag in einem Gespräch mit dem Sender CBS. Den Interview-Ausschnitt sehen Sie oben im Video oder, wenn Sie hier klicken. Zur Frage der Journalistin, wieso Afroamerikaner in den USA immer noch von Polizisten getötet würden, sagte Trump: "Was für eine schreckliche Frage." 

Trump hat Floyds Tod als Einzelfall verurteilt. Ihm wurde jedoch vorgeworfen, sich trotz der landesweiten Proteste nicht klar gegen systematischen Rassismus und Polizeigewalt in den USA zu positionieren. Trump konzentrierte sich vor allem darauf, die Gewalt am Rande weitgehend friedlicher Demonstrationen zu kritisieren.

Keine amtlichen Statistiken zu den Behauptungen

Es gibt in den USA keine landesweite amtliche Statistik zu Tötungen durch die Polizei. In absoluten Zahlen sind Weiße tatsächlich die größte Opfergruppe, wie eine Auswertung der "Washington Post" zeigte. Die Wahrscheinlichkeit für Angehörige der schwarzen Minderheit, Opfer der Polizei zu werden, ist allerdings deutlich größer.

Seit 2015 haben Polizisten in den USA der "Washington Post" zufolge rund 5.400 Menschen erschossen, die zumeist bewaffnet waren. Davon waren 45 Prozent weißer Hautfarbe, obwohl Weiße rund 60 Prozent der US-Bevölkerung stellen. 23 Prozent der von der Polizei Getöteten waren Schwarze, die nur 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Zudem gibt die Statistik der Schusswaffentode nur einen Einblick in das Handeln der Polizei: Im Fall Floyds etwa fiel gar kein Schuss. Auch Studien der Regierung zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Gewaltanwendung durch Polizisten gegenüber Schwarzen höher ist.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai bei einer Festnahme in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet worden. Ein weißer Beamter drückte sein Knie minutenlang auf den Hals des 46-Jährigen, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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