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So irreführend ist Donald Trumps Corona-Inszenierung

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 06.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Donald Trump bei der Rückkehr ins Weiße Haus: Der Corona-Patient legt die Maske ab.
Donald Trump bei der Rückkehr ins Weiße Haus: Der Corona-Patient legt die Maske ab. (Quelle: Erin Scott/Reuters-bilder)
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Donald Trump markiert bei der Rückkehr ins Weiße Haus den starken Mann. Doch seine Corona-Show fordert einen hohen Preis – in der Regierungszentrale geht die Angst um.

Es ging ihm einzig und allein um die Bilder. Donald Trump wartete, bis der Sonnenuntergang über Washington eingesetzt hatte und die Fernsehsender ihre Abendnachrichten begonnen hatten.

Dann kam er aus dem Walter-Reed-Krankenhaus spaziert, fuhr zwei Minuten mit der gepanzerten Limousine zum Hubschrauber und flog dann die gut zehn Minuten ins Weiße Haus: live zur prime time, auf allen Kanälen.

In der Regierungszentrale nahm er eine von ihm nur selten benutzte Treppe hoch zum Truman-Balkon und, oben angekommen, seine Schutzmaske ab. Der Präsident blieb lange für Foto- und Videoaufnahmen stehen, Daumen hoch, ein Salut und ging dann weiter ohne Maske nach drinnen. Er, der Corona-infizierte, der wohl immer noch ansteckende Covid-Patient.

Der Montagabend in Washington lieferte den Höhepunkt der Inszenierungen, die den viertägigen Krankenhausaufenthalt des Präsidenten begleiteten. Trump als harter Hund, als starker Kerl, dem auch das neuartige Coronavirus nichts anhaben kann: Diese Geschichte sollen die Bilder erzählen. Keine Stunde nach der Ankunft war schon das erste bombastisch inszenierte Video produziert und veröffentlicht.

Doch die Realität ist eine ganz andere, sowohl für Trump persönlich als auch im Weißen Haus. Ob es ihm so gut geht, wie er es inszenieren lässt, ist eine völlig offene Frage.

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Was machen die Lungen?

Tatsache ist, dass Trump Medikamente bekommen hat, die in der Regel zur Behandlung schwerer Covid-Verläufe herangezogen werden. Und bekannt ist ebenso, trotz aller Verschleierungsversuche, dass der Präsident zwischenzeitlich starkes Fieber und Sauerstoffmangel im Blut hatte. Zur Frage, ob der 74-jährige Risikopatient auch eine Lungenentzündung bekommen hat, schweigt sein Leibarzt eisern.


Bei der Szene auf dem Truman-Balkon sah ihn manch kritischer Geist schon schwer atmen.

Die offiziellen Verlautbarungen zu Trumps Zustand sind so widersprüchlich, dass viele Amerikaner sie nicht für verlässlich halten. In einer Umfrage von CNN gaben mehr als zwei Drittel der Befragten an, nur wenige der Mitteilungen des Weißen Hauses zu Trumps Corona-Erkrankung zu glauben.

Keine Entlassung, sondern eine Verlegung

Auch wenn die bombastische Inszenierung etwas anderes nahelegte, ist Trump auch keineswegs aus der Krankenversorgung entlassen. Er wird nun in der rund um die Uhr besetzten medizinischen Einheit im Weißen Haus weiter betreut und bekommt neue Dosen seiner Medikamente.

Und selbst wenn es Trump augenblicklich so gut geht, wie er behauptet, ist er noch lange nicht aus dem Gröbsten raus. Zwar ist immer noch nicht bekannt, wann sich der US-Präsident infizierte und wann genau die Symptome ausbrachen, doch in keinem Fall hat er den als besonders kritisch geltenden Zeitraum von sieben bis zehn Tagen der Krankheit überstanden.

Wann Trump wieder aktiv auf Wahlkampftour gehen kann, steht vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den Sternen.

Interessieren Sie sich für die US-Wahl? Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt über den Wahlkampf, seine Arbeit im Weißen Haus und seine Eindrücke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Zum anderen ist ja nicht nur Trump selbst betroffen. Das Weiße Haus leidet unter einem Virus-Ausbruch, der erheblich mit Leichtsinn und Rücksichtslosigkeit des Präsidenten zu tun hat. Allein am Montag wurden drei neue Infektionen gemeldet: Trumps Pressesprecherin Kayleigh McEnany und zwei ihrer Mitarbeiter haben nun auch das Coronavirus.

Rücksichtslosigkeit zieht Kreise

Dass der wohl noch höchst ansteckende Trump beim Betreten des Gebäudes seine Maske nicht trug, sorgte in der Öffentlichkeit umgehend für Unglauben. Schließlich gefährdet Trump damit ein weiteres Mal seine Mitarbeiter. Schon wie am Vortag bei der Spazierfahrt am Krankenhaus, wie aber auch ganz generell, indem er etwa das Tragen von Schutzmasken konsequent ablehnte.

Die leichtsinnige Haltung und die Abneigung gegen das Tragen von Masken hat längst auf das Umfeld abgefärbt. Letztes Beispiel dafür: Die infizierte Pressefrau McEnany sprach noch ohne Maske mit den Journalisten vor dem West Wing, als schon enge Kollegen positiv getestet worden waren – auch dies eine Gefährdung der Gesundheit anderer.

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Im Weißen Haus gibt es neben den politischen Mitarbeitern auch rund 90 Bedienstete, die sich um die Versorgung der Büros, Privaträume und First Family kümmern. Die vergangenen Tage über haben die Mitarbeiter so gut wie keine Information über die Covid-Fälle an ihrem Arbeitsplatz erhalten. Eine Kontaktnachverfolgung nach dem berüchtigten Termin im Rosengarten vor anderthalb Wochen findet nicht statt.

Dabei ist klar, dass sich das Weiße Haus zu einem Virus-Hotspot entwickelt hat. Der zurückgekehrte Corona-Patient Donald Trump könnte, falls er sich weiter rücksichtslos verhält, die Lage noch verschlimmern.

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