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Cyberangriff auf US-Regierung: Nuklearbehörde betroffen?


"Ernste Gefahr"
Cyberangriff auf USA: Nukleare Forschungszentren betroffen?

Von dpa, reuters, aj

Aktualisiert am 18.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Cyberangriff auf US-Behörden: Der jüngste Angriff wurde als "ernste Gefahr" eingestuft.Vergrößern des BildesCyberangriff auf US-Behörden: Der jüngste Angriff wurde als "ernste Gefahr" eingestuft. (Quelle: Archivbild/Patrick Semansky/ap)
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Die US-Regierung ist Opfer von Hackerangriffen geworden. Besonders besorgniserregend: Auch die Behörde, die für das Atomwaffenarsenal des Landes zuständig ist, ist womöglich betroffen.

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit, Cisa, stuft den jüngsten Cyberangriff auf US-Regierungseinrichtungen als "ernste Gefahr" ein. Cisa teilte am Donnerstag in einer Warn-Mitteilung mit, das Entfernen des Angreifers aus betroffenen Systemen werde sich voraussichtlich "hochkomplex" gestalten. Der Hackerangriff dauere mindestens seit März an. Der oder die Täter hätten "Geduld, operative Sicherheit und komplexe Handwerkskunst" bewiesen.

Behörde für US-Atmowaffen anscheinend Ziel eines Angriffs

Cisa stufte die Attacke als "ernste Gefahr" für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors ein. Die "Washington Post" und die "New York Times" hatten berichtet, bei den Angreifern handele es sich um Hacker mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die russische Regierung wies das zurück.

Das US-Magazin "Politico" meldete unterdessen, bei dem Angriff sei auch die US-Behörde betroffen gewesen, die sich um das Nukleararsenal der Vereinigten Staaten kümmere. Das Energieministerium und die Nationale Nukleare-Sicherheitsadministration (NNSA) hätten Beweise gefunden, dass die Hacker auch auf ihre Netzwerke zugegriffen haben, berichtete "Politico" unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter .Die drei nationalen Nuklear-Laboratorien Sandia und Los Alamos in New Mexico sowie in Richland in Washington seien Ziel gewesen.

Auch Microsoft von Hackerangriff betroffen

Zudem waren nicht nur Ministerien und Behörden, sondern auch der Softwarekonzern Microsoft von dem Angriff betroffen. Microsoft bestätigte am Donnerstag (Ortszeit), dass konzernintern eine schadhafte Version von Software des US-Herstellers Solarwinds entdeckt worden sei. Netzwerkmanagement-Software von Solarwinds wurde von den Angreifern als Einfallstor verwendet. Das Microsoft-Management betonte, die bisherigen Ermittlungen lieferten keine Erkenntnisse, dass die Hacker Microsoft-Systeme genutzt hätten, um Kunden zu attackieren.

Der künftige US-Präsident Joe Biden kündigte am Donnerstag an, solche Angriffe würden unter seiner Regierung nicht unbeantwortet bleiben. Verantwortliche würden in Abstimmung mit Verbündeten zur Rechenschaft gezogen werden. "Unsere Gegner sollten wissen, dass ich als Präsident Cyberangriffen auf unsere Nation nicht tatenlos zusehen werde." Was über den jüngsten Angriff bekannt sei, sei sehr besorgniserregend. Biden betonte: "Meine Regierung wird Cybersicherheit auf allen Regierungsebenen höchste Priorität einräumen."

Das von Bidens Demokraten dominierte US-Repräsentantenhaus teilte am Donnerstag mit, mehrere Ausschüsse und Unterausschüsse hätten eine gemeinsame Untersuchung zu dem Angriff auf den Weg gebracht. Die Attacke "könnte potenziell verheerende Folgen für die nationale Sicherheit der USA haben", hieß es in dem Schreiben der Vorsitzenden mehrerer Ausschüsse der Kammer an Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe, an den amtierenden Heimatschutzminister Chad Wolf und an den Chef der Bundespolizei FBI, Christopher Wray.

Verwendete Quellen
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