Sie sind hier: US-Wahl 2020 

US-Wahl 2020: Erste Analyse – wichtigste Erkenntnisse aus den USA

Wahlkrimi Trump gegen Biden  

Jetzt kommt es auf die Blaue Mauer an

Von F. Reinbold und J. Bebermeier, Washington

04.11.2020, 10:09 Uhr
US-Wahl 2020: Erste Analyse – wichtigste Erkenntnisse aus den USA. Ein Biden-Unterstützer in Miami, Florida: Herausforderer Joe Biden konnte den wichtigen Sunshine State nicht für sich gewinnen. Reicht es trotzdem für ihn?  (Quelle: Reuters/Maria Alejandra Cardona)

Ein Biden-Unterstützer in Miami, Florida: Herausforderer Joe Biden konnte den wichtigen Sunshine State nicht für sich gewinnen. Reicht es trotzdem für ihn? (Quelle: Maria Alejandra Cardona/Reuters)

Es ist ein Wahlkrimi: Das Rennen zwischen Donald Trump und Joe Biden ist enger als von den Umfragen vorhergesagt. Was jetzt zu erwarten ist – die erste Analyse.

Amerika und die Welt müssen sich auf einen langen Wahlkrimi in den USA einstellen. Das Rennen zwischen Donald Trump und Joe Biden ist knapper, als es viele Prognosen und Umfragen nahegelegt haben.

Die Situation in zahlreichen umkämpften Bundesstaaten ist in der Schwebe. Die wichtigsten Erkenntnisse des Wahlabends in den USA in der Blitzanalyse:

1. Es ist knapp, sehr knapp

Schon am frühen Abend wurde klar: Einen Erdrutschsieg Joe Bidens, den die Umfragen nahelegten, wird es nicht geben. Biden träumte von einem Durchmarsch in den Südstaaten: in North Carolina und Florida, sogar in den einstigen republikanischen Hochburgen Georgia und Texas. Wenig bis nichts davon wird sich bewahrheiten. Trump konnte Bidens Vorsprung bei der Briefwahl dort mit einer großen Welle an Unterstützung am Wahltag wettmachen.

Jetzt zieht das Rennen in die Staaten, die Biden gewinnen muss: die Rust-Belt-Staaten Pennsylvania, Michigan und Wisconsin – also genau jene Staaten, die als "Blaue Mauer" einst fest in demokratischer Hand waren und dann im Jahr 2016 Trump drei hauchdünne Siege und damit die Präsidentschaftswahl bescherten.

Wann hier ein Ergebnis feststeht, steht in den Sternen. Pennsylvania erlaubt noch Stimmen, die mit Poststempel am Wahltag abgeschickt werden und bis zum 6. November eintreffen. Auch in Wisconsin und Michigan wird die Auszählung der Briefwahlstimmen dauern, mindestens noch viele Stunden. Es droht ein langer Wahlkrimi.



2. Trumps Wählerkoalition ändert sich

Wer wählt Trump? Das hat sich im Vergleich zur letzten Wahl verschoben. Joe Biden hat ihm einige seiner traditionellen Wähler abgenommen. Der Demokrat spricht mehr junge Wähler, Senioren, Frauen und Weiße an als Hillary Clinton im Jahr 2016. Dafür kann Trump an anderer Stelle hinzugewinnen: Mehr Hispanics und Afroamerikaner wählen Trump als vor vier Jahren. Das zeigen erste, noch lückenhafte Nachwahl-Befragungen. Doch sie bestätigen Trends, die sich schon vor der Wahl in Umfragen abzeichneten. 

Die Corona-Krise spielt bei diesen Verschiebungen sicherlich eine Rolle: Für Senioren ist sie besonders bedrohlich, für die weiße Arbeiterklasse ebenso. Die Wirtschaft war laut Umfragen für Trump-Wähler besonders entscheidend für ihre Wahl, das könnte sein Plus bei Hispanics und Afroamerikanern zum Teil erklären – neben den Trump-Warnungen vor einem Biden-Sozialismus, die bei einigen auch verfangen haben dürften.

3. Der Kampf um den Kongress tobt noch

Die TV-Sender NBC und Fox News haben sich bereits festgelegt: Die Demokraten können ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigen. Die Wahlen in den beiden Kammern des Kongresses stehen längst nicht so im Fokus wie die Präsidentschaftswahl, sind aber für die künftige Politik der USA fast ebenso wichtig.

Die Demokraten wollen auch die Mehrheit im Senat von den Republikanern erobern. Denn ein demokratischer Präsident Joe Biden hätte mit einem republikanischen Senat von Beginn an massive Probleme, seine Politik durchzusetzen.

Doch dabei setzte es am Abend zunächst Rückschläge: Wichtige Trump-Unterstützer wie Mehrheitsführer Mitch McConnell und Lindsey Graham konnten ihre Sitze im Senat verteidigen. Ob die Übernahme noch gelingt, ist fraglich. Unter dem Strich müssten die Demokraten den Republikanern vier Mandate abnehmen – Ausgang offen. 

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal