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"Urbane Kriegsführung": Portlands Bürgermeister kritisiert Donald Trump

Erneute Polizeigewalt  

Portlands Bürgermeister kritisiert Trump: "Urbane Kriegsführung"

26.07.2020, 11:31 Uhr | AFP

Portland: Weitere Auseinandersetzung

In Portland, im US-Bundesstaat Oregon, kommt es seit Wochen zu Ausschreitungen zwischen Anti-Rassismus Demonstranten und Bundesbeamten. Dabei setzten Bundespolizisten wiederholt Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. (Quelle: Reuters)

Portland: Erneut kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bundespolizisten und Demonstranten der "Black lives matter"-Bewegung. (Quelle: Reuters)


In den USA protestieren Menschen weiter gegen Rassismus. Dabei kommt es in Portland zu Zusammenstößen mit der Bundespolizei. Die Debatte um deren Einsatz wird auch dadurch weiter angefacht.

Bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt ist es in der US-Stadt Portland erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte, darunter Beamte der Bundespolizei, setzten am Samstagmorgen Tränengas ein und trieben Ansammlungen von Protestierenden gewaltsam auseinander, wie ein AFP-Reporter berichtete. Der Einsatz von Bundespolizisten gegen den Willen der örtlichen Behörden der größten Stadt des Bundesstaats Oregon ist heftig umstritten.

Aktion startete friedlich

Die Demonstration startete am Freitagabend verlief zunächst überwiegend friedlich. Die Protestierenden machten Musik, tanzten, bliesen Seifenblasen in die Luft und zündeten Feuerwerkskörper. Doch in der Nacht eskalierte die Situation wie bereits mehrere Male zuvor.

Demonstranten schützen sich mit Regenschirmen und Barrikaden vor Blendgranaten. Vor dem Gebäude des Bundesgerichts brannten Feuer. Gegen 23 Uhr schossen die Einsatzkräfte das erste Tränengas in die Menge, gegen 2.30 Uhr räumten sie gewaltsam den Bereich.

Proteste in Portland (Quelle: imago images/Zuma Wire)Proteste in Portland (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Die Entsendung der Bundespolizei nach Portland durch US-Präsident Donald Trump ist heftig umstritten. Die unabhängige Aufsichtsbehörde im US-Justizministerium hatte am Donnerstag eine Untersuchung angekündigt. Der zuständige Generalinspekteur Michael Horowitz erklärte, sein Büro gehe Berichten nach, wonach Bundespolizisten bei Anti-Rassismus-Protesten mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen seien.

Bürgermeister verletzt

Präsident Trump hatte die Bundespolizisten am vergangenen Wochenende nach Portland entsandt, obwohl die dortige Regierung dies abgelehnt hatte. Bei einer Demonstration war auch der Bürgermeister der Westküstenstadt, Ted Wheeler, verletzt worden. Er hatte die Proteste in der Nacht zu Donnerstag besucht und wurde dabei von Tränengas getroffen.

Der Bürgermeister von den Demokraten sprach in der Folge von "urbaner Kriegsführung". Der Regierung von Präsident Trump warf er vor, mit der Entsendung von Bundespolizisten gegen seinen Willen "in ungeheuerlicher Weise überreagiert" zu haben.

Die Proteste hatten als Teil der landesweiten Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd begonnen und waren Anfang Juli abgeflacht. Seitdem jedoch in der vergangenen Woche der Einsatz von Bundespolizisten in Portland bekannt wurde, setzten die Proteste wieder ein und richten sich nun auch gegen den von Trump angeordneten Einsatz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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